Die 120. Auflage des einstigen Europaklassikers kam auf dem geduldigen Papier noch ein bisschen simpler daher für den Orlando-Vici-Sohn, zumal Spielverderber Elias diesmal mit Bijou Bourbon HM passen musste. Ein klitzekleines Handicap war Platz „9“ in Reihe zwei hinterm Startauto, das aber über 2600 Meter nur eine marginale Rolle spielen konnte, zumal Orlando Jet dort als Solist postiert war.
Für Orlando Jet wurden speziell die finalen 300 Meter zum Schaulaufen. „Normalerweise ist das nicht mein Ding, so weit vom Rest wegzufahren, aber er lag derart gut in der Hand, dass ich ihn ein bisschen marschieren lassen und dem Publikum eine kleine Show bieten wollte“, sprudelte es aus dem glückseligen „Haller Rudi“ im Interview hervor. Es war keine kleine, sondern eine große Show, wie er die international bestenfalls Mittelmaß verkörpernden Mitstreiter nach dem Motto „Wehe, wenn er losgelassen“ mal eben um zwei Weilen oder rund 30 Meter abhängte. So langweilig die Frage nach dem Sieger, so spannend ging’s um die besseren Preisgelder zu, um die sich ein Quintett raufte, zu dem Othello Victory überraschend nicht zählte. In vierter Spur schnappte sich dank ansehnlichen Speeds Jagaro Mo den Ehrenplatz vor dem innen engagierten Raphael Venus und dem zwischen diesen Beiden ackernden Cashback Pellini. Fast an den Außenrails brachte sich auch Lord Brodde recht gut ein.
120. Graf-Kálmán-Hunyady-Gedenkrennen (int., frei für alle Drei- bis 14jähr.)
2600m Autostart, 25.000 Euro
1. Orlando Jet 14,3 Rudolf Haller 11
6j.br. Hengst von Orlando Vici a.d. Chicolina von Super Arnie
Be: Stall Team Neuhof, AT; Zü: Peter Busch, DE; Tr: Rudolf Haller
2. Jagaro Mo 3. Raphael Venus 4. Cashback Pellini 5. Lord Brodde 6. Global Player 7. Othello Victory 8. Dragon Darche | 15,4 Mario Zanderigo 15,5 Hubert Brandstätter jr 15,5 Gerhard Mayr 15,5 Christoph Fischer 15,5 Erich Kubes 15,7 Gregor Krenmayr 15,8 Manfred Strebel | 203 495 168 183 320 147 76 |
Sieg: 11; Richter: überlegen Weile - 1 - k.Kopf - Hals - ¾ - 1½ Längen; 8 liefen (NS Bijou Bourbon HM)
Wert: 12.500 - 6.500 - 3.500 - 1.700 - 800 Euro
Weniger „amused“ dürfte der 54-jährige zwei Rennen später im den Dreijährigen vorbehaltenen Andor-Beess-Gedenkrennen (1600m; 2.500 Euro) gewesen sein, als ihm der an der letzten Ecke innen springende Givemeanapple / Manfred Strebel voll in die Parade fuhr, was 16:10-Chance Rammstein ebenfalls aus dem Takt brachte. Den Ausfall der beiden Gemeinten nutzte Martin Redl mit der von Beginn führenden Aristote-Stute Atalanta zum leichten Drei-Längen-Sieg, den der Totalisator mit 209:10 notierte.
Das mit 20.000 Euro überschriebene österreichische Flieger-Derby für die Generation 2015 wurde zu einer adligen Angelegenheit: 131:10-Longshot Kronprinz Rudolf hatte nach 1:13,6 5½ Längen vor den im Abstand von je einer halben Länge die Linie passierenden Mon Cherrie Venus, Hot Hulk und Amigo Venus 10.000 Euro im „Staatssäckel“. Im Sulky des Dream-Vacation-Wallachs saß Josef Gruber jr.
Alle Videos und Zielfotos der Veranstaltung gibt es hier: https://www.krieau.at/index.php/renntage/renntag?id=1725