So war nach dem Rückzug von Paul Hagoorts Maya Turbo bei den 2016 Geborenen lediglich ein Häuflein von sechs Aufrechten am Start, von denen die Gastgeber ein Quartett stellten, das von den beiden Ausländern kräftig vorgeführt wurde. Und wenn von diesem Duo der von Jean-Pierre Dubois ins dänische Gestütbuch eingetragene, vom Norweger Frode Hamre trainierte und von Björn Goop chauffierte Ecurie D trotz eines mindestens 50 Meter kostenden Startfehlers gewinnt, sagt das über die Qualität der Bewerber alles aus, wenngleich nicht verhehlt werden soll, dass der Sohn des italienischen Derby-Siegers 2007 Infinitif bei seinen fünf Auftritten zuvor keinen Bezwinger gefunden hatte.
Schwedens erster 7.000-Siege-Fahrer tauchte im Schlussbogen mit dem 13:10-Favoriten noch mal im Windschatten des Leaders ein, 150 Meter vorm Pfosten wieder auf und schaukelte seinen Partner um eine Länge am hartnäckigen Widersacher vorbei, der sein bei 17.217 Euro schmales Einkommen auf einen Schlag fast verdreifachte. Ecurie D bekam für die harte Arbeit das Doppelte überschrieben, ist nun 125.325 Euro reich und zudem direkter Erbfolger Face Time Bourbons, der 2018 in Vincennes - ebenfalls mit „Gooop“ - zum Herrscher aller Dreijährigen gekrönt worden war.
34. Championnat Européen des 3 ans (Gruppe I int., dreijähr. europ. Hengste & Stuten)
hatte Goop einen Tag vor seinem 43. Wiegenfest einen zweiten brandheißen Pfeil im Köcher, der seine Pflichtaufgabe ohne jeden deftigen Adrenalinstoß souverän erledigte. Im 400.000 Euro wertvollen Grand Prix de l’U.E.T. für die Vierjährigen trat der Ready-Cash-Sohn die Nachfolge späterer Amérique-Sieger wie Abano As, Maharajah, Bold Eagle und Readly Express an, und schon jetzt wird der vom Hamburger Kaufmann Rainer Engelke auf seinem Haras Saint Martin gezüchtete Braune als Nachfolger jener Größen auf dem Traber-Thron schwer gehandelt.
Dem bislang bei 18 Starts nur zweimal regulär bezwungenen Modellathleten - einmal sah er rot -, der sich im Vorjahr die Krone der Dreijährigen geholt hatte, verpasste der Sonnyboy ein Maßrennen im Windschatten des die äußere Spur anführenden Frisbee d’Am. Hinter ihm fädelten sich Graceful Swamp, der am Start zurückgenommene Mister F Daag, Forfantone Am, Follow You und Lover Boy auf. Das Kommando hatte sich der wieselflinke Lewis Ale gesichert, in dessen Windschatten sich, nachdem Face Time Bourbon und Graceful Swamp nach 500 Metern in Spur zwei gewechselt waren und Florida Sport elegant weiter nach außen gedrängt hatten, Donatello Garbo, Noble Superb und Max Brady tummelten.
„Er ist geradezu extrem schnell und dazu mental stark - ein außergewöhnliches Rennpferd! Und er fühlte sich an, als habe er sogar noch einen Zacken mehr drauf. Sein Geläuf ist schlichtweg optimal“, jubelte Goop, der die finalen 500 Meter in irrwitzigen 1:07,0 durchraste, in die dunkle Nacht von Helsinki.
34. Grand Prix de l’U.E.T. - (Gruppe I int., vierjähr. europ. Hengste & Stuten)
jubeln, bei dem Villiam, der 2018er UET-Vierjährigen-Champion, bei der Mission Titelverteidigung schweren Schiffbruch erlitt. Noch einmal vermochte Timo Nurmos den Muscle-Hill-Sohn nach ewiger Auszeit nicht zu solch einer Höchstleistung bringen wie vor Jahresfrist in Vincennes, als der nach langer Auszeit überraschend zugeschlagen hatte. Das neuerliche Comeback nach zehn Monaten „Reparatur“ war bei zwei Auftritten ohnehin nicht überzeugend ausgefallen: In Rättvik war er als brandheißer 12:10-Favorit lediglich Dritter geworden, in Solvallas Jubileumspokalen am 19. August hatte er gepatzt und ward seitdem nicht mehr am Start gesehen.
Weil Portland erst um den müden Nurmos-Schützling herum musste, gab Hannu Torvinen entschlossen Fersengeld. Stonecapes Queila flitzte los wie von der Tarantel gestochen und legte unzählige Längen zwischen sich und den Deutschen. Der hatte für den Ehrenplatz nach vorn wie hinten rund vier Längen Luft und füllte Marion Jauß‘ Kasse mit weiteren 25.000 Euro; macht nunmehr 295.782 Euro für den von Peter Heitmann und Christian Tausent gezüchteten Ganymède-Sprössling, der 2019 bisher ausschließlich in Frankreich seinen Hafer verdient hatte.
Genau hinschauen musste der Zielrichter fürs dritte Geld. Den innen fightenden Hotshot Luca und die außen angreifende Willow Pride trennte lediglich eine Nüsternbreite, und auch Callela Lisbeth war einen „Hals“ zurück lange dick im Geschäft um einen höheren Kurs. Goop, dessen Flotte um Mellby Free, Nadal Broline und Reckless in Åby kräftig durchgerüttelt worden war, konnte sich über den späten Arbeitsnachmittag in Helsinki nicht beklagen: Allein in den drei Championaten stellte er für die Besitzer 285.000 Euro sicher. Von solchen Höhen ist Stonecapes Queila noch Lichtjahre entfernt: Mit ganzen 55.100 Euro hatte sie das Kräftemessen gegen die Reichen gewagt und mit dem zwölften Treffer „lifetime“ brillant bestanden.
51. Championnat Européen des 5 ans (Gruppe I int., fünfjähr. europ. Hengste & Stuten)
2100m Autostart, 100.000 Euro
1. Stonecapes Queila (FI) 11,9 Hannu Torvinen 116
5j.br. Stute von Otello Pierji a.d. Fast Food von SJ’s Caviar
Be: Susanna Packalen; Zü: Maini & Saku Mikkola; Tr: Christa Packalen
2. Portland (DE) | 12,3 Björn Goop | 46 |
Sieg: 116; Richter: überlegen 4 - 3 - k.Kopf - Hals - 1½ - 1 Länge; 10 liefen
Zw-Zeiten: 11,0/500m - 13,5/1000m - 10,0/1500m - 11,5/letzte 500m
Wert: 50.000 - 25.000 - 12.500 - 6.250 - 3.750 - 2.500 Euro