Indes nicht Jean-Michel Bazire, wie früh (und verkehrt) spekuliert, hieß die neue Übungsleiter-Adresse, sondern Erwin Bot, der ja gerade mit Broadwells Stallgefährten Great Gatsby As und vor allem City Guide „en France“ für einiges Aufsehen gesorgt hat.
Der stellte den von Jens Janssen gezüchteten Sohn der Boria erstmals nach dem 1:15,3-Probelauf am 8. März zu Wolvega dem wettenden Publikum vor und hatte sich in Enghien mit dem bei 184.999 Euro geschlossenen Prix du Pont d’Iena eine nur der Gewinnsumme nach sehr passende Aufgabe ausgesucht. Die führte über 2875 Meter, und so sehr der körperlich unscheinbare Braune die 1300-Meter-Bahn im Norden von Paris mag - hier holte er zwei seiner drei Frankreich-Siege -, so sehr hatte er bislang an Langstrecken wie den geforderten 2875 Metern zu knabbern, auf denen ihm bei zwei Versuchen nichts Bemerkenswertes gelungen war.
Beim dritten Mal war alles anders. Bot verschrieb ihm ein streng defensives Regime, das Gabriele Gelormini, sonst ein „Stangenfahrer“ schlechthin, perfekt in die Tat umsetzte. Basis war trotz der „zwei Runden rum“ ein zügiger Beginn, der ihm sofort hinter der nur kurz führenden und dann durch Victor Ferm abgelösten Elana Sport ein windschattiges Plätzchen als Dritter der inneren Spur bescherte. Hinter ihm reihten sich Maharani de Baroda, Eden Basque und Eclair du Mirel ein, außen führte Ecume de Reville vor Eliséo, Epsom des Brousses, dem auch bei den beiden Fehlstarts bewusst hinter den Pferden eingesetzten Favoriten Alcoy und Deutschlands noch mäßiger anfangenden Derby-Zweiten Flying Fortuna das Wort.
Der Ehrenplatz in der speziell auf Seiten der Franzosen klassemäßig nicht allzu stark besetzte Aufgabe - der viertplatzierte Eliséo als ihr Bester hat von 27 Versuchen nur zwei gewonnen - ist kein Muster überragenden Wertes; ein guter Wegweiser für die richtige Richtung ist er jedoch allemal, und die ausgelobten 15.750 Euro sind ebensowenig zu verachten. Flying Fortuna hingegen blieb selbst in dieser Gesellschaft erschreckend blass und wartet nach dem sechsten Frankreich-Auftritt weiter aufs erste Hafergeld.
Prix du Pont d’Iena (int., Fünfj., keine 185.000 Euro, nicht 1., 2. oder 3. eines Gruppe-I-Rennens in den letzten 12 Monaten)
2875m Bänderstart o.Z., 63.000 Euro
1. Victor Ferm 15,0 Andrea Guzzinati 42
5j.br. Hengst von Nad Al Sheba a.d. Gavina di Casei von Uronometro
Be: Massimo Passoni, IT; Zü: Az.Agr.All. Ferm, IT; Tr: Mauro Baroncini
2. Broadwell 3. Alcoy 4. Eliséo 5. Maharani de Baroda 6. Elana Sport 7. Epsom des Brousses 8. Eclair du Mirel 9. Flying Fortuna 10. Ecume de Reville Eden Basque | 15,0 Gabriele Gelormini 15,1 Christophe Martens 15,1 Adrien Lamy 15,3 David Thomain 15,3 Miguel Mestre Suner 15,4 Eric Raffin 15,4 Matthieu Abrivard 16,0 Franck Ouvrie 16,7 Alexis Prat dis.r. Alexandre Abrivard | 97 26 98 110 113 71 910 890 1020 450 |
Sieg: 42; Richter: sicher Hals - 1 - Hals - 2½ - Kopf - 1 Länge; 11 liefen (NS Exit Money)
Zw-Zeiten: 18,0/1875m - 15,9/2375m
Wert: 28.350 - 15.750 - 8.820 - 5.040 - 3.150 - 1.260 - 630 Euro
Link zum Rennvideo: https://www.letrot.com/fr/replay-courses/2019-03-26/7502/4