2.427 Siege hat Rita Drees errungen, seit sie vor mehr als 50 Jahren im Oktober 1965 die Amateurfahrerprüfung abgelegt hat. Ohne Frage ist die Amazone als 14-fache deutsche Amateur-Championesse eine "Grande Dame" des deutschen Trabrennsports und natürlich über die Grenzen hinaus im Rennsport bekannt. 1976 und 1980 wurde sie Europameisterin der Amateurfahrerinnen: Und kein Amateur, weder Dame noch Herr, hat weltweit mehr Rennen gewonnen als die Trägerin des "Silbernen Lorbeerblatts", der höchsten deutschen Auszeichnung für Sportler. Ebenso unerreicht sind ihre 14 nationalen Championate, kein deutscher Hobbyfahrer und keine Hobbyfahrerin war hier häufiger erfolgreich. Auch das prestigeträchtigste Rennen für Hobbyfahrer in Deutschland hat sie sich an die Fahnen geheftet: Die Deutsche Amateurmeisterschaft gewann sie im Jahr 2003 mit Frohsinn aus dem Besitz von Marion Jauß. Schon 1966, nicht mal ein Jahr nach ihrem ersten Rennen, gewann sie die "Perlenkette" (Foto links).
Auch als Besitzerin und Züchterin ist Rita Drees im Sport aktiv: Aus ihrer Stute Sol hat sie zuletzt einige Nachkommen selbst gezüchtet, Sound und Somme sind aktuell im Rennstall und machen der Jubilarin viel Freude. Mit der französischen Stute Sentimentale, ebenfalls aus ihrem Besitz, konnte sich Rita Drees den Traum von einem Sieg in Frankreich erfüllen. Auch im Trabertempel von Vincennes war sie bereits am Start und im "Ahlsell Legends" maß sie sich im Sommer 2015 im schwedischen Solvalla mit internationalen Größen wie Stig H. Johansson.
Auf der Rennbahn war Rita Drees konsequent Amateur - ihre eigenen Pferde überließ sie in Profirennen stets Berufsfahrern. Doch um den Trabrennsports drehte sich auch ihr Berufsleben, als Abteilungsleiterin beim Hauptverband für Traberzucht und -Rennen e.V. (wie er damals noch hieß) war sie in die Verwaltung des Sportes involviert. Der Umzug des HVT nach Berlin und ihre Pensionierung fielen im Jahr 2006 zusammen - bis dahin arbeitete sie tagsüber in Kaarst, praktisch jeden Abend und am Wochenende war sie auf der Rennbahn. Amateurfahren ohne die Beteiligung von Rita Drees waren im Westen die Ausnahme, mehr als 7.500 Rennen bestritt das 1,62 Meter "kleine" Energiebündel.
Die Liebe zum Trabrennsport wurde ihr, wie auch ihrem Bruder Eckhardt, in die Wiege gelegt. Onkel Erich Speckmann startete zunächst als Amateur, wurde dann Profitrainer und betrieb höchst erfolgreich Trainingsanlagen in Hamburg sowie in Gelsenkirchen und Recklinghausen. In den Ferien begleiteten Rita und Eckhardt ihren Onkel schon früh bei der Trainingsarbeit. Während der Bruder nach dem Abitur eine Ausbildung beim Onkel begann, konzentrierte sich Rita Drees auf die Amateurfahrerkarriere und nach einer kaufmännischen Ausbildung auf die erwähnte Tätigkeit beim Hauptverband. Fast zeitgleich mit Rita Drees' Amateurkarriere begann 1965 übrigens die Laufbahn eines gewissen Heinz Wewering, der seine Ausbildung bei Erich Speckmann absolvierte.
2.427 Siege bei 7.540 Starts ergeben eine herausragende Siegquote von 32% - weitere 3.126 Platzierungen bedeuten, dass Rita Drees in rund drei von vier Rennen mit einem Geldpreis für die ihr anvertrauten Schützlinge in den Stall zurückkehrte. Fast vier Millionen Euro Rennpreise kamen so über die Jahre zusammen! Und auch nach - bei so intensiver Aktivität im Rennsport fast unvermeidlichen - Unfällen kehrte sie auf die Rennbahn zurück. Bei YouTube ist ein Video aus dem Jahr 1990 zu finden, aus der Sendung Sport 3: Zum Video
Wir gratulieren Rita Drees herzlich zu ihrem 75. Geburtstag und wünschen, dass sie dem deutschen Trabrennsport noch lange intensiv verbunden bleiben möge!
(30.04.2017)