Der Artikel über die Championatsehrung 2014 trug die Überschrift „Eine große Samstagabend-Show“. Es war ein phantastisches Programm, das den Championatsträgern und ihren Fans im Januar 2015 im Gelsenkirchener Abano As-Club geboten wurde. Unter dem Motto „Jetzt erst recht“ wurde kurz nach dem Ausstieg der RSM-Gruppe aus dem Trabrennsport nicht gekleckert, sondern geklotzt. Es war ein deutliches Signal des Aufbruchs in eine neue Zeit für alle Beteiligten.
Nach einem Jahr der Konsolidierung, als der Ende 2014 von vielen erwartete Zusammenbruch durch eine starke gemeinsame Anstrengung von HVT, Rennvereinen und German Tote vermieden werden konnte, erschien nun eine Wiederholung fehl am Platze. Konsequenterweise wurde das Konzept auf den Kopf gestellt: Berlin-Mariendorf statt Gelsenkirchen, Teehaus statt Abano As-Club, Samstag Nachmittag statt Samstag Abend.
Die Rechnung, damit auch alle zu Ehrenden nach Berlin zu locken, ging dabei nicht vollständig auf. Josef Franzl, der 2016 den Bronzehelm tragen wird, ist zwar regelmäßiger Gast bei den Berliner PMU-Rennen, aber war an diesem Samstag ebenso verhindert wie Lehrlingschampion Florian Skringer. Trainerchampion Heinz Wilhalm, im „Stall Tietz“ beschäftigt und offiziell als Trainer zeichnend, blieb der Veranstaltung aus gesundheitlichen Gründen fern, und auch Dr. Friedrich Gentz als Züchterchampion wollte sich den Verpflichtungen auf der heimischen Scholle nicht entziehen – weitere Championate wollen vorbereitet werden.
Wie in den Vorjahren übernahm Christoph Pellander die Moderation der Veranstaltung und hatte sich diesmal Verstärkung ans Mikrofon geholt. Benjamin Heckmann, im Vorjahr schon für die Ehrungen der „Mein Trabrennsport“-Wahlen auf der Bühne in Gelsenkirchen, stand dem Mikrofon-erfahrenen Amateurfahrer zur Seite.
Den Anfang machte HVT-Vizepräsidentin Maren Hoever, die über die Anfänge des Trabreitens aus eigener Erfahrung berichten konnte und sich sichtlich freute, die ihren Vorjahreserfolg wiederholende Ronja Walter als Championesse in diesem Metier ehren zu dürfen. Beim folgenden Interview erfuhr man von der jungen Amazone Details über ihre berufliche Zukunft, die in der Physiotherapie liegen wird, ihre Auslandsengagements im Sattel und dass sie zu Hause im Training meist im Wagen sitzt – dennoch im Rennen auch in Zukunft nur im Sattel zu sehen sein wird.
Mit einem Gedenken an die Verstorbenen des Jahres 2015, das stimmungsvoll in Videoform dargestellt wurde, endete wie schon im Vorjahr der erste Teil der Ehrungen und Christoph Pellander gab dem Publikum die Gelegenheit, sich mit Kuchen oder einem Snack für die „zweite Halbzeit“ zu stärken.
Der Mariendorfer Hausherr ließ es sich jedoch nicht nehmen, abseits der Ehrungen kritische Worte und einen Appell an die Gäste zu richten. Er warb um Vertrauen für den Hauptverband, dem er als Vize-Präsident mit vorsteht, und insbesondere für den Präsidenten und Geschäftsführer Heinz Tell. Er versicherte, dass die handelnden Personen intensiv für das Wohle des Trabrennsports arbeiten würden, auch wenn dies ein schwieriges und zähes Unterfangen sei.
Fotos: Marius Schwarz (www.traberpixx.de)
(27.01.2016)