Der 48-jährige Magnus Träff, der in Bollnäs derzeit lediglich acht Schützlinge betreut, war völlig aus dem Häuschen: „Gewiss, er ist ein guter und treuer Kumpel, der sich tapfer bis in die Gulddivisionen hochgearbeitet hat. Aber als ich die Startplatz-Ausloung für die Vorläufe gesehen habe, dachte ich: Okay, die ‚7‘ ist das Mieseste, was uns widerfahren konnte, und so sind wir ohne große Ambitionen nach Solvalla gefahren, um ein bisschen Spaß zu haben und die atemberaubenden Fans mal von Aktiven-Seite zu erleben. Auch im Endlauf war’s die ‚7‘ - das fühlt sich dann schon eiskalt an. Wir haben nur auf ein wenig zusätzliches Reisegeld gehofft, und dann ist Uffe wieder wie ein Gott gefahren!“
Der Rennverlauf
Nichts ging zu Beginn gegen Cyber Lane, der von der „3“ mit Cyber-Speed vor Lexus Dream, Pastore Bob und dem sofort nach innen dirigierten Queer Fish ans Dirigier-Pult fegte und dort nach 400 Metern Besuch durch Chief Orlando bekam, mit dem sich Björn Goop in keinerlei taktische Händel verzetteln lassen wollte. Hinter dem in Norwegen geborenen, vor einem Jahr nach Finnland verkauften Orlando-Vici-Sohn reihten sich Dante Boko, Coquin Bébe´und die beiden „Gocciadoros“ Arazi Boko und Ua Huka auf. Nach 1:07,9 für die ersten 500 Meter war in der zweiten Partiale bei 1:09,4 weiterhin kerniges Tempo angesagt, so dass Positionsänderungen ausblieben.
Es war „Opa“ Arazi Boko vorbehalten, 350 Meter vorm Pfosten die dritte Gefechtslinie zu eröffnen, und weil Ua Huka dort den Kontakt verlor, gelang es Eriksson, Queer Fish von innen weg in den Sog des alten Schweden aus Italien zu lancieren. An einen Sieg des „schrägen Vogels“ war weder dort noch zu Beginn der Zielgeraden zu denken, wo ihm auf das Spitzenduo gut und gern 25 Meter fehlten. Doch während sich Cyber Lane und Orlando Chief um jeden Zentimeter bis aufs Blut beharkten, geschah in fünfter Einlaufspur, zunächst fast unbemerkt, Erstaunliches: Wie Arazi Boko rückte Queer Fish mit jedem Sauseschritt näher. Zog Arazi Boko bei seinem 120. Start dann doch nicht mehr bis zum Anschlag durch - Platz vier einen „Hals“ hinter Cyber Lane war selbstverständlich dennoch aller Ehren wert -, so machte es der andere Varenne-Sohn umso besser und erlegte Chief Orlando um einen „Hals“.
Eriksson dürfte die 6.000 Kronen Geldbuße und drei Tage Fahrverbot, die ihm die Jury wegen übermäßigen Peitschengebrauchs aufdrückte, eher lächelnd zur Kenntnis genommen haben. Kurioserweise eroberte damit das aus dem ersten Vorlauf qualifizierte Trio auch das Final-Treppchen. Zwei Längen hinter diesem dicht beieinander liegenden Quartett sackte, auch dies nicht unbedingt erwartet, Coquin Bébé die fünfte und letzte Prämie vor Dante Boko und Pastore Bob ein, der viel Schwung beim Umkurven des müden Lexus Dream verlor.
Sweden-Cup - Finale - (Gruppe II int., UET-Masters-Serie)
1640m Autostart, 1.115.000 SEK
1. Queer Fish 09,7 Ulf Eriksson 474
10j.br. Wallach von Varenne a.d. Gambari von Victory Dream
Be: Stall Träff, Lindqvist & Andersson; Zü: Menhammar Stuteri; Tr: Magnus Träff
2. Chief Orlando | 09,8 Björn Goop | 93 |
Sieg: 474; Richter: Kampf Hals - ½ - Hals - 2½ - Hals; 9 liefen
Zw-Zeiten: 07,9/500m - 09,4/1000m - 10,3/letzte 500m
Wert: 600.000 - 300.000 - 125.000 - 60.000 - 30.000 SEK
Rennvideo: https://www.youtube.com/watch?v=K90Q-R5eY48
Sweden Cup - die Vorläufe
Cyber Lane locker vorneweg
Nichts, aber auch gar nichts deutete in den drei Vorläufen, aus denen sich die jeweils besten Drei fürs Finale qualifizierten und die in sehr ähnlichen Zeiten gewonnen wurden, auf den Endlauf-Schocker hin, obwohl beileibe nicht alles nach Plan lief. Das galt nicht für Elimination 1, in der Cyber Lane, für 1,3-fache Sieg-Odds zu haben und einer der Vorausfavoriten auf den Gesamtsieg, mit eiserner Faust regierte und im vierten Anlauf seinen ersten Saisontreffer markierte.
Sweden Cup, (int., ab vierjährig)
1640m Autostart, 197.000 SEK
Wert: 100.000 - 50.000 - 25.000 - 13.500 - 8.500 SEK
1. Vorlauf
1. Cyber Lane 10,9 Johan Untersteiner 13
6j.hlbr. Wallach von Raja Mirchi a.d. Sybaris Hanover von Cantab Hall
Be: Levaux AB; Zü: Prestera International AB; Tr: Johan Untersteiner
2. Chief Orlando | 11,0 Björn Goop | 49 |
Sieg: 13; Richter: leicht ½ - 2 - 2 - 1 - k.Kopf; 7 liefen
Zw-Zeiten: 08,6/500m - 11,7/1000m - 09,0/letzte 500m
Dante wie in alten Tagen
War in Vorlauf 2 der Sieg von Dante Boko für 36:10 keineswegs unerwartet, so kam’s hinter dem weitgereisten, seinen 98. Auftritt wie ein junger Hüpfer absolvierenden Going-Kronos-Sohn knüppeldick. Obwohl er wie eine Rakete beginnen kann, hielt sich Adrian Kolgjini mit ihm sehr zurück - und das war Gold wert. Wie zuvor Johan Untersteiner riss Björn Goop mit Chianti an der „1“ rigoros das Zepter an sich, musste dafür aber schon einiges investieren, um den im ersten Bogen bis zur Disqualifikation galoppierenden Dream de Lasserie und Dante Boko abzuwimmeln, der nach 500 Metern Todesspur in Stoneisle Ocean eine hochwillkommene Lokomotive vor die braune Nase gesetzt bekam. Außen folgten Charrua Forlan und und Ua Huka, nach innen hinter Chianti hatte sich Coquin Bébé verkrümelt.
2. Vorlauf
1. Dante Boko 10,7 Adrian Kolgjini 36
9j.br. Wallach von Going Kronos a.d. Margherita Rosa von Abo Volo
Be: Stall be the Best; Zü: Annemanna AB; Tr: Adrian Kolgjini
2. Coquin Bébé | 10,9 Jorma Kontio | 210 |
Sieg: 36; Richter: leicht 2 - k.Kopf - ½ - 2½ Längen; 7 liefen
Zw-Zeiten: 08,3/500m - 10,0/1000m - 11,6/letzte 500m
Vorlauf 3 für Finnland
Im 3. Qualifier nutzte Ari Moilanen die „1“ ebenfalls konsequent zu einem letztlich etwas unerwartet von Erfolg gekrönten Run von der Spitze, die ihm weder der alte Haudegen Arazi Boko, der bald in sein Fahrwasser dirigiert wurde, noch Eldorado B. streitig zu machen vermochten. Dafür musste der erst zum dritten Mal außerhalb der Heimat antretende finnische Derby-Zweite 2018 Lexus Dream mit 1:07,8 das zügigsten erste Drittel aller Vorläufe aufs Tapet hämmern und konnte dann das Tempo herausnehmen.
Im anschließenden Paarlaufen, aus dem sich Angle of Attack nach 400 Metern als Letzter der Sieben im Galopp abgemeldet hatte, saß Generaal Bianco als innerer Dritter rettungslos fest und vermochte seine Speed-Kapazitäten nie in die Waagschale zu werfen, weil außen Eldorado B., Target Kronos und Pastore Bob die Bude zu lange zuhielten. Dem schnellen Pastor blieb es vorbehalten, im Scheitel der letzten Biege in dritter Spur aktiv zu werden, doch näher denn auf einen „Kopf“ an den eher sicher denn nach Kampf obsiegenden Lexus Dream kam auch er nicht heran. Arazi Boko musste sich streng innen für Platz drei und damit die Chance auf die Titelverteidigung kein Bein ausreißen. (Foto: hevosurheilu.fi)
3. Vorlauf
1. Lexus Dream 10,7 Ari Moilanen 99
5j.schwbr. Wallach von Lexus Font a.d. Lovely Dream v. Coktail Jet
Be: Toni Lasila & Tony Rytkölä, FI; Zü: Toni Lasila, FI; Tr: Markku Nieminen
2. Pastore Bob | 10,7 Johan Untersteiner | 56 |
Sieg: 99; Richter: sicher Kopf - 1¼ - 1½ - Kopf - 3 Längen; 7 liefen
Zw-Zeiten: 07,8/500m - 10,1/1000m - 11,8/letzte 500m
Tor durch „Conni“
Goops Maßarbeit
Lady Snärts Lopp - Sto-Eliten - (int., Stuten)
1640m Autostart, 505.500 SEK
1. Mellby Free 10,7 Björn Goop 38
5j.dklbr. Stute von Muscle Hill a.d. Mellby Ticket von Windsong’s Legacy
Be / Zü: Stall Mellby Gård AB; Tr: Björn Goop
2. Peace of Mind | 10,8 Alessandro Gocciadoro | 43 |
Sieg: 38; Richter: Kampf ½ - 2 - Kopf - ½ - ¾ Länge; 10 liefen (NS Hillary Queen / schlechte Blutwerte)
Zw-Zeiten: 09,5/500m - 11,9/1000m - 08,8/letzte 500m
Wert: 250.000 - 125.000 - 62.500 - 31.500 - 18.500 - 11.000 - 7.000 SEK
Ein Unsichtbarer mit dem längsten Atem
Den Langstrecken-Knüller der drei tollen Tage hatte sich der Veranstalter wie üblich fürs letzte V75-Rennen aufgehoben. Im Harper Hanovers Lopp für die Supersteher, dessen Ausschüttung von 955.000 auf 1.800.000 Kronen fast verdoppelt wurde und der damit viel wertvoller war als das Sweden-Cup-Finale, zeigte sich einmal mehr, wie schwer es für die Zulagenpferde mittlerweile geworden ist, gegen feurige Kleinverdiener auf den drei Runden bis zu 40 Meter Handicap aufzuholen. Waren zum Abschluss der V75-Wette die Superreichen im Vorjahr an Platon Face gescheitert, so behielt diesmal Eelis in 1:13,1/3140m - der identischen Zeit wie der „Philosoph“ 2018 - die Nase vorn. Da konnte Handsome Brad, dessen Umfeld nach dem Triumph im Copenhagen Cup lange mit dem Elitloppet geliebäugelt hatte, kurbeln, so viel Carl Johan Jepson und Trainer Ulf Stenströmer wollten: Erstklassige 1:12,5 waren bei 40 Meter Zulage auf den Enjoy-Lavec-Sohn eben zu wenig, um mehr als den mit üppigen 445.000 Kronen versüßten Ehrenplatz zu ergattern.
Der Wallach, in dessen aktuellem Formenspiegel nichts auf einen solchen Coup hinwies und der demzufolge als zweite Nurmos-Farbe für stolze 251:10 zu haben war, flog verblüffend leichtfüßig über Handsome Brad hinweg zum siebenten Karriere-Sieg, der sein Konto von 680.300 auf 1.580.300 Kronen explodieren ließ und Timo Nurmos‘ weiterhin erstklassige Stallform untermauerte. Platz drei holte Eelis‘ steter Schatten Jet Voice sehr deutlich vor Ragazzo da Sopra, dem die Todesspur mächtig an die Nieren ging. On Track Piraten biss beim 148. Start bis zum Schluss brav die Zähne zusammen, Das reichte zu Rang fünf vor den knapp hinter ihm einkommenden Whipped Eggs, den ein Patzer im ersten Bogen ans Ende des Pulks geworfen hatte, und Outstanding, der als glückloser Siebenter nicht nur im entscheidenden Moment hinter dem nachlassenden Magic Cash in der Falle saß, sondern sich zudem den zweifelhaften Titel des „Besten ohne Prämie“ anheften durfte.
52. Harper Hanovers Lopp (Gruppe II int.; UET-Masters-Serie; ab dreijährig)
3140m Bänderstart; jeweils 20m Zulage ab 700.001 bzw. 1.600.001 SEK; 1.800.000 SEK
1. Eelis 3140 13,1 Olli Koivunen 251
5j.br. Wallach von Enjoy Lavec a.d. Mazurka Lavec von Viking Kronos
Be: Stall Tagebernhard AB & Svante Racing KB; Zü / Tr: Timo Nurmos
2. Handsome Brad | 3180 12,5 Carl Johan Jepson | 45 |
Sieg: 251; Richter: überlegen 4 - 2 - 5 - 1 - ½ - ½ - 1 Länge; 15 liefen
Zw-Zeiten: 16,1/500m - 14,3/1000m - 12,7/1500m - 13,7/2000m - 09,9/letzte 500m
Wert: 900.000 - 450.000 - 225.000 - 108.000 - 72.000 - 45.000 SEK
V75-1 (Sto-Elit.): | Mellby Free / Björn Goop 38 |
Umsatz V75: 117.348.455 SEK
1. Rang: 3 Systeme à 10.170.199 SEK
2. Rang: 22.282 SEK
3. Rang: 820 SEK
Umsatz Top-7 (Klass I): 1.855.645 SEK