Ausdruck dessen war das glanzvolle Ergebnis des ersten Auktionstages in Lexingtons Fasig-Tipton Sales Pavillon. Dort wird traditionell nicht lange gefackelt und gibt es seit Jahren das vermeintlich Beste nicht zum Schluss der sich über fünf Tage hinziehenden Sales, sondern zu Beginn. Die Preise explodierten gewaltig. Dass eventuell die enormen Summen, die 2011 mit 825.000 USD für den Donato-Hanover-Bruder Detour Hanover oder 2016 für Tactical Landing (800.000 USD), Bruder der Zweijährigen-Weltrekordlerin Mission Brief, gelöhnt worden waren, überboten werden könnten, hatte der ambitionierte Veranstalter wohl im Hinterkopf. Dass sie derart durch die Decke gehen würden, hat vermutlich auch er nicht auf dem Schirm gehabt.
„Wir alle haben vor Augen, was Greenshoe geleistet hat. Er ist der überragende Dreijährige dieser Saison, und dann schau dir seinen Bruder an. Er sieht so gut aus, wie ein Pferd seines Alters nur aussehen kann. Ich denke, er ist jeden Cent wert. In den nächsten Tagen werden wir sehen, wen wir noch in die Gemeinschaft aufnehmen.“ Was das vor ein paar Tagen von Woodbine Mohawk Racepark aufgelegte „One-Million-Dollar-Race“ für zweijährige Traber betrifft, das 2020 erstmals stattfinden soll und das höchstdotierte Match für zweijährige Sulkypferde überhaupt wäre, hielt sich Grant zurück: „Selbstverständlich denkt man daran. Doch wir hätten uns auch so entschieden, in Maverick zu investieren, der als Sohn Father Patricks, des neuen Shhotingstars bei den Vererbern, auch erheblichen Zuchtwert hat.“ Trainieren wird ihn Tony Alagna.
Brixton Medical trat gleichfalls als Käufer auf für Some Terror (von Somebeachsomewhere), den mit 800.000 Dollar teuersten Pacer-Jährling aller Zeiten. Für einjährige Traberstuten wurde dank Ineffable (von Cantab Hall), für die der schwedische Stall SRF des Lennart Ågren 600.000 Dollar anlegte, ebenfalls eine neue Hochwassermarke vermeldet. Ein weiterer kleiner Traberhengst wurde für 700.000 Dollar weggegeben: Nancy Johansson unterschrieb die Papiere in unbekanntem Auftrag für Really Fast, einen Muscle-Hill-Sohn aus der O’Brien-Award-Siegerin Stubborn Belle, der als „Frontfrau“ Ms Savannah Belle, Siegerin der Kentucky Sire Stakes Championship für Zweijährige, zur Schwester hat.
Wenn einem so viel Gutes widerfährt, ist das auch einen Rekord bei der Abrechnung wert: 118 verkaufte Jährlinge spülten die Rekordsumme von 18,2 Millionen Dollar in die Auktionskasse - ein Plus von 41 Prozent im Vergleich zum bereits erstklassigen Vorjahr, wo an Tag 1 allerdings nur 102 Jungspunde versteigert worden waren. Das relativiert das Plus auf „nur“ 22 Prozent pro verkauftem Jährling (154.288 zu 126.471 USD im Schnitt). 68 von ihnen kosteten 100.000 Dollar und mehr. Muscle Hill (19 Jährlinge verkauft für im Schnitt 218.421 USD) und Father Patrick (15 / 211.800 USD) führten die Riege der Vererber bei den Trabern an, Somebeachsomewhere (18 / 173.278) und Captaintreacherous (21 / 99.762) hießen die „Master“ bei den Passgehern.