Wie stets am 2. Weihnachtsfeiertag wurde das letzte Saisonfinale der V75-Serien, in denen es um fast doppelt so hohe Prämien geht wie in den normalen Runden, auf der noblen Bühne im Nordwesten der schwedischen Hauptstadt ausgetragen. Im Mittelpunkt des dritten „Vinter Burst“-Kapitels stand die Gulddivisionen, die an den langjährigen Funktionär und ersten ATG-Generalsekretär Gert Lindberg erinnerte und für Milligan’s School, den kleinen Amerikaner aus dem großen Lot des Stefan Melander, als letzte Nagelprobe gedacht war, wohin die Reise durch den Winter gehen sollte. Gen Südwesten nach Paris in den Bois de Vincennes, oder aber weiter durch mehr oder weniger tief verschneite schwedische Lande.
1:13,2 für 1500 Meter sind bei guten äußeren Bedingungen keine Sondermeldung wert. Die gab’s auf den finalen 500 Metern mit 1:10,7, mit denen sich der erst vor kurzem in die oberste Klasse aufgestiegene Stepping Spaceboy die Gegner locker vom Leib hielt. War Milligan’s School längst kein Thema mehr, der als unauffälliger Sechster am Zielrichter vorbeitrudelte, so hätte sich Robert Bergh den Ausflug in Spur zwei zur Attacke auf den stramm seines 14. Siegweges ziehenden Dream-Vacation-Sohn sparen können - doch hinterher ist man immer schlauer. Dadurch ermöglichte er seinem Hintermann Elian Web den inneren Durchschlupf zum Ehrenplatz. Vierter wurde Global Trustworthy, der 500 Meter vorm Ziel das Feuer auf den Piloten in dritter Spur eröffnet hatte, vor Mr Golden Quick, den der tags zuvor in Umeå zum jüngsten Bahnchampion Schwedens aller Zeiten gewordene Magnus Djuse sparsam durchs Feld geschippert hatte. Total happy war Admir Zukanovic (34), der seit 2016 ein derzeit 36 Köpfe umfassendes Lot in der Nähe von Göteborg betreut: „Wahnsinn - als kleiner Trainer zwei Gulddivisionen in Folge zu gewinnen! Das ist es, wovon man in meiner Lage normalerweise nur träumen kann.“
Gert Lindbergs Lopp- Gulddivisionen - (int.)
2140m Autostart, 776.000 SEK
1. Stepping Spaceboy 12,5 Stefan Söderkvist 65
6j.dklbr. Hengst von Dream Vacation a.d. Stepping Space von Fast Photo
Be: Denco HB; Zü: Stall Stepping HB; Tr: Admir Zukanovic
2. Elian Web 3. Digital Ink 4. Global Trustworthy 5. Mr Golden Quick 6. Milligan’s School 7. Reckless 8. Disco Volante 9. Ragazzo da Sopra 10. Evaluate | 12,6 Janne Soronen 12,7 Robert Bergh 12,9 Jorma Kontio 12,9 Magnus Djuse 12,9 Ulf Eriksson 13,0 Björn Goop 13,1 Ulf Ohlsson 13,3 Carl Johan Jepson 13,8 Örjan Kihlström | 92 89 50 164 28 261 259 223 138 |
Sieg: 65; Richter: leicht 1¼ - 1 - 2 - ½ Länge; 10 liefen (NS Eldorado B. / Trainerwechsel)
Zw-Zeiten: 11,3/500m - 13,0/1000m - 13,2/1500m - 10,7/letzte 500m
Wert: 400.000 - 200.000 - 92.000 - 42.000 - 22.000 - 12.000 - 8.000 SEK
Zügiger als der Spaceboy ging in der Bronsdivisionen Night Brodde zu Werke, der mit Marc Elias von der „5“ wie eine Rakete losdonnerte und für den Rest des 2140 Meter langen Weges auf seiner eigenen Umlaufbahn schwebte, die sich stets zwei, drei Längen vor dem Rest befand. Vom Nurmos-Quartett war erst Magic Cash, dann Global Winner schachmatt, und als Conrad Lugauer mit dem in dritter Spur eingangs der Zielgeraden, also an „seiner“ Ecke, springenden Harran Boko ausfiel, waren die letzten zarten Zweifel am neunten Sieg des Up-and-Quick-Sohnes ausgeräumt. Der an vierter Innenposition trabende Empire Garbo kam nur noch auf drei Längen heran an den wie entfesselt 1:12,1 vorlegenden Night Brodde, der Elias seinen dritten V75-Treffer 2019 bescherte.
Mit aller Finesse
Baroness Karsks Lopp- Sto-Eliten - (int.)
2140m Autostart, 505.500 SEK
1. Dear Friend 12,8 Johan Untersteiner 40
6j.schwbr. Stute von Orlando Vici a.d. Juventas Broline von Pine Chip
Be: Mauro Fantini & Jiraporn Chunram; Zü: Bengt-Åke Nyberg; Tr: Johan Untersteiner
2. Hevin Boko 3. Ultra Bright 4. Wild Love 5. Gloria Web 6. Bugatti Brick 7. Jeepster | 12,9 Rikard Skoglund 13,0 Erik Adielsson 13,3 Kevin Oscarsson 13,5 Örjan Kihlström 13,5 Jorma Kontio 13,6 Oskar Kylin Blom | 70 52 24 210 89 511 |
Sieg: 40; Richter: leicht 1 - 1½ - 2 - 2 - ½ Länge; 7 liefen dis.r.
Zw-Zeiten: 13,5/500m - 14,3/1000m - 13,4/1500m - 11,1/letzte 500m
Wert: 250.000 - 125.000 - 62.500 - 31.500 - 18.500 - 11.000 - 7.000 SEK
Die Hände reiben konnten sich endlich auch mal die ATG-Oberen, denn echte Außenseiter-Siege waren nicht zu vermelden. Der dritte Rang blieb unter der Auszahlgrenze von 15 Kronen, so dass rund 13 Millionen in den am 31. Dezember ausgespielten Super-Jackpot wanderten, der derzeit 30 Millionen Kronen umfasst.
Im Kampf um des Königreichs begehrtestes Bahn-Championat vermochte Jorma Kontio keine Wende mehr zu erzwingen: Wie er fuhr Örjan Kihlström einmal zur Siegerehrung vor, was dem „Iceman“ mit 98 zu 95 Siegen für den zehnten Solvalla-Titel reichte. Bei den Trainern hatte ohnehin schon vor der letzten Veranstaltung Timo Nurmos nach Siegen wie „Einfuhren“ die Nase klar vor Daniel Redén und Stefan Melander.
V75-1 (Elit-Sto): V75-2 (Klass II): V75-3 (Silver): V75-4 (Stayer): V75-5 (Klass I): V75-6 (Guld): V75-7 (Brons): | Dear Friend / Johan Untersteiner Iggy B.R. / Magnus Teien Gundersen Esprit Sisu / Erik Adielsson Lövdala Principito / Emilia Leo Seismic Wave / Örjan Kihlström Stepping Spaceboy / Stefan Söderkvist Night Brodde / Marc Elias | 40 22 35 47 20 65 58 |
Umsatz V75: 51.157.329 SEK
1. Rang: 5.299 Systeme à 2.509 SEK
2. Rang: 52 SEK
3. Rang: Jackpot
Umsatz Top-7 (Klass I): 1.027.660 SEK