Auf dem 1614 Meter weiten Rechtskurs 20 Kilometer südöstlich von Laval wurde turnusgemäß der Grand Prix Anjou-Maine um 90.000 Euro entschieden, für den Jean-Michel Bazire auch im Hinblick auf das in einem Monat anrollende Winter-Meeting von Vincennes eine fünfköpfige Armada geschickt hatte. Seinen Star Cleangame, der den greifbar nahen Titel des UET-Masters am 7. September eine Länge voraus Mitte der Zielgeraden versprungen hatte, nahm er wie gewöhnlich selbst an die Hand. Dazu kamen Blé du Gers, Dorgos de Guez, Super Fez und Dreambreaker, der die erste Ausfahrt nach vier Monaten Regenerationszeit mit Romain Congard rundum beschlagen absolvieren durfte.
Eine Rolle spielte aus diesem Quintett allein der 13:10-Favorit, der sich für das Malheur im Masters-Finale gründlich schadlos hielt und dank des 26. Sieges dicht an die runde Million heranpirschte: 988.470 Euro prangen nun auf dem Konto des Anfang 2018 zu Bazire gewechselten Braunen, der drauf und dran ist, die Fußstapfen seines Vorgängers auf diesem Siegerpodest zu füllen: des im Sommer tödlich verunglückten Aubrion du Gers.
Es war die kurze Galoppade Bugsys eingangs der letzten Kurve, die „JMB“ bestens gemundet haben dürfte. Die Führung fiel Cleangame dadurch in den Schoß, und die ließ er sich auch nicht von Ce Bello Romain abjagen, den er mit „Ausgucken“ ganz leicht um eine Länge in Schach hielt. Ohne den Aussetzer wäre vielleicht Bugsy Malone der kniffligere Widerpart gewesen, der auch im Einlauf in der Innenspur wackelte. In der entscheidenden Phase hatte ihn sein Chauffeur jedoch im Griff und zirkelte ihn mit viel Wohlwollen der Stewards zu Rang drei vor Gross Weight und Diablo du Noyer, für die der Zielrichter sicherheitshalber einen Blick aufs Foto warf. Wie nicht anders erwartet machten die übrigen Bazire-Eleven der Mayenne ihre Aufwartung nur zum Spazierenfahren. Ihr trautes Kaffeekränzchen der letzten Vier sprengte allein Be Bop Haufor; ein bisschen mehr hätt’s vor allem für den innen an fünfter Stelle eingeparkten Dreambreaker doch sein dürfen.
„Er war heute wieder bärenstark“, kommentierte „JMB“, „als Yoann eine Runde vor Schluss so herzhaft angriff, sah ich keinen Grund gegenzuhalten. Cleangame muss nicht immer alles allein bewerkstelligen und ist wie gesehen auch aus dem Windschatten prima einsetzbar. 500 Meter vorm Ziel stand alles auf ‚Grün‘. Das war ein ganz leichter Erfolg.“ Am 13. Oktober soll der Ouragan-de-Celland-Sohn auf seinem Weg, der beste Wallach der alten Welt zu werden, sein „Présent“ im Grand Prix du Sud-Ouest geben, der heuer in Toulouse ausgetragen wird. Danach steht am 30. Oktober in Vincennes der Prix des Cevennes auf seiner Arbeitsordnung.
Grand Prix Anjou-Maine (Gruppe III int., Fünf- bis Zehnjähr.)
2875m Bänderstart, plus 25m ab 420.000 Euro; 90.000 Euro
1. Cleangame 2900 13,5 Jean-Michel Bazire 13
7j.br. Wallach von Ouragan de Celland a.d. Red Bell von Jag de Bellouet
Be: Jean-Michel Rancoule; Zü: Alain-Louis Beaumont; Tr: Jean-Michel Bazire
2. Ce Bello Romain | 2875 14,2 Anthony Barrier | 110 |
Sieg: 13; Richter: leicht 1 - 4 - 1½ - Kopf - 1½ - ½ Länge; 16 liefen
Wert: 45.000 - 25.000 - 14.000 - 8.000 - 5.000 - 2.000 - 1.000 Euro