Von ungefähr kam der sechste Sieg aus lediglich neun Auftritten für den muskelbepackten Sohn des nordamerikanischen Vererberstars Muscle Hill nicht. Schließlich hatte er die vorige Saison als Zweiter des Svenskt Travkriteriums abgeschlossen, in beeindruckender Manier trotz Beginns aus zweiter Startreihe in der absolut schnellsten Zeit seinen „Qualifier“ am 25. April beherrscht und war bei 2,2fachen Sieg-Odds der logische Favorit. Einzige Unwägbarkeit waren gelegentliche Unsicherheiten des „besten Pferdes, das ich in diesem Alter je hatte“, so sein 44-jähriger Übungsleiter, „aber daran haben wir fleißig gefeilt.“
Am Start war der Hengst immer mit ein bisschen Vorsicht zu genießen, und so ließ Lugauer trotz der „3“ zunächst die Anderen mal machen. Die Anderen, das waren in erster Linie an der „1“ Thrust Control, der sich letztlich gegen Attraversiamo, den hinter ihm einparkenden Baritone Artist und den außen hängen bleibenden Brothers n.Arms durchsetzte, der in der Todesspur bald von Zephyr Kronos erlöst wurde und nach einer Runde ansatzlos aus dem Takt kam. Da hatte Lugauer längst schon den Grundstein für den Erfolg gelegt. Mit einem energischen Zwischenspurt fegte er, kaum dass sich der Pulverdampf der ersten harten Bataille nach 700 Metern verzogen hatte, aus dem dritten Paar außen an allen vorbei auf die Kommandobrücke und brachte somit den härtesten Rivalen Attraversiamo in Zugzwang.
Die übrigen Prämien wurden in sehr übersichtlichen Abständen fast wie von der Wetttafel abzulesen ausgeteilt: Thrust Control hielt Evaluate deutlich in Schach und entschied das amerikanische Duell zu seinen Gunsten - beide kamen in den USA zur Welt -, und auf Platz fünf machte Ferrari Sisu das Lugauersche Glück perfekt. „Ich bin stolz und glücklich, ein solches Pferd in Händen zu haben. Warum sollte ich vor dem Rennen mit meiner Meinung hinterm Berg halten, der Sieg führe nur über uns? Ich wusste, dass niemand ein solches Tempo gehen kann, wie es Campo Bahia im Vorlauf gezeigt hat. Ich habe einen solchen Crack noch nie gefahren. Bedenkt: Es war sein neunter Start, und er ist die finalen 700 Meter um die 1:07 herunter gefegt. Es ist sicherlich nicht vermessen, in ihm in zwei, drei Jahren einen von Schwedens möglichen Amérique-Startern zu sehen. In dieser Saison stehen schwedisches und Europa-Derby klar im Fokus. Aber auch Attraversiamo hat außen herum einen tollen Job erledigt und war nicht viel schlechter“, resümierte Lugauer frank und frei. (Fotos: jagersro.se)
72. Konung Gustaf V:s Pokal (Gruppe I int., vierj. Hengste/Wallache)
2140 Meter Autostart, 2.300.000 SEK
1. Campo Bahia* 10,6 Conrad Lugauer 22
4j.br. Hengst von Muscle Hill a.d. Americandream von Extrême Dream
Be: Berchtold & Berchtold-Weber, DE; Zü / Tr: Conrad Lugauer
2. Attraversiamo* | 10,7 Erik Adielsson | 38 |
*Vorlaufsieger
Sieg: 22; Richter: leicht 1½ - 2½ - 4 - 1 - Kopf - 1 Länge; 12 liefen
Zw-Zeiten: 09,7/500m - 11,2/1000m - 11,5/1500m - 07,8/letzte 500m
Wert: 1.150.000 - 575.000 - 287.500 - 138.000 - 92.000 - 57.500 SEK
Rennvideo: https://www.youtube.com/watch?v=qS2UHGL-1Uk
Schöne Serie gerissen
37. Drottning Silvias Pokal (Gruppe I int., vierj. Stuten)
2140 Meter Autostart, 2.300.000 SEK
1. Activated 11,6 Carl Johan Jepson 624
4j.br Stute von Jocose a.d. Marelle von Viking Kronos
Be / Tr: Fredrik Wallin; Zü: Menhammar Stuteri AB
2. Conrads Rödluva* | 12,0 Örjan Kihlström | 12 |
*Vorlaufsieger
Sieg: 624; Richter: leicht 3½ - 2½ - 2½ - Hals - Kopf; 12 liefen
Zw-Zeiten: 07,9/500m - 10,3/1000m - 11,7/1500m - 10,7/letzte 500m
Wert: 1.150.000 - 575.000 - 287.500 - 138.000 - 92.000 - 57.500 SEK
Kommt ’ne Lady geflogen
Vorab hatte Junior Guelpa seiner Bahia Quesnot in der an Algot Scott, Schwedens in Åby beheimateten zwölffachen Champion der 1940er bis 1960er Jahre, erinnernden, nach Absage der fälschlich ins Programm aufgenommenen Double Exposure (2.000 SEK Strafe für Daniel Redén wegen mangelnder Sorgfalt bei der Starterangabe) sehr offenen Gulddivisionen trotz der Kürze der Strecke durchaus Chancen auf einen Stockerlplatz errechnet: „Im ‚Vitesse‘ in Cagnes-sur-Mer hat sie als Dritte in 1:09,0 gezeigt, wie gut sie über den kurzen Weg ist, und die Bahnen in Skandinavien mit ihren überhöhten Bögen scheinen ihr sehr zu behagen, wie beim dritten Rang im Olympiatravet zu sehen war.“
Wer die Worte des 583 Siege schweren, 31-jährigen Südfranzosen für bare Münze nahm, konnte bei der Siegwette 4,5fachen Reingewinn generieren, obwohl es lange Zeit nicht danach aussah. „Keine Chance für Niemand“ hieß es, an dem von der „1“ losdüsenden Whitehouse Express vorbeizukommen. Das erfuhren die mächtig drückenden Going for Gold Zaz und Day or Night In, der schließlich den äußeren Anführer geben musste und neben dem Scarlet-Night-Sohn auch Probo OP, Lionel und Bahia Quesnot durch die zweite Spur schleppte, während sich hinter Whitehouse Express Baron Gift, Testimonial OK und Montdore einrichteten. Weil Day or Night In kaum echten Druck aufbaute, konnte Kihlström seinem Express viele Körner fürs Finale aufsparen, in dem der Yankee-Glide-Sohn überraschend früh die Waffen streckte.
Unmittelbar nach der Zieldurchfahrt gab’s das erste Siegerinterview um diese Jahreszeit mit der obligatorischen Frage nach einem Elitloppet-Start. „Wenn ich eine Einladung bekomme, sind wir dabei. Es würde sich ein Traum erfüllen. Vor 16 Jahren war ich als Pfleger und Lehrling dabei, als mein Vater in diesem Monsterrennen Frankreich mit Hamster Dore vertreten durfte. Das ist mir unvergesslich geblieben.“ Eine halbe Stunde später hatte Solvallas Sportmanager Anders Malmrot tatsächlich ein rosarotes Einladungskärtchen für die Stute aus dem Ärmel gezaubert, die erst Mitte Dezember von Cédric Herserant zu den Guelpas gekommen ist und dort trotz ihrer acht Jahre eine erstaunliche Entwicklung genommen hat: Auf Anhieb ein Sieg im Großen Weihnachtspreis von Cagnes, der schlichtweg sensationelle Ehrenplatz im Prix de Belgique, der ihr die Eintrittskarte zum Prix d’Amérique bescherte (in dem sie nichts zu bestellen hatte) sowie die beiden bereits erwähnten dritten Ränge - die Scipion-du-Goutier-Tochter hat zwar erst acht Siege aus 77 Versuchen, jedoch 6.241.250 Kronen im Fahrtenbuch stehen.
Algot Scotts Minne - Gulddivisionen - (int.)
1640m Autostart, 409.500 SEK
1. Bahia Quesnot 10,5 Junior Guelpa 55
8j.br. Stute von Scipion du Goutier a.d. Queen Ines von Install
Be: Tahar Ait-Hamouda, FR; Zü: Alain Léon Lefèbvre, FR; Tr: Junior Guelpa
2. Baron Gift | 10,5 Anders Svanstedt | 144 |
Sieg: 55; Richter: sicher ½ - 2 - 1½ - Hals - Kopf; 9 liefen (NS Double Exposure / falsche Starterangabe durch den Trainer)
Zw-Zeiten: 07,5/500m - 09,8/1000m - 11,5/letzte 500m
Wert: 200.000 - 100.000 - 50.000 - 26.500 - 17.000 - 10.000 - 6.000 SEK
Zweifellos mehr als Platz drei in der ebenfalls über 2½ Runden führenden Klass I hätte Gustavson Be verdient. Mit dem laufgewaltigen Fuchs fand Victor Gentz von der „8“ keine Lage, ackerte die ersten 700 Meter durch Spur drei, bis er die Führung der zweiten Reihe übernahm, und konnte dort nicht verschnaufen, als Whipped Eggs an ihm vorbei gleich an die Spitze durchzog. Auch den Rest des Weges musste der Juliano-Star-Sohn die Härte der Todesspur auskosten und bekam für die vermutlich beste Leistung der Karriere 31.000 Kronen angeschrieben. Doch auch Whipped Eggs sollte nach einem nicht minder anspruchsvollen Transport die 125.000 Kronen für den Sieger nicht einstreichen. Aus der Deckung entwickelte der von Muscle Hill gezeugte Mellby Club eindeutig den meisten Speed und war mit Jorma Kontio leicht um 1½ Längen voraus.
V75-1 (Silvia-P.): | Activated / Carl Johan Jepson 624 |
Umsatz V75: 96.397.564 SEK
1. Rang: 24,48 Systeme à 2.081.204 SEK
2. Rang: 2.477 SEK
3. Rang: 89 SEK
Umsatz Top-7 (Silver): 1.527.268 SEK