Gut eintreten konnte Bold Eagle schon immer, „hole one“ verschaffte ihm ohne sonderliche Kraftvergeudung ein feines Plätzchen als innerer Vierter hinter Lindy the Great, Atlanta und Guardian Angel Ås. Als sich der Rauch des Kampfes um die Pole Position ausgangs der ersten Kurve bei strömendem Regen verzogen hatte, trat Bold Eagle zügig auf den Plan der zweiten Spur. Nur kurz hielt Louis-Philippe Roy mit Lindy the Great gegen, überließ dem Franzosen zügig das Kommando, und der fühlte sich nach sechs Wochen Rennpause - angereist war er mit einem zweiten Rang aus Le Croisé-Laroche zu Tony Gio - im Schlammbad pudelwohl. Keine Chance hatte der tapfer durch die Todesspur stapfende Six Pack, ihm wirklich an die Gurte zu kommen, ja musste sich mehr darauf konzentrieren, dass die in sein Fahrwasser dirigierte Atlanta ihm nicht den üppigen Ehrenplatz stibitze. Von all dem unbeeindruckt zog Bold Eagle zwei Längen voraus unter minimalen Aufmunterungen Sears‘ seine Bahn.
Breeders Crown - Trot/ Open - (ab dreijährig, free for all)
1609m Autostart, 500.000 USD
1. Bold Eagle 09,6 Brian Sears 28
8j.dklbr. Hengst von Ready Cash a.d. Reethi Rah Jet von Love You
Be: Pierre Pilarski, Fam. Bernereau, Ec.Fouquette; Zü: Jean-Etienne Dubois; Tr: Sébastien Guarato
Pfleger: Hugues Monthulé
2. Sixpack 09,9 | 09,9 Åke Svanstedt | 57 |
Sieg: 28; Richter: leicht 2 - ¼ - 2½ - 3¾ - 1½ - 3¾ Längen; 11 liefen
Wert: 250.000 - 125.000 - 60.000 - 40.000 - 25.000 USD
Video: https://www.youtube.com/watch?v=UOeq-FsAwas
Die Krone verteidigt
Eindeutig zweibeiniger Chef im Ring der dreijährigen Traber-Hengste war Marcus Melander, dessen drei „G“-Musketiere Greenshoe, Gimpanzee und Green Manalishi den Löwenanteil beigetragen haben, dass Stefan Melanders Neffe trotz nur 298 Startern mit 4,7 Millionen USD (Trainerchampion Ron Burkes Streitmacht führt mit 4.147 (!) Startern und 18,4 Mio. USD) auf Platz vier der „money ranking list“ der Übungsleiter liegt. Es war jedoch nicht seinem Aushängeschild Greenshoe vorbehalten, für den großen Wurf zu sorgen. Ausschlaggebend für dessen 2019 dritten Ehrenplatz - die restlichen zehn Aufgaben hat er allesamt gelöst - waren die vor ihm springenden und ihn aus dem Schwung bringenden Super Schissel und Don’t Let’em. Gut, dass dafür „Stablemate“ Gimpanzee resolut in die Bresche sprang und den im Vorjahr in Pocono Downs errungenen Titel locker verteidigte.
Da hatte sich Gimpanzee längst Forbidden Trade gründlich zur Brust genommen und drei Längen auf den nunmehr ärgsten Verfolger Soul Strong herausgeholt, von dem der Chapter-Seven-Sohn überaus bequem lebte. Es spricht für Greenshoes Klasse, der dort sechs Längen Rückstand hatte, wie er diese in Windeseile auffraß. Den Trainingsgefährten erwischte er nicht mehr, wohl aber den vergeblich fightenden Soul Strong. Drei weitere Längen zurück holten mit Chin Chin Hall vor Goes Down Smooth zwei weitere am Wettmarkt fast Unberührbare die Schecks vier und fünf in erster Linie dank des Ausfalls des beim Vorlaufsieg so imponierenden Don’t Let’em und der matten Vorstellungen Green Manalishis und Forbidden Trades.
Für den vor zwei Jahren in Harrisburg von den Schweden Lennart Ågren und Anders Ström für 170.000 Dollar erworbenen Gimpanzee war’s der siebte Saisonsieg aus zwölf Starts, der ihn fast zum Einkommensmillionär machte: Nach 591.358 Dollar in 2018 stehen für 2019 deren 997.163 auf seiner Steuerkarte; mehr hat im Traberlager Nordamerikas allein sein Kumpel Greenshoe zu bieten, der bei 1.289.550 Dollar angelangt ist. „So ähnlich war mein Matchplan“, gab David Miller anschließend preis, „ich wollte mit möglichst geringem Aufwand eine gute Position ergattern und ihn nach etwa der Hälfte des Weges in zweiter Spur marschieren lassen. Er ist ein großer, starker Kerl, der des Öfteren gezeigt hat, dass er mit so einer Taktik fertig wird. Und auf dem home stretch hatten wir Schiebewind…“
Breeders Crown - Trot - (dreijährige Hengste & Wallache)
1609m Autostart, 500.000 USD
1. Gimpanzee 10,0 David Miller 65
3j.br. Hengst von Chapter Seven a.d. Steamy Windows von Muscle Massive
Be: Courant Inc. (Anders Ström) & SRF Stable (Lennart Ågren), SE; Zü: Order by Stable (Stefan Balazsi), SE; Tr: Marcus Melander
2. Greenshoe | 10,2 Brian Sears | 15 |
*Vorlaufsieger
Sieg: 65; Richter: leicht 1¾ - ½ - 3¼ - 2 - 1¼ - ½ Länge; 10 liefen
Wert: 250.000 - 125.000 - 60.000 - 40.000 - 25.000 USD
Krönung fern der Heimat
Ohne die überzeugende Vorlaufsiegerin Millies Possesion, die wegen eines Hufbeinbruchs am linken Vorderbein für längere Zeit außer Gefecht ist und vielleicht sogar der Zucht zugeführt wird - das entscheidet Besitzer Jules Siegel von der Fashion Farm in den nächsten Monaten -, schien der Weg bei den dreijährigen Traberstuten frei für When Dovescry, die jedoch nur als zweite Kraft des Wettmarkts aufgezogen wurde. Etwas mehr Vertrauen brachten die Wetter Winndevie entgegen und lagen damit unterm Strich goldrichtig. Nach einem abgebrochenen ersten Startversuch, weil kurioserweise eine Begrenzungs-Pylone ins Geläuf geragt hatte, flog Only Take Cash beim gültigen „Ab“ von der „9“ vor When Dovescry, The Ice Dutchess und Miss Trixton in Front und wurde nach 500 Metern von der Hambo-Oaks-Siegerin abgelöst.
Es bedurfte nur weniger Aufmunterungen Brian Sears‘, um für Trond Smedshammer, den seit Jahrzehnten „drüben“ arbeitenden „Norwegian Viking“, die in Harrisburg am 8. November 2017 für 45.000 Dollar vom Purple Haze Stable der Wanda Polisseni an Land gezogene Credit-Winner-Tochter als Erste ins Ziel zu bugsieren. War dies für den 51-jährigen die 31. Breeders Crown, so schaffte die Braune mit dem kleinen Stern den zwölften und wertvollsten Erfolg „lifetime“ und machte im Handumdrehen aus 306.804 USD deren 606.804. Als Vierte blieb Only Take Cash gut dran, während der von Sweet Chapter angeführte Rest mindestens fünf Längen Rückstand hatte. Pechmarie Asiago war im ersten Bogen als äußere Angreiferin durch einen Fehler weit zurückgefallen und landete auf Platz sechs.
„Ich hab sie im Vorlauf das erste Mal überhaupt in Händen gehabt und sie damals nicht allzu hart angefasst. Das hat sich heute bezahlt gemacht. Natürlich haben uns die Führungswechsel der übrigen Gemeinten in die Karten gespielt, denn dabei vergeudet man immer etwas Kraft“, schrieb Sears seinem Schützling ins Stammbuch, die fast alle Grand-Circuit-Stationen links liegen gelassen, sich am New-York-Sire-Stakes-Programm gütlich getan und zum Vorlauf ihren Heimatstaat das erste Mal überhaupt verlassen hatte, um nach dem großen Geld zu greifen.
Breeders Crown - Trot - (dreijährige Stuten)
1609m Autostart, 500.000 USD
1. Winndevie 10,2 Brian Sears 25
3j.br. Stute von Credit Winner a.d. Vida de Vie von Muscles Yankee
Be: Purple Haze Stables (Wanda Polisseni); Zü: Joie de Vie Farm; Tr: Trond Smedshammer
2. When Dovescry | 10,4 Simon Allard | 41 |
*Vorlaufsiegerinnen; ** Siebente, wegen Galopp auf der Zielgeraden auf Platz zehn gesetzt
Sieg: 184; Richter: sicher ¾ - 1¼ - ¾ - 5½ - 2½ Längen; 10 liefen (NS Millies Possesion* / Hufbeinbruch, dafür startete Ersatzpferd Dark as a Pocket)
mit dem fünften Treffer in Folge ihre aktuelle Bonanza wie erwartet fort. Erstaunlich, wie die 2016 für 120.000 USD in Lexington versteigerte Muscle-Hill-Tochter seit dem 7. September den Schalter nach einer bis dahin ziemlich verkorksten Saison umgelegt hat und von Triumph zu Triumph eilt - zwei Weltrekorde inklusive. Sie tritt so in ihre eigenen, als Youngster gelegten Fußstapfen, als sie nach einer „perfect season“ von zwölf Siegen aus ebenso vielen Versuchen 2017 zum „two year old trotter of the year“ gekürt worden war. Nach einer für diese Vorgabe durchwachsenen Dreijährigen-Rallye sollte Ende 2018 eigentlich bereits Schluss sein mit der Rennsportkarriere. Gut, dass Nancy Johansson als Jimmy Takters „Erbin“ sich damit nicht abgeben wollte und nun reich erntet. Mit dem überaus leicht herausgelaufenen 26. Sieg stemmten die 125.000 USD ihr Konto auf 2.060.605 „Greenbacks“; 282.875 davon sind für die fünf Siege an der Strippe angefallen.
Bei blanken 1:09 hatte Hannelore Hanover, die große alte Dame des nordamerikanischen Sulkysports, als Anführerin der äußeren Reihe einen Knochenjob zu verrichten. Die 3,2 Millionen Dollar schwere Schwarzbraune biss eisern die Zähne zusammen und teilte sich die vierte und fünfte Prämie mit Weslynn Dancer; zwischen diesen Beiden vermochte der Zielrichter selbst mit Hilfe der Technik keine Differenz auszumachen.
Breeders Crown - Trot - (Stuten ab vierjährig)
bei den dreijährigen Pacer-Stuten. Elf ihrer 16 Saisonstarts hatte Ron Burkes Musterschülerin gewonnen, war dazu zweimal auf Platz zwei, dreimal auf Rang drei gelandet und ging für 12:10 ins 550.000-Dollar-Match, das sie mit dem souveränen zwölften Treffer abschloss. Yannick Gingras sah sich auf dem ersten Quarter aus dritter Position an, wie Treacherous Reign auf Stonebridge Soul als Präsidentin folgte, schritt wenig später selbst zur Tat und bekam von Dexter Dunn das Zepter auf dem Silbertablett serviert. Das war’s dann auch schon für das von Sweet Lou gezeugte „U-Boot“, das den achten Streich in Folge markierte.
Bei den älteren Pacer-Stuten, die die Session der acht Crowns eröffnen durften, holte sich Andrew McCarthy den dritten Titel des Wochenendes: Caviart Ally (35:10) überrannte die lange die Kommandos gebende Neuseeländerin Shartin (14:10) mit 2½ Längen; als Börse waren 300.000 USD ausgelobt. American History, ein von American Ideal gezeugter Hengst, bescherte Tony Alagna als Trainer die dritte Krone im Open der älteren Passgeher um 500.000 USD. Als Vollstrecker saß Joe Bongiorno im Sulky des Vierjährigen. Bei den dreijährigen männlichen Pacern, für die 600.000 USD bereitlagen, machte Andrew McCarthy den Deckel drauf und wurde mit seinem vierten Triumph zum erfolgreichsten Fahrer dieser Breeders Crown. Der von Tahnee Camilleri trainierte Dancin Lou nagelte den mit Dexter Dunn lange den Takt setzenden Bettors Wish auf der Linie um einen „Kopf“ fest.