(BTV-press) Einen Riesenschritt auf dem Weg zum Bronzehelm tat am Montagabend Robbin Bot. Der junge Familienvater ging mit einem Vorsprung von zwei Punkten gegen den beschäftigungslosen Josef Franzl in die letzten 2½ Rennwochen des durch den Corona-Lockdown im Frühjahr arg durcheinandergewirbelten Rennjahrs und unterstrich gleich im 1. Rennen, wie er den Abend auf der Derby-Bahn, der bis auf das letzte Rennen auch in Frankreich über die Bildschirme - nein, nicht flimmerte, sondern glasklar zu verfolgen war, zu gestalten dachte.
Quick Winner - nomen est omen - war weder von Startreihe zwei noch einer Sause durch die vierte Schlussbogenspur aufzuhalten, bei der die Besucher im Casino, so denn welche zugelassen worden wären, um ihre Programme hätten fürchten müssen, und kanzelte die konsternierten Mitstreiter locker um 2½ Längen ab.
Den zweiten Elfer verwandelte Bot nicht minder souverän mit dem hochtalentierten King of the Hill, der auch beim zweiten Auftritt geradezu königlich dominierte. Diesmal übernahm er das Zepter nach 700 Metern mit dem dreijährigen Wallach, der nach Ansicht von Trainer Mats Strandqvist vor einer großen Zukunft steht. Kein Wunder, haben doch mit Unforgettable und Expo Express zwei seiner Brüder das deutsche Derby gewonnen, und auch der Rest der Familie ist mit Yankee Elmo, Juan Les Pins und Flashback aller Ehren wert.
Und weil aller guten Dinge bekanntlich drei sind, knallte der 29-jährige in identischer Manier den nächsten „Strafstoß“ rein mit dem mächtigen, nunmehr zum vierten Mal en suite nicht zu boxenden Englishtown. Der ebenfalls von Strandqvist trainierte Wallach schlug die harte Tour an und kurbelte von der „8“ so lange durch Spur zwei, bis ihn Rolfi für die Schlussrunde auf die Kommandobrücke ließ. Dort fühlte sich der Sam-Bourbon-Sohn pudelwohl, legte beliebig Schippchen um Schippchen drauf, setzte sich ganz leicht vom Dauer-Zweiten Rolfi ab und bescherte seinem Steuermann einen 69:64-Vorteil gegenüber Franzl, den es nun bis zum Ende der Saison zu verteidigen gilt.
Im Gegenstück, dem Match für die Ärmsten, hatte Josef Sparber nicht zu viel von seinem Debütanten Klaus Hazelaar versprochen, der eine Runde vor Schluss Mister Joni H am Regiepult ablöste und sich einen Kilometer später leicht und locker von seinem Verfolger absetzte, der den Ehrenplatz ebenso sicher hatte. Der dreijährige Fuchshengst hinterließ einen prächtigen Eindruck und „wird zweifellos seinen Weg machen“, so der Bayer aus Tirol.
Zum krönenden Abschluss blieb im mitreißendsten Duell des Abends Robbin Bot ein vierter Punkt knapp verwehrt. Trotz Todesspur kannte seine Prigana keine Angst vor großen Namen oder Serien, wollte sich partout nicht mit dem Ehrenplatz gegen den sofort in Front gedüsten Purple Rain zufrieden geben und zwickte und zwackte ihn unerschrocken. Es war längst nicht entschieden, wer den letzten Mariendorfer Coup vor dem Weihnachtsfest landen würde, als die wackere Lady 120 Meter vorm Ziel aus dem Tritt kam und somit für den im Sauseschritt durch die Gewinnklassen eilenden Fast-Photo-Sohn zum siebenten Mal in Folge Prince‘ Millionen-Hit erklang.
In Thorsten Tietz‘ Hand bleibt der Wallach unbezwungen, doch hing die weiße Weste heute am seidenen Faden. Schwer nachvollziehbar daher das Votum des Zielrichters, der einen „leichten“ anstelle des tatsächlich hart erkämpften Sieges gesehen haben wollte. In momentanen Zeiten, in denen keine schriftliche Rennnachschau veröffentlicht wird, eine höchst irritierende Aussage für all jene, die sich bei folgenden Einschätzungen auf den blanken Rennbericht verlassen.
Verlass hingegen war auf die Wetter - vor allem über die PMU-Schiene. Dank der garantierten zehn Prozent Rendite stemmten die Platzwetten auf die „brandheißen“ Englishtown und Purple Rain, an denen die französische Organisation nichts verdiente, jenen Umsatz auf fast zwei Millionen Euro. Das rasierte einiges vom „deutschen“ Ertrag ab, der für den ungewohnten Termin mit 8.970,29 Euro pro Rennen recht präsentabel war.
Umsatz bei 8 Rennen: 71.762,31 Euro (incl. 63.762,29 Euro Außenumsatz)
Umsatz PMU (Rennen 1 bis 8): 1.976.472,97 Euro
Nächster Renntag des BTV: Sonntag, 27. Dezember 2020