Am Samstagnachmittag ruhten die deutschen Hoffnungen in Vincennes wieder einmal auf Benjamin Rochard und dessen Catchdriver- bzw. Reiterqualitäten.
Zunächst steuerte der 28-jährige, 2024 nach Gesamtsiegen die Nr. 2 in Frankreich, im Prix du Bois de Vincennes (120.000 Euro) für Roger Wittmann Idéal Ligneries, der im Wintermeeting den Prix d'Amérique sowie beinahe sämtliche Vor- und Nachprüfungen bestritten und mit einer Ausnahme (Bretagne) immer Geld (insgesamt 88.700 Euro) mit in den Stall zurückgebracht hatte.
Die einmonatige Pause nach dem Prix de Paris tat dem Siebenjährigen sicher gut, war aber vielleicht doch etwas zu kurz. Nach einem Traumrennen im Rücken von Gaspar d'Angis (Eric Raffin) war Idéal Ligneries bereits ausgangs der Schlusskurve in Nöten und fiel noch bis auf Rang fünf in 1:12,1/2850 Meter zurück, womit er sein Konto um 4.500 Euro auf 681.050 Euro erhöhte.
Sowohl bei Siegfahrer Alexandre Abrivard als auch beim unterlegenen Eric Raffin konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, beide hätten bereits die am 1. April in Frankreich in Kraft tretenden neuen Peitschenregeln verinnertlich. Obwohl es äußerst knapp zu- und um viel Geld ging, beschränkten sich beide auf wildes Wippen und setzten die Peitsche so gut wie nicht ein.
Entweder hatte Rochard die Kapazitäten des Nimczyk-Schützling deutlich überschätzt oder aber jener war diesmal nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Jedenfalls brach Staccato HL (83:10) im Finish völlig ein und passierte den Zielpfosten als abgeschlagen Letzter in 1:15,5. Der Sieger Jupiter de Play (François Lagadeuc) trabte in diesem Course E stolze 1:12,1/2700 Meter.