Schon am Mittwoch zeichnete sich ab, dass die Nimczyk-Form anhalten würde, als Michael mit fünf Siegen aus fünf Starts die gesamte Mittagskarte des Lunch-Renntages für sich verbuchen durfte. Die Nimczyk-V5-Wette zahlte schmale 69:10 – nicht wenige hatten auf das Goldhelm-Fünferpack gesetzt.
Am Donnerstag Abend sollte es praktisch nahtlos weitergehen, sowohl in der Internationalen Derby-Meisterschaft der Amateure als auch im Shootingstar-Cup. Zunächst hatten die Aktiven und Zuschauer sintflutartige Regenfälle zu überstehen. Keine halbe Stunde dauerte der Regenguss, der für flächendeckende, teilweise über 10 Zentimeter hohe Überschwemmungen sorgte. Danach riss der Himmel auf und zumindest für die, die sich selbst wieder trockenlegen konnten, sollte es noch ein schöner Abendrenntag werden.
Im Finale drehten Thomas Maaßen und Out of the Slums – seineszeichens Vorjahressieger im Shootingstar-Cup, den Spieß um und gewannen Start-Ziel souverän gegen Frank W, der sich am Ende vergeblich streckte. Die Nimczyk-Serie in den großen Rennen der Derbywoche hielt also weiter an, Trainer des schwedisch registrierten, aber vom Deutschen Jürgen Hanke gezüchteten Wallachs ist Wolfgang Nimczyk, Besitzer Ulrich Mommert. Auf dessen Konto wanderten allein für den Finalsieg 12.500 Euro.
Thomas Maaßen freute sich sichtlich über den "größten Erfolg meiner Karriere", den er gewissermaßen seinen Kindern versprochen hatte: "Ich habe ihnen gesagt, dass wir morgen früh Kakao aus einem Pokal trinken. Nachdem ich in zwei Vorläufen jeweils Zweiter war, musste es dann im Finale klappen!" Der Onkel des Goldhelms wurde von der Familie am Winner Circle mit einer Laola-Welle begrüßt und ließ seinen Emotionen freien Lauf.
7.000 Euro waren der Lohn für den Finalsieg, womit die Stute ihre Lebensgewinnsumme verdoppelte. Sie stammt aus der Zucht von Bernhard Rosengarten aus dem westfälischen Marl und gehört nach diesem Erfolg zu den aufstrebenden Stuten des 2013er Jahrgangs.
Zwei Derby-Revanchen standen am Sonntag auf dem Programm – die jedoch beide ihrem Namen nicht gerecht wurden. Bei den Stuten dominierte Gilda Newport nach Belieben und blieb damit in ihrem Heimatland ungeschlagen. Bei den Hengsten und Wallachen war der Derbysieger Muscle Scott selbst nicht am Ablauf, so dass Orlando Jet zwar formal die Revanche gewann, ohne sich jedoch an seinem Bezwinger aus dem Vorjahr revanchieren zu können. Dass Muscle Scott eine Chance gegen den Traber des Jahres 2016 gehabt haben könnte, ist indes nicht vorstellbar.
Europäisch ging es weiter, mit dem Finale zum Super Trot Cup. Ausgerechnet zwei deutsche Vertreter, Ginger Heldia und der Lasbeker Hobard, mussten krankheitsbedingt passen. Doch am Ende jubelte trotzdem ein deutsches Team – und natürlich war es das dominierende des Meetings: Fahrer Michael Nimczyk und Besitzer Ulrich Mommert hielten die Pokale in den Händen, nachdem der von Michael Larsen trainierte Lighten up Today den europäischen Gästen gezeigt hatte, wer in Mariendorf in dieser Klasse der Herr im Hause ist. Nach einem Rennen als zweites Pferd innen hatte Michael Nimczyk den von Thomas Kestel gezüchteten Siebenjährigen ausgangs des Schlussbogens auf freie Bahn manövriert und in einem sehenswerten Drei-Pferde-Finish die Oberhand behalten. Mit der Siegprämie von 30.000 Euro gewann der Wallach den mit Abstand größten Scheck seiner Karriere und verdoppelte beinahe seine bisherige Lebensgewinnsumme.
Und dann war sie vorbei, die Derbywoche 2017. Es war wieder ein tolles Traberfest für die Aktiven und Zuschauer aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Es wurde gemeinsam gefeiert, manchmal bis in den frühen Morgen, und toller Sport zelebriert. Manch einer wünscht sich, die Derbywoche wäre mehr als nur einmal im Jahr. In etwas kleinerem Format kann man dieses Gefühl erneut zur Breeders Crown erleben – doch tief im Innern fiebert Traberdeutschland schon der Derbywoche 2018 entgegen.
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Fotos: Marius Schwarz (www.traberpixx.de)
(08.08.2017)