Dahinter parkten Bon Copain, die schärfste der vier Waffen des Lieven de Groote, und Discours Joyeux ein, während außen nach hinten versetzt Balando vor Eridan das Zepter schwang. Von Discovry Dry war da noch nichts zu sehen bzw. der Wallach nur im fünften Paar auszumachen. Das änderte sich nach 700 Metern radikal. Die Gunst der mauen 1:22er Fahrt nutzte Le Beller. Discovry Dry schoss wie eine Rakete am gesamten Pulk vorbei auf den Platz an der Sonne, was ihm insofern erleichtert wurde, weil der in jeder Kurve enorme Probleme offenbarende Blues d’Ourville auch in der zweiten Biege von Verbeeck radikal zusammengehalten werden musste, um nicht auf der grünen Wiese zu landen. Einmal dank dieses Husarenstreichs vorn, war das Gröbste erledigt, denn echte Angriffe hatte der Goetmals-Wood-Sohn auf den folgenden 1200 Metern nicht zu parieren.
Bis 150 Meter vorm Ziel hielt er sich gleichauf und schien für die 790:10-Revolution schwer in Frage zu kommen. Dann machte sich Discovry Dry kurz und trocken zum 15. und finanziell wertvollstem Sieg seiner 30 Starts umfassenden Karriere frei, der mit 3½ Längen Vorsprung, die der Zielrichter sah - real waren es deren 2½ -, sogar leicht ausfiel. Runner-up war Billie de Montfort, die Gelormini erst aus den Tiefen des inneren Mittelfelds nach weit außen lavieren musste, wo sie gewaltig Fahrt aufnahm und As des Jacquets auf Rang drei verwies. Für den kam es knüppeldick, denn nach Gangart-Überprüfung wurde er nachträglich disqualifiziert; eine harte, auf Basis des vorliegenden Video-Materials gleichwohl vertretbare Entscheidung, für die man sich die in Frankreich üblichen seitlichen Sequenzen als Video-Einspielungen gewünscht hätte.
Das Pech des Außenseiters war das Glück der vier Längen zurück Kopf an Kopf folgenden Balando und Bon Copain. Ein restlos enttäuschender Eridan, immerhin Sieger der ersten Etappe und des Critérium Continental 2018, durfte mit viel Massel die letzte Prämie einstecken, musste aber den ersten Platz im Gesamtklassement für Billie de Montfort räumen. Zwischen den beiden Guarato-Trainees steht es vor der letzten Etappe, bei der es nicht nur um doppelt Geld, sondern auchdie zweifache Punktzahl gibt, 43 zu 42. Da es in Mons linksherum geht, wird man Discovry Dry dort ebenso vergeblich suchen wie beim Winter-Meeting, bei dem er mit 187.350 Euro eine Fülle von Betätigungsfeldern hätte. „Auf Linkskursen ist mit ihm überhaupt nichts anzufangen. Wir werden die ‚rechten‘ Provinzbahnen abgrasen, wo es auch einiges zu verdienen gibt“, verriet Le Beller. Nächste Ausfahrt soll in Saint Galmier sein; der dortige Parcours ist mit 1200 Metern so lang wie jener am Nienhausen Busch…
Grand Prix de Gelsenkirchen (vier- bis 14jähr. franz. Traber)
2600m Autostart, 50.000 Euro
1. Discovry Dry 14,9 Tony Le Beller 61*
6j.br. Wallach von Goetmals Wood a.d. L’Etoile Dry von Sancho Pança
Be / Zü: Ecurie Dry; Tr: Tony Le Beller
2. Billie de Montfort | 15,1 Gabriele Gelormini | 22 |
*alle Quoten von der PMU
Sieg: 61; Richter: leicht 3½ - (1) - 4 - k.Kopf - 2½ - ½ Länge; 12 liefen
Zw-Zeiten: 13,7 - 15,8 - 13,5 - 11,1 - 12,1
Wert: 25.000 - 12.500 - 6.000 - 4.000 - 2.500 Euro
Punktestand nach 4 Etappen (Wolvega, Avenches, Son Pardo, Gelsenkirchen)
Billie de Montfort | 43 (1 Sieg) |
Verteilung: 15 - 10 - 8 - 6 - 4 - 3; alle anderen 1 Punkt; Zusatzpunkte: zum 2. Mal angetreten + 1; zum 3. Mal angetreten +2 Punkte usw.
Die letzte Station:
Sonntag, 27. Oktober Mons / Belgien 2300m 100.000 Euro