„4 aus 3“ lautete beim starken wie schwachen Geschlecht die Pflichtformel, will heißen, die jeweils ersten Vier gehören zu jenem Dutzend, das am 11. Mai um dann 200.000 Euro (100.000 davon warten auf Sieger bzw. Siegerin) für Männer und Frauen in den Ring steigt. Nach Lage der Vorlauf-Dinge sollte die engere Entscheidung bei den Ladys allein zwischen Conrads Rödluva und Racing Brodda liegen, die ganz souverän die Pflicht vor der großen Kür erledigten. Immer wieder Spaß macht es, „Rotkäppchen“ bei der Arbeit zuzusehen. Mit dem kleinen, knurrigen Muskelpaket, die eine der Wenigen ist, die Daniel Redén von kleinauf geformt „und enorm viel über die Entwicklung junger Pferde gelernt“ hat, sah sich Örjan Kihlström die Tempoarbeit der aus sieben Versuchen sechs Siege mitbringenden Zourane Kronos 600 Meter lang an, überstellte seiner Fuchsstute dann den Marschbefehl und sauste binnen 100 Metern an der Muscle-Hill-Tochter vorbei, die in Anbetracht des Open Stretch keinerlei Widerstand bot. Der war für sie jedoch keine Alternative, denn Conrads Rödluva legte im Einlauf unangefasst in kerniger Manier zu, verabschiedete sich in 1:13,7 auf 1½ Längen zum achten Treffer aus lediglich elf Aufgaben - darunter Trav Oaks und Breeders‘ Crown - und weist neben 5.225.500 Kronen Guthaben ein gesundes Phlegma aus: Kaum vom „Iceman“ nach getaner Arbeit eingedreht, schlenderte sie entspannt daher, als ob zuvor nichts gewesen wäre. Mächtig zu knabbern hatte Zourane Kronos, um sich Activated vom Leib zu halten, wogegen zur vierten Finalistin Miss Sober 2½ Längen klafften.
Im Durchschnitt 0,7 Sekunden zügiger wickelte Racing Brodda die Pflicht ab, die Rikard Skoglund ideal im zweiten Paar außen untergebracht hatte. 600 Meter vorm Pfosten blies der Shootingstar der Saison 2018 zur Attacke, erledigte die letztlich bis auf Rang sechs abfallende Tempomacherin Fantasia Sisu im Handstreich und hatte zwei Längen voraus die in der Todesspur nie aufgebende Zeta Kronos und Intake aus dem inneren zweiten Paar total unter Kontrolle. Für die Prodigious-Tochter war’s beim 19. Auftritt der fünfte volle Erfolg; sie hat nun 1.588.250 Kronen auf dem Kerbholz.
Bei den Hengsten und Wallachen setzte Svante Båths Attraversiamo, Zweiter des Svenskt Uppfödningslöpning 2017 und Sieger eines E3-Finals 2018, den ersten Maßstab. Einen Kilometer lang ließ Erik Adielsson sich die in irrwitzigem Tempo um die Spitze beharkenden Hurricane River und Manuzio Hanover gewähren, die diesen in 1:12,4 herunter bretterten. Dann trat der Kiss-Francais-Sohn aus dem zweiten Paar außen auf den Plan, sprintete für die Schlussrunde selbst ins Kommando und hatte damit sein Pulver keineswegs verschossen, wie er später bewies. Leicht mit 1½ Längen behauptete sich der neun Siege und 2.888.500 Kronen schwere Hengst vor den beiden Amerikanern Thrust Control - der wurde in den USA geboren - und Night Rhythm aus Kanada.
Noch einen zweiten Starter brachte Lugauer ins Finale: 900 Meter vor Schluss beorderte Marc Elias den an vierter Stelle innen untergeschlüpften Ferrari Sisu nach außen, um nicht eingebaut zu werden. Der „Ferrari“ hatte nicht den kleinsten Motoren-Stotterer, zog prächtig durch und musste lediglich Evaluate vor sich dulden, den Örjan Kihlström nach 700 Metern an Townshend Broline und Smokin Joe vorbei nach vorn geschickt hatte. Dort hatte Stefan Melanders US-Import die Fäden auch beim dritten Start in der Alten Welt felsenfest in der Hand und war in 1:13,2 leicht zuhause.
An Ort und Stelle ausgelost wurden die Startplätze für die am 11. Mai stattfindenden Finals (mit Trainern), bei denen den Siegern je 100.000 Euro winken. Ohne Nationalitäten-Kürzel → Schweden
Konung Gustaf V:s Pokal
2140m Autostart
1. Thrust Control US | Stefan Melander |
Drottning Silvias Pokal
2140m Autostart
1. Zeta Wise As IT | Fredrik Linder |