Wenn es am 12. Oktober zum sechsten Mal in Finnland und dort erstmalig in Helsinki-Vermo um 400.000 Euro geht, sind die Gastgeber etwas überraschend mit zwei rundweg überzeugenden Vorlaufsiegern dabei. Welchem Finnen dies noch nicht als Lockangebot reicht, der bekommt aus den Pariser Ausscheidungen mit Face Time Bourbon einen Quali-Sieger live vorgestellt, dem viele Fachleute und noch mehr Laien zutrauen, dereinst als Prix-d’Amérique-Sieger in die Fußstapfen Ready Cashs und Bold Eagles zu treten.
So konnte Mika Forss dem von Tuomas Korvenoja vorbereiteten Lewis Ale viele Reserven bewahren und hatte den überaus leichten Sieg allerspätestens in jenem Moment in der Tasche, als Global Welcome im Schlussbogen schwer aus dem Rhythmus geriet. Zwei Längen voraus brauchte Forss die Hand für den achten Treffer des Andover-Hall-Sohnes nie ernsthaft aufzumachen. Stoletheshow hätte durch seinen Umsturzversuch fast den Ehrenplatz verschenkt: Durch den Wechsel in Spur zwei wurde die Innenbahn doch noch frei für Forfantone Am, der bis auf eine Nasenspitze heran spritzte und bei dieser Defensiv-Strategie fürs Finale reichlich Körner gespart haben dürfte. Gut dabei blieb Smokin Joe, der nicht mit über die See fahren darf, wenn’s in vierzehn Tagen ums große Geld geht: Nur die jeweils ersten Drei sind dazu auserkoren. Eine glatte Enttäuschung war Noble Superb, der im Norsk Trav-Derby rettungslos festgesessen hatte und heute aus idealer Ausgangslage keine Sonne sah.
„Ich liebe Solvalla und möchte mit Graceful Swamp gern beim Elitloppet antreten. Wenn nicht fünf-, dann sechsjährig. In meinen 45 Jahren als Trainer hatte ich noch kein Pferd, das auch nur näherungsweise dessen Klasse besaß“, gab Erkki-Pekka Mäkinen den Sportchefs von Schwedens Hauptstadtbahn, die ja stets auf der Suche nach Sahnestücken für ihre inoffizielle WM der Sprinter sind, eine Steilvorlage. Auch Moilanen hielt mit Lob nicht hinterm Berg: „Der Beste, den ich je fahren durfte!“ Vermo darf sich auf zwei Lokalmatadore freuen.
Grand Prix de l’UET (int., Vierjährige)
um 250.000 Kronen reicher. Unterwegs musste man allerdings sehr um den Schützling von Jeroen Engwerda fürchten, dem bei horrendem Tempo - 1:10,6 für den ersten Kilometer - gegen Tony Afrika lediglich die Todesspur blieb. Die machte dem vierjährigen Varenne-Sohn auf der regenschlüpfrigen Bahn im Gegensatz zum Tempomacher, der arg gebeutelt lediglich auf Rang fünf eintrudelte, erstaunlich wenig aus. In 1:11,8 - persönliche Bestzeit um 0,9 Sekunden gedrückt - war er für den zehnten Erfolg aus 13 Versuchen auch durch Co-Favorit Burning Man und Höwings Unbeatable, der als Dritter 62.500 EK einstrich, nicht zu erschüttern. „Natürlich war das ein harter Ritt, aber Ike fühlte sich so prächtig an, dass ich wenig Zweifel hatte zu gewinnen“, kommentierte Weltmeister Rick Ebbinge, der gemeinsam mit Engwerda auf einer Woge des Erfolgs segelt, wo immer er antritt.
V75-1 (Klass I): | Ike Schermer / Rick Ebbinge | 20 |
Umsatz V75: 84.872.221 SEK
1. Rang: 1.018 Systeme à 21.672 SEK
2. Rang: 236 SEK
3. Rang: 28 SEK
Umsatz Top-7 (Klass II): 1.426.298 SEK