Wenngleich es stets einiges Aufwands bedarf, die Cracks übers Baltische Meer auf Schwedens Sonneninsel Gotland zu schippern, so lassen sich doch illustre Gäste nie lumpen. Hauptereignis war der Gotlandslöpning, in dem es für den Sieger um immerhin 150.000 Kronen ging. 14 Mal hat allein Stig Johansson dieses seit 1987 ausgetragene Rennen als Trainer, elfmal als Fahrer gewonnen; vier Schleifen holte Piper Cub, drei der auf Gotland geborene Digger Crown; Cracks wie Triton Sund und Commander Crowe haben sich „für eine Handvoll Kronen“ in der Siegerliste verewigt.
In 1:11,7 und somit genau eine Sekunde über dem im Vorjahr von Love Matters auf 1:10,7 gedrückten Rennrekord war der 18. Sieg Perfect Spirits unter Dach und Fach - zugleich der vierte aus den letzten fünf Jahren des Gotlandslöpning für Trainer Daniel Redén: 2017 und 2018 hatte ebenfalls „ÖK“ mit dem heuer blassen Whitehouse Express bzw. Love Matters die Kastanien aus dem Gotländer Feuer geholt, 2015 war dies Ulf Ohlsson mit Traveling Man vergönnt.
Gotlandslöpning (int.)
2120m Autostart, 293.500 SEK
1. Perfect Spirit 11,7 Örjan Kihlström 14
5j.br. Hengst von Andover Hall a.d. Good Common Cents von Kadabra
Be: SRF Stable (Lennart Ågren); Zü: Hanover Shoe Farms, US; Tr: Daniel Redén
2. Pastore Bob | 11,8 Johan Untersteiner | 69 |
Sieg: 14; Richter: leicht 1½ - 1½ - ½ - ½ - 1 Länge; 8 liefen
Zw-Zeiten: 11,0/500m - 10,8/1000m - 12,8/letzte 500m
Wert: 150.000 - 75.000 - 37.500 - 19.000 - 12.000 SEK
Conrad Lugauer auf großer Kaperfahrt
Mit dem dritten V86-Sieg in der abschließenden Klass II avancierte der gebürtige Bayer endgültig zum Mann des schnuckeligen Abends. Mit Carotene musste er allerdings von der „8“ mächtig durch die vierte und dritte Spur des ersten Bogens kurbeln, bis er nach 500 Metern endlich in Front war. Sah es zu Beginn der Zielgeraden nach dem nächsten leichten Sieg aus, so musste er sich doch noch mächtig rühren. Der bereits abgeschüttelt gewähnte Messiah nahm das Gebiss noch einmal an und raufte sich bis auf eine halbe Länge heran. Einen Wermutstropfen träufelten die Stewards in diese Gala: Weil er es im ersten Bogen gegen den daraufhin springenden Shadow zu eng gemacht hatte - die beiden Sulkys touchierten -, brummten sie ihm 2.000 Kronen Buße und ein Fahrverbot vom 29. Juli bis 2. August auf. Glück im Unglück: Am Tag des deutschen Stuten- wie des Derbys darf er die Leinen wieder selbst in die Hand nehmen.
Zu den drei Treffern - seinen Nummern 57 bis 59 als Fahrer bzw. 82 bis 84 als Trainer, womit er heuer bei 36 bzw. 31 „Siegprozenten“ effektiv wie nie zuvor agiert -, kamen die Plätze zwei für Admirer (50.000 SEK), vier mit Restless Heart (12.500 SEK) und sechs durch Alegra B. (4.500 SEK). Macht 282.000 Kronen für die gelungene Kaperfahrt, was das Saisoneinkommen des Quartiers auf 8.046.359 Kronen streckte. Das dritte Zehn-Millionen-Kronen-Jahr nach 2016 und 2018 steht praktisch vor der Tür.
Unmittelbar darauf waren im Prix de Rochechouart vier- und fünfjährige Stuten bis 109.999 Euro Gewinnsumme über 2150 Meter gefordert. Erneut ging der Sieg durch die seit Anfang der Saison von Vincent Lacroix in Grosbois trainierte Vipera Killer Gar ans Zuchtgebiet der Azzurri. Mit der Varenne-Tochter übernahm Eric Raffin einen Kilometer vorm Ziel endgültig das Kommando und kam in 1:12,2 zu 1:12,3 sicher mit einer Länge gegen die von Franck Nivard chauffierte gebürtige Schwedin Helena di Quattro zum Zuge. Ein Riesenrennen zumeist „mit der Nase im Wind“ erst in vierter und dritter, später in zweiter Spur absolvierte Mike Lenders‘ Voyage d’Amour, mit der Matthieu Abrivard trotz des strammen Pensums für „Bronze“ und 6.020 Euro nie in Gefahr geriet.