Die Zeit der Statistiker ist angebrochen. Natürlich war Jean-Michel Bazire, der 20- bzw. zweifache Champion Frankreichs bei den Fahrern bzw. „Entraîneurs“, in beiden Kategorien der Mann dieser 90 tollen Renntage und setzte neue Maßstäbe.
Guaratos zweiter großer Wechsel auf eine rosige Zukunft ist Green Grass, die für den ersten Geburtenjahrgang Bold Eagles Ehre einlegte und sich im Critérium des Jeunes gegen die große Allaire-Streitmacht erfolgreich zur Wehr setzte.
Der Rest waren Einzelsieger. Camille Levesque, selten und fast ausschließlich Pferde aus dem Training ihres Bruders Thomas bzw. ihres Vaters Pierre reitend, gelang mit Dexter Fromentro im Prix de l’Île-de-France endlich der heiß ersehnte erste Triumph auf höchster Ebene. Ebenfalls kaum in den Ehrenlisten von Nobel-Rennen zu finden sind Namen wie Paul-Philippe Ploquin, Julien Le Mer (die dies Fado du Chêne zu danken haben) und Jean-Philippe Mary.
Die Sieger der elf Gruppe-I-Rennen (Rennen - Pferd - Fahrer - Trainer), chronologisch (*Trabreiten)
Critérium des 3 Ans Prix de Vincennes* Critérium Continental Prix de Cornulier* Prix d’Amérique Prix de l’Île-de-France* Prix de France Prix des Centaures* Critérium des Jeunes Prix de Paris Prix de Sélection | Björn Goop Paul-Philippe Ploquin David Thomain Alexandre Abrivard Jean-Michel Bazire Camille Levesque Björn Goop Mathieu Mottier Gabriele Gelormini Jean-Michel Bazire Björn Goop | Sébastien Guarato Julien Le Mer Sébastien Guarato Laurent-Claude Abrivard Jean-Michel Bazire Thomas Levesque Timo Nurmos Jean-Philippe Mary Sébastien Guarato Jean-Michel Bazire Sébastien Guarato |
„La Ballerine“ Bélina Josselyn
Andererseits: Auch nach zwölf Jahren war dem absoluten Vincennes-Bahnrekord nicht beizukommen. Kool du Caux‘ 2007 im Prix de France mit Franck Nivard erzielte 1:09,8 bleiben bis auf Weiteres das Maß der Dinge. Die größte Überraschung auf höchstem Niveau in positiver Hinsicht war ein Norweger. Looking Superbs Bilanz sah mit geradezu popeligen 85.122 Euro keineswegs superb aus, als er sich mit Jean-Michel Bazire in den Prix Ténor de Baune wagte, ihn tatsächlich gewann, somit die Eintrittskarte für den Prix d’Amérique als armer Schlucker löste und an jenem 27. Januar noch einen drauf setzte. Bis ihn Trainingskameradin Bélina Josselyn mit dem allerletzten Seufzer um Zentimeter abfing, war sogar der Triumph im spannendsten Amérique aller Zeiten greifbar nah.
Pferde, die im Laufe des Meetings mehr als 200.000 Euro gewonnen haben
(Abstammung, Trainer - Gewinne in Euro - Starts/Siege; ohne Nationalitäten-Kürzel: Frankreich)
1. Bélina Josselyn 2. Bilibili 3. Face Time Bourbon 4. Readly Express (SE) 5. Traders (IT) 6. Looking Superb (NO) 7 Clegs des Champs 8.Evangelina Blue 9. Feeling Cash 10. Dexter Fromentro 11. Davidson du Pont 12. Fado du Chêne 13. Coach Franbleu 14. Green Grass
| Love You Niky Ready Cash Ready Cash Ready Cash Orlando Vici Legs du Clos Speedy Blue Ready Cash Qwerty Pacha du Pont Singalo Prince d‘Espace Bold Eagle
| Jean-Michel Bazire Laurent-Claude Abrivard Sébastien Guarato Timo Nurmos Philippe Allaire Jean-Michel Bazire Thierry Raffegeau Jean-Philippe Mary Philippe Allaire Thomas Levesque Jean-Michel Bazire Julien Le Mer Franck Leblanc Sébastien Guarato
| 594.900 7 - 2 367.800 5 - 2 322.200 5 - 4 319.000 4 - 1 298.500 7 - 3 286.950 6 - 1 237.750 6 - 4 237.000 7 - 3 234.000 8 - 2 227.500 5 - 1 222.800 7 - 1 211.000 6 - 2 205.050 9 - 4 202.500 5 - 4 |
Jean-Michel Bazire drehte als Fahrer nicht weniger als elf weitere Ehrenrunden nach Siegen in Prüfungen der Kategorie II und III und konnte sich als Trainer über zwei weitere hochpreisige Titel freuen, die Alexandre Abrivard (mit Blé du Gers in der Clôture des GNT) und sein Sohn Nicolas Bazire mit Abydos du Vivier für ihn einfuhren. Lediglich im Trabreiten und bei den jüngeren Jahrgängen waren Pferde des Meisters wenig präsent, was bei ihm Methode ist: Aubrion du Gers, der als vermutlich bester Wallach der Welt mangels Engagements eine schöpferische Pause einlegen musste, Cleangame, Bel Avis - sie alle waren gleichfalls Spätentwickler, die mit steigendem Alter umso reichere Ernte einfuhren. In diese Kategorie passen die 2013 geborenen Dreambreaker und Dorgos de Guez.
Und die Deutschen?
Kaiser Jean-Mi
Im Fahren verbesserte sich der Liebling der Massen um 23 (2017/18) auf 88 Meeting-Siege. Ein Rekord für die Ewigkeit? Schließlich hat er bereits 2017 verlauten lassen, er wolle kürzer treten, nicht mehr auf jeder fahrerischen Hochzeit tanzen und sich intensiver dem Training widmen. Was dabei herauskam, waren die ersten beiden Championate als Trainer und feine Lorbeeren, die Alexandre Abrivard und sein Zug um Zug ins gehobene Fahrgeschäft involvierter Sohn Nicolas mit seinen Schützlingen ernten durften. Die alte Bestmarke stammte natürlich auch von ihm: Im Winter 2009/2010 war der Mann aus Le Mans 86 Mal als Erster am Zielpfosten.
Top 5 der Trainer nach Siegen (Rang nach Gewinnen)
1. Jean Michel Bazire 2. Franck Leblanc 3. Sébastien Guarato 4. Philippe Allaire 5. Thierry Duvaldestin | 71 1 36 3 26 4 25 2 23 6 |
Top 5 der Fahrer (Siege)
1. Jean Michel Bazire 2. Franck Nivard 3. Eric Raffin 4. Yoann Lebourgeois 5. Matthieu Abrivard | 88 48 44 31 26 |
Top 5 der Reiter (Siege)
1. Eric Raffin 2. AlexandreAbrivard 3. Yoann Lebourgeois 4. Adrien Lamy 5. Matthieu Abrivard | 27 22 15 15 15 |
Hier nochmal der Youtube-Link zu "Meeting d'hiver, le meilleur du meilleur" - das Beste vom Besten: