Das war allerdings kein Kunststück, wagte sich doch der Italiener Vlad del Ronco als einziger Vertreter des vermeintlich stärkeren Geschlechts in den Prix Joseph Lafosse für fünfjährige Sattelspezialisten, für die dies ein erster ernsthafter Schnupperkurs Richtung des gar nicht mal in so weiter Ferne liegenden Prix de Cornulier war. Die Großverdienerinnen Etoile de Bruyère, Evangelina Blue und Exotica de Retz hatten bereits unzählige Male mit wechselseitigem Ausgang die Klingen gekreuzt. Zur Favoritin erkoren die „turfistes“ Charles Dreux‘ Stute - zum Einen, weil sie sich auf längeren Wegen wohler fühlt, zum Andern, weil sie im Gegensatz zur letzten Aufgabe rundum barfuß aufgeboten wurde.
2½ Längen zurück raffte sich Evangelina Blue nach dem Schwächemoment im Schlussbogen wieder auf und jagte Evening Star den Ehrenplatz mit Hals-Vorteil ab. Weitere 1½ Längen dahinter reichte es für die ausgepowerte Exotica de Retz zu Platz vier, womit die ersten Vier streng nach Maßgabe des Wettmarkts anschlugen. „Heute begann der lange Weg zum Cornulier. Sie hat sich in den letzten Aufgaben prächtig entwickelt und enorm an Kraft gewonnen. Das Finish war schlichtweg super“, grinste Dreux übers ganze Gesicht, und Adrien Lamy ergänzte: „Sie ist unglaublich einfach zu reiten. Ich konnte sie taktisch hervorragend im Vordertreffen unterbringen, und das gute Ende war ein Kinderspiel. Macht sie so weiter, mischt sie am 19. Januar um bessere Prämien mit.“
Prix Joseph Lafosse - Monté - (Gruppe II int., fünfj. Hengste und Stuten)
2700m Bänderstart o.Z., 100.000 Euro
1. Etoile de Bruyère 14,2 Adrien Lamy 21
5j.br. Stute von Kénor de Cossé a.d. Reinette du Tijas von Ekir de Léau
Be / Tr: Charles Dreux; Zü: Jean-Jacques Levrard
2. Evangelina Blue | 14,3 Mathieu Mottier | 41 |
Sieg: 21; Richter: leicht 2½ - Hals - 12 - 1½ - ¾ Länge; 9 liefen
Zw-Zeiten: 16,5/1200m - 14,9/1700m - 14,5/2200m
Wert: 45.000 - 25.000 - 14.000 - 8.000 - 5.000 - 2.000 - 1.000 Euro
Excellent lässt bitten
Im zweiten Gruppe-Vergleich für die Generation 2014 offenbarten sich einmal mehr die Vorzüge des französischen Rennsystems, die auch Spätentwicklern sehr gute Möglichkeiten lassen, große Kasse zu machen. Mit dem selbst gezüchteten Excellent ist Laurent-Claude Abrivard bzw. dessen Sohn Alexandre erst im März 2019 ins halbklassische Niveau eingestiegen. Der holte sich im Prix Doynel de Saint-Quentin in einem Stil die dritte Gruppe-Schleife, der Appetit auf sehr viel mehr macht. Weit vorm Pfosten begann Alex fünf, sechs Längen voraus mit seinem Jubel, und nur weil er dabei die Zügel gewaltig schleifen ließ, durfte Short in Cash streng innen noch bis auf 1½ Längen heranbrausen. Gefahr drohte dem Sprössling des einstigen Seriensiegers Real de Lou, der schon die Farben der Abrivards getragen hat, jedoch längst nicht mehr, so dass der Sieg als „überlegen“ im Fahrtenbuch notiert werden kann.
Wieder einmal Pech in einem „Auswärtsspiel“ hatte Norton Commander. Anfangs Zweiter hinter Short in Cash, wurde Conrad Lugauers Fuchs durch Führungs- und Positionswechsel peu à peu nach hinten verfrachtet und erreichte die Zielgerade als Neunter. Wie in Yonkers galoppierte er im dichten Getümmel 250 Meter vorm Ziel. Schwer zu sagen, wie viel der auf dem Helenenhof geborene Gift-Kronos-Sohn der Familie Mommert zu jenem Zeitpunkt noch auf der Pfanne hatte.
Prix Doynel de Saint-Quentin (Gruppe II int., fünfj. Hengste & Stuten)
als Pendant der zweijährigen Hengste eine Beute des beim Trabernachwuchs schier unersättlichen Philippe Allaire, der solch einen Rush schon 2013 mit Be My Girl und Brillantissime vorexerziert hatte. Die drei Musketiere des Bretonen aus Dinan bevölkerten das Treppchen und kassierten 50.400 der ausgeschütteten 60.000 Euro. Nichts zu löten war gegen 18:10-Favorit Helgafell, der bereits beim ersten Vergleich auf diesem Level, dem Prix Louis Cauchois am 25. Oktober, das Maß der Dinge gewesen war. Traben ist auch bei den Youngstern erste Pferdepflicht, und daran haperte es beim Spanier Hosol Pou Rafal, bei Hélium, Barolo Roc und Custom Cheval mehr oder weniger gewaltig.
Prix Ourasi (Gruppe III int., zweij. Hengste)
2200m Bänderstart o.Z., 60.000 Euro
1. Helgafell 15,8 Eric Raffin 18
2j.br. Hengst von Charly du Noyer a.d. Baaria von Quaker Jet
Be: Ec. Normandy Spirit; Zü: Martial Turbiaux; Tr: Philippe Allaire
2. Holzarte Védaquais | 15,9 François Lagadeuc | 190 |
Sieg: 18; Richter: sicher ½ - 3 - ½ - 1 - 4 - Kopf - 1½ Längen; 11 liefen
Zw-Zeiten: keine
Wert: 27.000 - 15.000 - 8.400 - 4.800 - 3.000 - 1.200 - 600 Euro
König des Nachmittags war Eric Raffin, der vor Helgafell bereits mit Fire Cracker (für Grégory Thorel) und Elite San Leonardo (für Jean-Michel Baudouin) zur Ehrung vorgefahren war und mit dem gerittenen Deedjar du Vivier für Charles Dreux auch den Schlusspunkt setzte. Vor dem letzten Monat führt der 38-jährige mit 266 Sulky-Erfolgen sehr deutlich vor Yoann Lebourgeois, der auf 182 Zähler kommt, Franck Nivard (159) und Jean-Michel Bazire wie Matthieu Abrivard (beide 142). Bei den Reitern führt Alexandre Abrivard mit 67 Monté-Siegen klar vor Raffin (49).