Bei den 90 Réunions (Renntage) waren in 747 Prüfungen 3.255 Pferde, 702 Trainer und 631 Fahrer und Reiter engagiert.
Wenngleich die Vierbeiner die eigentlichen Sportler und Aushängeschilder sind, gilt doch die Titelzeile oder neudeutsch Headline den Zweibeinern, die auch im Schlaraffenland Frankreich immer beim Pferd bleiben müssen.
Weil er viele Big-Points einsackte - immerhin drei der elf Prüfungen der Kategorie I (Davidson du Pont, Prix de France; Bélina Josselyn, Prix de Paris; Havana d’Aurcy, Critérium des Jeunes) gingen auf seine Kappe -, wundert es nicht, dass Sébastien Guaratos alte Winter-Bestmarke dran glauben musste in der Sparte, die den Professionals letztlich am dichtesten am Herzen liegt: dem lieben Geld. Dessen bislang größten Kassensturz von 3.520.000 Euro aus dem Winter 2015/2016 übertraf Bazire um fast 200.000 Euro. Dabei hat er sogar noch Luft nach oben, denn die Bilanz bei den Satteltrabern ist deutlich ausbaufähig. Beim Traber-Nachwuchs hat er heuer schon aufgeholt.
Je 22 Sieger nahmen Sébastien Guarato, Christian Bigeon und Jean-Michel Baudouin in Empfang. Guarato hat schon weit bessere Winter erlebt, doch dicke Trostpflaster waren die vier Gruppe-I-Triumphe durch Face Time Bourbon (Critérium Continental, Prix d’Amérique, Prix de Sélection) und Gunilla d’Atout (Critérium des 3 Ans). Für alle war Björn Goop der Verwandler, der damit in dieser speziellen Wertung die Nase vor „JMB“ (3) hatte.
Bemerkenswert: Mit lediglich zehn Pferden gelangen Charles Dreux, eine der Entdeckungen dieses Winters, neun Siege, die überstrahlt wurden von Platz zwei seiner Etoile de Bruyère im Prix de Cornulier.
Bei den im Ausland lizenzierten Trainern war Alessandro Gocciadoro (7) die Nummer eins vor Björn Goop (6).
Eric vor dem Meister
Weil er auch Spitze bei den Jockeys war, stellte er mit 93 Siegen einen neuen Meeting-Rekord auf und löste auch darin sein großes Vorbild ab: Im Winter 2018/19 war Bazire - ausschließlich im Fahren, die Monté-Bewerbe hat er vor zehn Jahren ad acta gelegt - 88 Mal „Klassenbester“.
Top 5 der „Drivers“ (Siege)
Eric Raffin 69
Jean-Michel Bazire 58
David Thomain 37
Matthieu Abrivard 35
Franck Nivard 32
Top 5 der Jockeys (Siege)
Eric Raffin 24
Alexandre Abrivard 19
Mathieu Mottier 15
David Thomain 14
Adrien Lamy 12
Die Vierbeiner
Monté-Gigant Bilibili baute das Kunststück aus, bei keinem seiner 16 Fahrversuche auch nur einen Cent zu verdienen. Zwei interesselose Attelés zu Beginn dienten lediglich dem Formaufbau fürs Satteltraben, wo der Niky-Sohn dreimal erbarmungslos zuschlug und im Prix de l’Île de France von Etonnant zum neuen Bahn- und Frankreich-Rekord von 1:10,0 in dieser Disziplin getriezt wurde.
Bei dieser Bestmarke verwundert es umso mehr, dass der absolute Vincennes-Rekord zum 13. Mal in Folge nicht wackelte noch wankte: Seit dem Sieg von Kool du Caux im Prix de France am 11. Februar 2007 steht er felsenfest bei 1:09,8.
Top Ten der Pferde (Alter, Geschlecht) - Starts im Winter-Meeting - Siege - Gewinne in Euro
Face Time Bourbon Davidson du Pont Bilibili Bélina Josselyn Etoile de Bruyère Gu d’Héripré Gunilla d’Atout Havana d’Aurcy Evangelina Blue Feeling Cash | 5j H 7j H 9j H 9j St 6j St 4j H 4j St 3j St 6j St 5j H | 5 7 5 8 7 6 5 6 7 6 | 4 2 3 2 1 4 3 4 2 - | 717.500 447.400 427.500 332.500 262.200 220.350 219.500 211.500 211.200 191.000 |
Aufgrund seiner Gewinnsumme nur drei Attelé-Chancen hatte der Wallach Cleangame, die er allesamt trotz zum Teil 50 Metern Zulage mit Bravour verwandelte. Seit dem 18. Januar kann er sich mit 149.500 Euro frischem Reisegeld in Ruhe auf im restlichen Europa anstehende Aufgaben vorbereiten. Speziell die nordeuropäischen Veranstalter reißen sich um ihn; erster Andock-Punkt könnte der Paralympia-Travet zu Åby sein.
Schwer auf die Mütze bekamen neben den deutschen die schwedischen Traber. Deren maues Endergebnis war insofern zu erwarten, als sie bei den für sie offenen Großereignissen entweder gar nicht oder wie im Prix d’Amérique Ringostarr Treb, Milligan’s School und selbst Doppel-Europameister Propulsion unterirdisch präsent waren. Kaperten sie sonst über Winter stets um die 1,5 Millionen Euro für den hohen Norden, so mussten sich die Tre Kronors heuer mit 759.450 Euro zufrieden geben, was rund 3 Prozent des ausgeschütteten Preisgeldes entspricht im Gegensatz zu 5,22 Prozent beim Meeting 2018/2019. Obwohl immer mehr „Sveriges“ den Run aufs große Geld versuchen und die Guld- und Silverdivisionen ihrer Heimat in dieser Zeit regelrecht ausgeblutet sind, schafften sie lediglich 12 Siege; in der Spitzenzeit 2014/2015 waren es deren 25.