Lange hielt es den jungen Finnen indes nicht in der Hansestadt. Schon bald zog er weiter gen Osten bzw. nach West-Berlin, wo er beim damaligen Champion Peter Kwiet unterkam. Auf der Derbybahn lebte sich Jorma Oikarinen schnell ein. Unter Kwiets Federführung übernahm er Mitte der 1970er Jahre den Privatstall Gilla des einstigen Berliner Ringers Paul Kühn, der ein großes Reiseunternehmen besaß und dessen Busse damals in Berlin ein jeder kannte. Erste Cracks, die Jorma für Kühns grün-weiß längsgestreifte Farben formte, waren die Stute Johannesburg und Hans im Glück.
Vom Heimweh überwältigt, kehrte Jorma Oikarinen 1978 zurück ins „Land der tausend Seen“ und arbeitete in Tampere – allerdings nur für ein Jahr. Die Sehnsucht nach Berlin und seiner späteren Frau Dolores war zu groß, reumütig kam er zurück. Und machte sich endgültig als Publictrainer selbstständig, mit Erfolgspferden, die in Mariendorfs internationale Klasse aufstiegen wie der aus Finnland mitgebrachte Lass Gold, Zyanstar, Exotic Ufo, der Fuchs Except - allesamt Seriensieger; später wurden Graf Engel und der familieneigene Poika stadtbekannte Größen.
Auch auf seine zweite große Leidenschaft, das Eishockey, musste Jorma in Berlin nicht verzichten. Er besaß zum damaligen Berliner Bundesliga-Vertreter BSC Preussen (bzw. den Berlin Capitals) nicht nur gute Kontakte, sondern durfte ab und an auch mit den Profis trainieren.
Nach wie vor unterhält Jorma Oikarinen, für den allein in Deutschland 1.251 Siege gelistet sind, einen kleinen Rennstall in Karlshorst, lässt es aber insgesamt ruhiger angehen und erfreut sich lieber seiner drei Enkel. Auch die 20 Kilometer von seinem Wohnort Grunewald in die Wuhlheide fährt er mit dem Auto und nicht mehr – wie früher regelmäßig – mit dem Rad.
Am Sonntag, 07.04.2019, feiert Jorma Oikarinen seinen 70. Geburtstag. Mein-Trabrennsport.de gratuliert herzlich!