Aus deutscher Sicht waren dies 4-årings-Elite und das Finn Tack Europamatch für Vier- und Fünfjährige. Allmählich darf man sich hierzulande mit dem erfreulichen Gedanken abfinden, dass Paul Hagoort, Stammgast im Winner Circle des deutschen Traber-Derbys, mit dem 123. Gewinner des „schwarz-rot-goldenen blauen Bandes“ einen Crack internationaler Güte weitergeformt hat, der noch für einige Ahs und Ohs sorgen sollte.
In erstklassigen 1:10,9 unterbot er, wie’s aussah im schlanken Gang, Norton Commanders deutschen Vierjährigen-Mitteldistanzrekord für Hengste um 0,2 Sekunden. „Fernziel des Jahres ist das Europachampionat der Vierjährigen. Ich hoffe, er bleibt bis dahin gesund. Im Heat war er Paul (Hagoort) etwas zu phlegmatisch. Darum haben wir einen Klappzaum aufgezogen - schon marschierte er wie aufgezogen. Mitte der Schlusskurve wusste ich, dass ihn niemand mehr holen würde“, lautete Bakkers Fazit.
4-åringselite (int., Vierjährige)
1609m Autostart, 390.000 NKR
1. Mister F Daag 10,9 Robin Bakker 20
4j.br. Hengst von Conway Hall a.d. Miss Love von Love You
Be: Joseph Vanduffel, BE; Zü: Jean Huls, NL/DE; Tr: Paul Hagoort
2. Patent Leather | 11,1 Frode Hamre | 65 |
Sieg: 20; Richter: leicht 2 - ¾ - ¾ - 4½ - 1 Länge; 7 liefen (NS Night Rhythm)
Zw-Zeiten: 09,1/500m - 10,6/1000m - 12,2/letzte 500m
Wert: 200.000 - 100.000 - 50.000 - 25.000 - 15.000 NKR
Heart of Steel mit harter Hand
Im Vorjahr hatte sich Peter Untersteiner mit dem holländischen Generaal Bianco das Finn Tack Europamatch für Vier- und Fünfjährige, bei dem heuer der Jahrgang 2014 unter sich blieb, geholt und sah keinen triftigen Grund, nicht zum Wiederholungstäter in der 2100-Meter-Aufgabe zu werden. Erneut hatte er mit Heart of Steel einen Holländer an der Hand, der schon bei Rob de Vlieger kein Schlechter war und sich unter seiner Regie um Quantensprünge verbessert hat. „Ich halte ihn für einen Elitloppet-Kandidaten“, hatte der gebürtige Österreicher jüngst nach dem vorneweg ebenso leichten wie spektakulären Sieg im Silverdivisionen-Finale aus dem Nähkästchen geplaudert.
Der Ready-Cash-Sohn, in Vincennes mehrmals restlos überzeugend, hatte für die kleine Piste heute nicht das nervliche Rüstzeug gepackt und seilte sich nach hinten ab. Als Untersteiner an der letzten Ecke entschlossen aufs Gaspedal trat, legte Heart of Steel einen gehörigen Zahn zu und verabschiedete sich wieselflink in bestechender Manier, wobei Untersteiner senior auf sein Markenzeichen, die kerzengerade hochgereckte Peitsche, verzichten musste. Die ist in Norwegen auch für Jubelposen nicht erlaubt.
Drei Längen dahinter tat sich aus deutscher Sicht Erfreuliches: Während Hambo Transs R und Hard Times aus dem Takt gerieten - eingangs der Schlusskurve war dies auch Speedy Face widerfahren -, dankte Tsunami Diamant die bei Startplatz „10“ erzwungenermaßen innere Schonung mit feinem Sprint auf den Ehrenplatz knapp vor dem unterwegs nicht minder unsichtbaren Franzosen Elvis d’Evron.
Finn Tack Europamatch (int., Vier- und Fünfjährige)
2100m Autostart, 565.000 NKR
1. Heart of Steel 12,9 Peter Untersteiner 48
5j.br. Wallach von Cantab Hall a.d. Angel Heikant von Open the sky
Be / Zü: Michel de Bruin (Meerwestaal Moerdijk BV), NL; Tr: Peter Untersteiner
2. Tsunami Diamant | 13,1 Robin Bakker | 215 |
Sieg: 48; Richter: überlegen 3 - Hals - 1 - Kopf - 4½ Längen; 11 liefen
Zw-Zeiten: 12,0/500m - 13,6/1000m - 14,1/1500m - 10,5/letzte 500m
Wert: 300.000 - 150.000 - 60.000 - 30.000 - 15.000 - 10.000 NKR
Fest in norwegischer Hand…
…war zur Freude der Gastgeber der Energima-Cup (ehemals Bjerke-Cup), der mit einem Ergebnis endete, wie es nach den knappen Ausgängen der Vorläufe nicht leicht auszurechnen war. Der Totalisator bewertete sechs der acht Qualifikanten im zweistelligen Bereich, doch letztlich vermochte sich keiner der Vorlauf-Besten das Mäntelchen des Gesamtsiegers umzuhängen.
Im Finale fetzte sich ein Trio um die Pole Position, dass es eine wahre Freude war. Der erste Bogen rettete dem fast schon überlaufenen Donatomite die Führung, hinter den „Mittelsmann“ Gigant Invalley schlüpfte, wogegen mit The Last Ticket der dritte und äußerste Streithammel „zur Strafe“ durch die Todesspur musste - bei blanken 1:07 für die ersten 500 Meter kein Vergnügen. Auf Teil zwei ging’s nach Klärung der Fronten sehr viel betulicher zu, so dass der Kilometer in 1:11,8 und damit dem gewohnten Rahmen dieser Sprintprüfung lag und das restliche Quintett, das kurzzeitig bis zu 20 Meter Rückstand hatte, aufschließen konnte. Hinter The Last Ticket postierten sich Une Etoile Gar, Michelangelo Ås, Photo Lavec und Tango Negro, innen rückte Testimonial OK bis ins dritte Paar vor.
500 Meter vorm Ziel wurde Michelangelo Ås mit Photo Lavec als Anhängsel in Spur drei beordert, wo es für Beide bei nun wieder anziehender Fahrt zunächst nicht recht voran ging. Zu hoch gepokert hatte bei der anfänglichen Hetzjagd Frode Hamre, wie sich auf der Zielgeraden herausstellte. Donatomite hatte rasch keine Reserven mehr und wurde auf Platz sechs entsorgt - den ersten, für den es keine Öre Belohnung gab. Umso besser hatte Gigant Invalley das frühe Gemetzel verkraftet. Für Gunnar Austevoll stand die Fluchttür nach Une Etoile Gars Rückzug weit offen. Der Gigant-Neo-Sohn schlängelte sich in Spur drei und kämpfte, kaum gerade gestellt, den bereits mit dem Triumph liebäugelnden The Last Ticket um eine Länge nieder.
Energima-Cup - Finale - (int., qualifiziert die jeweils ersten Vier)
1609m Autostart, 555.000 NKR
1. Gigant Invalley 11,3 Gunnar Austevoll 97
9j.dklbr. Hengst von Gigant Neo a.d. Fachi von J.R. Broline
Be / Zü / Tr: Truls Desserud
2. The Last Ticket | 11,4 Dag-Sveinung Dalen | 88 |
Sieg: 97; Richter: Kampf 1 - 1½ - Kopf - k.Kopf - ¾ - 1 Länge; 8 liefen
Zw-Zeiten: 07,2/500m - 11,8/1000m - 10,9/letzte 500m
Wert: 300.000 - 150.000 - 60.000 - 30.000 - 15.000 NKR
Nicht „Vorwärts Deutschland“, sondern „Forza Italia“ lautete das Motto der Klass I, die Gestüt Oesterdiekens Ofelia OE beim Fight um die Spitze mit einem kapitalen Startfehler eröffnete, der durchaus mit der roten Karte hätte gewürdigt werden können. Die Love-You-Tochter durfte am Ende des Pulks weitermachen, landete jedoch auf dem brotlosen Platz acht. Nichts anbrennen ließ hingegen Rene‘ Legati, dessen Zalie Gar ihrer bei 13:10 immensen Wertschätzung vollauf gerecht wurde, Leader Racing Ribb durch die Todesspur nach Strich und Faden zerlegte und auf der Zielgeraden allein auf weiter Flur war. Nach 1:12,3/2100m wanderten 125.000 Kronen aufs Sparbuch der von Alessandro Gocciadoro vorbereiteten Varenne-Tochter, für die es beim 13. Start der zehnte volle Erfolg war.
Wie tags zuvor in Östersund begann die länderübergreifend angebotene, von der ATG abgerechnete V75-Wette, in der 29,5 Millionen SEK umgesetzt wurden, mit einer eiskalten Dusche: Obwohl an der letzten Ecke des Stayer-Lopp durch den galoppierenden Bear Hope etwas aus dem Schwung gebracht, sammelte Åsbjörn Tengsareid mit Captain Morgan aus strenger Deckung den enorm wackelnden Tempomacher Outstanding O, an dem ein weiteres halbes Dutzend vorbeirannte, ein und siegte mit 3½ Längen Vorsprung. Bei 212:10 dürften sich nur die Wenigsten einen kräftigen Durchhalte-Schnaps für die kommenden sechs Prüfungen genehmigt haben; 93 Prozent aller Systeme landeten bereits „koppheister“ im Papierkorb.
Mit einem Blitzstart aus „Loch 5“ legte Weltmeister Rick Ebbinge in der Sto-Eliten die solide Basis für Gina Schermers vorneweg ganz leicht herausgelaufenen Drei-Längen-Sieg, der 200.000 Kronen in die Kasse der Varenne-Tochter spülte. Für die in 1:11,8 dominierende Sechsjährige entwickelt sich Skandinavien mehr und mehr als ausgesprochen günstiges Pflaster. Platz zwei hielt außen herum die eiserne Europabummler Shadow Gar gegen ihre Schattenfrau Normandie Royal fest, während Peace of Mind im zweiten Paar innen in der Finalkurve gründlich die Segel strich.
V75-1 (Stayer): | Captain Morgan / Åsbjörn Tengsareid | 212 |
Umsatz V75: 29.512.518 SEK
1. Rang: 139,9 Systeme à 54.843 SEK
2. Rang: 492 SEK
3. Rang: 45 SEK
Umsatz Top-7 (Sto): 530.552 SEK