2017 und 2018 hatte er seinen Kollegen am Ende dennoch Saures gegeben, diesmal sieht’s ein wenig anders aus. 47 Siege beträgt derzeit „kurz nach Halbzeit“ sein Rückstand auf Eric Raffin, dem er sogar die eine oder andere Fahrt aus seinem reichhaltigen Lot zugeschanzt hat. Nur 286 Mal ist „JMB“ in seine wacklige Kiste gestiegen, Raffin hingegen 714 Mal.
Nicht nehmen lässt sich der 48-jährige die großen Nummern mit Pferden, die ihm aus dem einen oder anderen Grund ans Herz gewachsen sind. Die elegante Tänzerin Bélina Josselyn gehört dazu, der weltbeste Wallach Aubrion du Gers und eben Cleangame, den er vom hochtalentierten, seine Kapazitäten jedoch oftmals im Galopp verschleudernden Saulus zum fast lammfrommen Paulus geformt hat, der binnen 18 Monaten 14 der 17 Auftritte unter der Regie des Meister als Primus beendet hatte und 2018 GNT-Champion mit dem gewaltigsten Punktvorsprung aller Zeiten geworden war.
Während sich Avrik de Guez im ersten Band einen ausgiebigen, zur roten Karte führenden Startfehler leistete, konnte Alexandre Abrivard jenen Blé du Gers‘, der wie Cleangame und Balbir 25 Meter mehr zu arbeiten hatte, rasch ausbügeln. Ende der Startgeraden hatte Cantin de l’Eclair endlich Bilooka du Boscail die Regie entwunden. Ihnen folgten Valokaja Hindö, Verika Dairpet, Cicero Noa und dann schon Cleangame, den „JMB“ fliegend abgebracht hatte und der Balbir, Blé du Gers und Eclat de Gloire hinter sich her zog. Langes Zaudern kannte Frankreichs Superstar nicht. Im ersten Bogen dirigierte er den 16:10-Favoriten nach außen, rückte peu à peu voran, lockte Bilooka du Boscail Mitte gegenüber aus der Reserve, die sich das Kommando von Cantin de l’Eclair zurückholte, und durfte anschließend 500 Meter an dritter Stelle „Halbspur“ fahren, weil Christophe Martens mit Valokaja Hindö logischerweise den nötigen Platz ließ.
Cleangames Kontostand kletterte mit dem Jubiläumssieg auf 865.970 Euro; übernommen hatte ihn Bazire zu Beginn des Vorjahres mit 192.470 Euro. Ein Bein ausreißen musste sich der siebenjährige Wallach heute nicht: Hatte Bazire im Vorjahr die Gegner mit Aubrion du Gers in 1:10,9 vernascht, so genügten diesmal popelige 1:14,4.
Grand Prix du Conseil Municipal (Gruppe II int.)
für Dreijährige, die keine 110.000 Euro gewonnen hatten, als Generalprobe für ein Engagement im deutschen Traber-Derby auserkoren. Diesen Weg hatte unter anderem Russel November 2006 erfolgreich absolviert. Geht man nach der alten Theaterweisheit, so müsste der Sieg in vier Wochen über diese Beiden führen. Für die von Jean-Pierre Dubois gezüchtete Donato-Hanover-Tochter währte der Traum nur bis zur ersten Kurve. Dann grüßte sie gemeinsam mit Top-Favorit Aramis Bar, Alcide Roc und Amornero Roc vom Sünderturm, zu dem sich nach 700 Metern der weit voraus aus dem Tritt geratende Gilmour, im dritten Bogen Gamin des Perdrix und in der Schlussbiege Laternenträger Give Me Cash gesellten, so dass nur sechs der 13 Kombattanten nach 2875 Metern das Ziel ohne Makel erreichten.
Lange schnupperte der „königliche Krieger“ am dritten Sieg der Karriere, wurde nach hartem Kampf von Louis Baudrons Godfather um eine knappe Länge niedergestreckt und widerstand dem spät aus dem dritten Paar außen auf Touren kommenden Grand Art lediglich um eine Nasenspitze.
Prix de Berlin (Gruppe III int., Dreijähr., keine 110.000 Euro)
2875m Bänderstart o.Z., 70.000 Euro
1. Godfather 15,6 Louis Baudron 286
3j.br. Hengst von Village Mystic a.d. Horsaca von Buvetier d’Aunou
Be: Mauricette de Sousa; Zü / Tr: Louis Baudron
2. Guerrier Royal | 15,6 Guillermo Roig Balaguer | 790 |
Sieg: 286; Richter: Kampf ¾ - k.Kopf - 8 - 3½ - 1½ Längen; 13 liefen
Zw-Zeiten: 17,2/1875m - 15,8/2375m
Wert: 31.500 - 17.500 - 9.800 - 5.600 - 3.500 - 1.400 (- 700) Euro
Im Prix Club Porsche-Savole - Course E für Vierjährige (20.000 €) gab es einen Trainerpunkt für Maik Esper. Focus Quick siegte mit Fahrer T. Le Beller in 1:14,0/2.150m.