(nn) Färjestad, Karfreitag, 10. April 2020. Überwiegend im Zeichen der Jüngeren standen die sieben Matches am zweiten Tag der österlichen V75-Serie auf Björn Goops Heimatbahn am Nordufer des Vänersees. Da war zum Beispiel die erste von sechs Vorrunden zur Breeders‘ Crown 2020 für Drei- und Vierjährige - weitere folgen am 18. Mai, 20. Juni, 5. August, 1. September und 6. Oktober -, bei denen die jeweils sechs Besten sich die Fahrkarten für die je drei Halbfinalläufe am 25. Oktober in Solvalla sichern können. Wenn denn weiters alles nach Plan läuft und den ambitionierten Schweden das allgegenwärtige Corona-Virus keinen Strich durch die Saison-Rechnung macht.
Nach 1:13,0 waren der Fisch geputzt und zumindest die Favoritenwetter zufrieden, die für ihre Siegwetten 1,4-fachen Einsatz zurückbekamen. Dritte wurde eine weitere halbe Länge zurück Dontlooseallmoney (von Bold Eagle), die aus dem dritten Paar innen an Ies Elisabeth vorbeisprintete. Trainiert wird Ganga Bae, eine Tochter der Fünffach-Millionärin Alexia Ås, von Stefan Melander.
Nicht entmutigen von der Niederlage durch die Außenspur ließ sich Champion Ulf Ohlsson und verschrieb bei den dreijährigen Jungs Hector Sisu gegen den blitzartig nach vorn geflogenen Forever Melon das identische Rezept. In einem knallharten Fight bis zur Linie musste die Technik zu Rate gezogen werden, die einen minimalen Vorteil für den von Christoffer Eriksson selbst vorbereiteten Infinitif-Sohn auswies. Für den bei 83:10 notierten Wallach war’s nach 1:14,4 der vierte Erfolg aus sechs Versuchen, der sein Konto auf 516.300 Kronen schraubte. Auch hier saugte der letzte Kilometer in 1:12,5 der Konkurrenz das Mark aus den Knochen.
Richtig Pfeffer kam in die Königswette bei den vierjährigen Hengsten und Wallachen, in denen sich der vom Fleck weg mit Arnie Express führende Erik Adielsson ganz bequem fürs Zielfoto zurechtsetzen zu können schien. Die Rechnung war jedoch ohne den von „j.w.d.“ heranfegenden 655er Longshot Tabasco C.D. gemacht, der sich auch durch den vor ihm im Schlussbogen auf müden Beinen springenden Fort Knox nicht aus dem Konzept bringen ließ, obwohl Joakim Granlund mit ihm in Spur vier ausweichen musste. Wie sein Vater Wishing Stone weiland im Copenhagen Cup fraß der braune Hengst aus der 4,1 Millionen Kronen reichen Jodas Julia in Windeseile Gegner um Gegner und erwischte Arnie Express nach 1:12,9 auf der Linie. Nächste Aufgaben für den nunmehr vierfachen, aber mit 613.000 Kronen nicht allzu reichen Sieger: Kungapokalen und Derby, wie Trainer Stefan Granlund verriet.
„Was für ein Einstand in die Saison! Man muss einfach von diesem Typ begeistert sein. Er ist nicht viel größer als ein Pony, hat aber Herz und Lunge eines Elite-Pferds“, war Daniel Redén, der diesen Pokal bereits mit Propulsion 2016 und Perfect Spirit 2019 geholt hatte, ein wenig sprachlos, und es wurden leise Erinnerungen wach an die ebenfalls aus den USA importierte Delicious, die genauso ein Winzling mit überaus grandiosen Ergebnissen war. „Zugegeben, im Vorjahr hat er uns einige Probleme bereitet, doch über Winter hat er sich in jeder Hinsicht verbessert und ist viel stärker geworden. Er kann beginnen wie ein Pfeil, ist der Prototyp eines Sprinters“, doch die Steilvorlage von ATG-Moderator Stefan Hultman, er sei ein heißer Elitloppet-Anwärter, wollte der „Mann für die Amerika-Importe“ nicht so recht annehmen: „So weit voraus schauen wir nicht, sondern nur von Rennen zu Rennen - er ist ja erst fünf. Aber es macht verdammt viel Spaß, ihm zuzuschauen, wenn er so gut drauf ist wie heute.“
Hertigen av Värmland, Prins Carl Philips Jubileumspokal (int., Fünfjährige)
1640m Autostart, 498.500 SEK
1. Missle Hill 10,4 Örjan Kihlström 16
5j.br. Hengst von Muscle Hill a.d. India Hall von Garland Lobell
Be: Stall Zet; Zü: Silver Linden Farms, US; Tr: Daniel Redén
2. Zarenne Fas 3. Forfantone Am 4. Patent Leather 5. Evaluate 6. Noble Superb 7. Im Your Captain 8. Max Brady 9. Stoletheshow 10. Maxus | 10,6 Rikard Skoglund 10,7 Torbjörn Jansson 10,9 Erik Adielsson 11,0 Björn Goop 11,2 Carl Johan Jepson 11,2 Jorma Kontio 11,3 Tom Horpestad 17,6g Christoffer Eriksson 17,7g Kenneth Haugstad | 66 154 200 93 293 403 149 268 644 |
Sieg: 16; Richter: überlegen 1½ - 1 - 1½ - 1 - 1 Länge; 10 liefen
Zw-Zeiten: 10,4/500m - 11,3/1000m - 09,8/letzte 500m
Wert: 250.000 - 125.000 - 62.500 - 31.500 - 18.500 - 11.000 SEK
Ohne einen Patzer wie beim Saisoneinstand war Vivacious Allie, die Daniel Redén für den norwegischen Großbesitzer Kolbjörn Selmer (u.a. Looking Superb) trainiert, im Folke Hjalmarssons Minneslopp für fünfjährige Stuten eine Klasse für sich. Von der „2“ düste Örjan Kihlström mit der Muscle-Hill-Tochter ratzfatz an die Spitze, saß jederzeit drauf wie ein Major und hatte die Konkurrenz, von der Vikens Fingerprint und Lyx Håleryd, die auch die Technik für den Ehrenplatz nicht zu trennen vermochte, erst gewaltig Boden wettmachten, als die US-Amerikanerin längst zu Hause war, trotz des Vorteils von lediglich einer halben Länge sicher im Griff.
Nur ein echter Ausreißer in der sonst sehr favoritenlastigen V75-Siegerliste bescherte der ATG einen weiteren Jackpot. Nun warten am Ostersonntag in Romme zum Ende des „Spring Race“ im ersten Rang zusätzliche rund 55 Millionen Kronen auf glückliche Gewinner.
V75-1 (BC-VL 4j. Sto): V75-2 (BC-VL 3j. H & W): V75-3 (Stayer): V75-4 (BC-VL 3j. Sto): V75-5 (5j. Sto): V75-6 (BC-VL 4j. H & W): V75-7 (5j.): | Ganga Bae/ Jorma Kontio Forever Melon / Christoffer Eriksson Vikens High Yield / Robert Bergh Clockwork / Ulf Eriksson Vivacious Allie / Örjan Kihlström Tabasco C.D. / Joakim Granlund Missle Hill / Örjan Kihlström | 14 83 19 73 21 655 16 |
Umsatz V75: 37.394.781 SEK
1. Rang: 163,4 Systeme à 59.473 SEK
2. Rang: 133 SEK
3. Rang: Jackpot
Umsatz Top-7 (5j. Sto): 802.913 SEK