(straubing-press) Auch wenn Karin Walter-Mommert gerade weltweit Schlagzeilen mit der von ihr mitfinanzierten Rettung des gestrandeten Wals Timmy macht, so hat sie am Samstagnachmittag dennoch die Zeit gefunden, die Rennen in Straubing über den Bildschirm zu verfolgen. Die Großbesitzerin durfte sich über vier Sieger auf der Gäubodenbahn freuen.
Vielleicht noch mehr hat aber eine junge Nachwuchsfahrerin gestrahlt: Lena Franzl konnte nicht nur bei ihrer zweiten Fahrt ihren ersten Sieg mit George Gently Mo feiern, sondern beim dritten Auftritt ihrer noch jungen Karriere gleich nachlegen und mit Mr. Sheffield Mo punkten.
Ein neuer Stern am Traberhimmel also – selten, dass eine Fahrerkarriere mit einem zweiten Platz und zwei Siegen startet. Und auch eine weitere Amazone hatte allen Grund zum Jubeln: Dr. Conny Schulz konnte ihren 250. Sieg feiern und verwies mit Augustiner höher eingeschätzte Gegner in die Schranken.
Wie ist die Stimmung nach so einem astreinen Fahrerdouble? „Super!“, entgegnete Lena Franzl bei ihrer zweiten Siegerehrung des Tages und ließ sich auch von ihrem Lebensgefährten Tom Karten ordentlich gratulieren, der ganz stolz bei der Siegerehrung assistierte.
Die junge Fahrerin glänzte durch beherzte Taten und beorderte ihre Schützlinge gleich konsequent nach vorne und teilte die Fahrten optimal ein. Mit George Gently Mo hatte sie gegen den erneut gut gegangenen Othello Venus das bessere Ende für sich, Ringo La Roque komplettierte den Einlauf.
Beim Sieg mit Mr. Sheffield Mo überließ ihr Vater Josef Franzl seiner Tochter die Spitze und legte sich mit Lumière de Chartres hinter sie, diese Reihenfolge blieb bis ins Ziel, da die Gegnerin wie vom Trainer angekündigt einen Aufbaustart bekam. Great Darkness Fire holte sich das dritte Geld.
Das Walter-Mommert-Siegquartett wurde von insgesamt drei Fahrern klargemacht. Neben Lena Franzl verwandelte auch der Trainer selbst im ersten Rennen mit Carrie B., die turmhoch überlegen ihre Gegner Romashka und El Chapo verlor. Auch Lasse Grundhöfer lieferte ab und führte in ähnlich souveräner Manier Joie de Vivre zum ersten Bayern-Treffer.
„Optimal gefahren“, rief ihm sein Chef von der Barriere aus anerkennend zu. Die Leistung war gegen die sehr gut gehende Jahresdebütantin Wyanet und Vaiana blitzsauber.
Auch Augustiner und Dr. Conny Schulz konnten in einer nicht leicht besetzten Partie glänzen und den Jubiläumstreffer für eine der besten Amazone in Deutschland klarmachen. Die Tierärztin nutzte die Startschnelligkeit des Wallachs und ließ sich auch von der gutklassigen Miss Red Lady nicht mehr die Butter vom Brot beziehungsweise den 250. Sieg ihrer Karriere nehmen. Remus Eck wurde Dritter.
Eine 15 Jahre dauernde Durststrecke beendete Christian Ferstl. In einer offenen Partie führte mit lauten „Huscha“-Rufen seine Luna Barosso zum ersten Sieg seit langer Zeit. Auf die Frage, wie lange er denn schon kein Rennen mehr gewonnen hat, antwortete er launig: „Oh mei – da hat der Michael Jackson noch gelebt!“
Das war zwar nicht ganz korrekt, da der King of Pop bereits 2009 gestorben ist und Ferstls letzter Volltreffer von 2011 stammt, sorgte jedoch dennoch für Erheiterung ob der Schlagfertigkeit des glücklichen Siegfahrers. Magnum Stone und Laith H Boko komplettierten die Wette, Favorit Ocean Eyes musste diesmal passen.
Geprägt war der Renntag von vielen Nichtstartern, da derzeit in Bayern ein Virus grassiert, von dem ganz besonders auch der Stall Gramüller betroffen ist. Des einen Leid, des anderen Freud‘: In einer dezimierten Partie nutzte Melanie Fleschhut mit Iamtheonewhoknocks ihre Chance.
Sie beorderte ihren „Klopfer“ – so der liebevolle Spitzname für ihren Wallach – gleich in Front, ließ aber dann D Day As passieren. Als der an der Spitze unvermutet von den Beinen kam, war die Berufsfahrerin nicht mehr zu stoppen und auch ihr Pferd erinnerte sich an alte Gelsenkirchener Glanzzeiten und wehrte Crema di Nocci und Be The One ab.
Auch der Pfarrkirchener Robert Pletschacher profitierte vom Ausfall von einigen Gegnern, lieferte aber auch selbst mit Final Embrace überzeugend ab. Der vierjährige Hengst lief Start-Ziel ein tolles Rennen und war völlig außer Konkurrenz. Mit jeweils gebührendem Sicherheitsabstand kamen dahinter Nanika und Black Sunny ein







