(nn) Das Starterfeld für den Paralympiatravet am 25. April nimmt allmählich konkrete Konturen an. Am Dienstag akzeptierten die Verantwortlichen für Billie de Montfort, Gareth Boko und Velvet Gio die angebotenen Wildcards. Nicht dabei sein wird der automatisch startberechtigte Titelverteidiger Propulsion, so dass neben den drei siegreichen „Qualifikanten“ Disco Volante, Cyber Lane und Elian Web sowie Looking Superb noch drei Plätze frei sind für das erste große trabrennsportliche Spektakel des Königreichs, das definitiv vor leeren Rängen ausgetragen wird.
Einiges wird allerdings anders sein. Wegfallen wird die unvergleichlich elektrisierende, prickelnde Note, die die stets rund 30.000 Zuschauer aus aller Welt aufbauen, sowie die Internationalität: „Wir sind uns bewusst, dass wir wenige ausländische Cracks haben werden, denn überall ruht ja der Rennsport seit einigen Wochen, und es ist für uns schwer, Pferde, die seit Wochen nicht gelaufen sind, einzuschätzen und einzuladen - wenn deren Umfeld überhaupt bereit ist, die weite Reise anzutreten. Eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt ist angesichts des proppenvollen nationalen wie internationalen Terminkalenders praktisch unmöglich, zumal überhaupt nicht abzusehen ist, wie lange die Aussetzung von Sportveranstaltungen in den wichtigen Ländern noch anhalten wird (Frankreich hat den ‚Lockdown‘ gerade erst um vier Wochen verlängert./Anm.d.Red.). Natürlich würden wir liebend gern vor Publikum veranstalten. Am 4. Mai fällt die endgültige Entscheidung.“
„Der Sweden Cup wird wohl ausfallen, denn für den ‚kleinen Elitloppet‘ haben wir schlichtweg nicht genug Kandidaten in den eigenen bzw. skandinavischen Reihen. Die Preisgelder in Monté-Eliten und Harper Hanovers Lopp werden deutlich reduziert. Dänemark nimmt am 20. April in Aalborg den Rennbetrieb wieder auf, was uns bei der Planung natürlich hilft. Wir hoffen, dass es auch in anderen Ländern mit dem Pferderennsport weitergeht. Definitiv abgesagt ist bereits das Finlandia Ajo am 10. Mai, dessen Sieger eine Einladung zum Elitloppet bekommen hätte. Die gebührt nun dem Sieger von Solvallas Meadow Roads Lopp am 13. Mai.“
In Schweden wird der Pferderennsport, wie er seit Mitte März ohne Publikum ausgetragen wird, nicht als Sportveranstaltung, sondern als Arbeit angesehen und darf deswegen unter strengen Auflagen der Behörden durchgezogen werden, womit das Königreich in Europa eine Sonderstellung einnimmt. Überall wird auf unbedingt einzuhaltende Hygiene-Maßnahmen hingewiesen und gefordert, im Stallbereich den nötigen Abstand zueinander einzuhalten. Umziehen sollen sich die Aktiven, sofern sie keinen eigenen Stallkomplex haben, möglichst in den PKW oder Pferdetransportern, interviewt wird mit dem nötigen Abstand, oft auch aus dem Auto heraus.
Bislang fährt Schweden mit seiner etwas weicheren Haltung in der Coronakrise nicht schlecht, auch wenn sich die deutschlandweit erscheinende Boulevard-Zeitung mit den größten Buchstaben zu der Online-Schlagzeile hinreißen ließ: „Sonderweg mit laschen Regeln. In Schweden stirbt jeder elfte Corona-Kranke“. Das stimmt selbstverständlich bei 11.445 nachweislich Infizierten und 1.033 Toten (Stand 15. April, 7.00 Uhr). Länder wie Italien, Belgien, die Niederlande und Großbritannien wären heilfroh über eine solche Quote. Dort ist jeder Achte verstorben, in Frankreich jeder Siebte, in Spanien jeder Zehnte.