Der „Deutsche“ des Calvados heißt Bilibili. Der Monté-Crack des sich als Trainer in dieser Disziplin immer deutlicher in den Vordergrund schiebenden Laurent-Claude Abrivard hatte ihn rundum beschlagen mit Filius Alexandre 2018 wie 2019 an seine Fahne geheftet. So hatten die „turfistes“ trotz geradezu unterirdischer Vorstellungen im Fahren, das allerdings noch nie Bilibilis Magenspeise war, guten Grund, ihn erneut mit vier Eisen versehen auf den Favoritenschild zu heben. Zur mageren Quote beigetragen haben mag, dass es um Traders, den Runner-Up des Vorjahrs und zweiten Millionär, in diesem Herbst nicht viel besser ausgesehen hatte.
Die waren eingangs der Zielgeraden mit ihren Kräften am Ende, wo Traders zu allem Überfluss galoppierte. Dafür schlug das Pendel immer vehementer zugunsten der Abrivards aus. So prächtig sich Bilooka du Boscail, die in jüngeren Jahren einige höchst achtbare Monté-Vorstellungen gegeben hatte, auch reinhängte, war gegen Bilibili kein Kraut gewachsen. Ohne den geringsten Handschlag seines Reiters erledigte der muskelbepackte Hengst die brave Look-de-Star-Tochter viel leichter, als der Vorsprung einer Dreiviertellänge aussagen mag. 13. Sieg aus 44 Engagements, das Konto auf 1.510.600 Euro gestreckt - nun muss das „Homebred“ des Monsieur Jean-Pierre Barjon nur noch „eisenlos“ das Kunststück des Vorjahrs wiederholen und sich in 14 Tagen zum zweiten Mal in die Ehrenliste des Cornulier eintragen. In sehr übersichtlichen Abständen gingen die weiteren Prämien in dieser Reihenfolge an Etoile de Bruyère, die damit wie Bilibili und Bilooka die Eintrittskarte zum Cornulier sicher hat, Catalogne und Evening Star.
Prix du Calvados - Monté - (Gruppe II int., fünf- bis elfj. Stuten & Hengste)
2850 Meter Bänderstart o.Z.; 130.000 Euro
1. Bilibili 13,0 Alexandre Abrivard 20
9j.br. Hengst von Niky a.d. Quetty du Donjon von Coktail Jet
Be / Zü: Jean-Pierre Barjon; Tr: Laurent-Claude Abrivard
2. Bilooka du Boscail 3. Etoile de Bruyère 4. Catalogne 5. Evening Star 6. Dynasty Péji 7. Bacchera du Moulin 8. Brainstorm 9. Eridan 10. Evidence Roc Class Action Traders | 13,0 Matthieu Abrivard 13,2 Adrien Lamy 13,3 Mathieu Mottier 13,5 Anthony Barrier 13,6 Damien Bonne 13,7 Emile Fournigault 14,0 Jonathan Vanmeerbeck 15,0 David Thomain 21,7 Emilie Le Beller dis.r. Eric Raffin dis.r. Yoann Lebourgeois | 100 100 150 190 180 440 1830 220 1570 200 52 |
Sieg: 20; Richter: leicht ¾ - 2 - 2 - 2½ - 2 - 1½ Längen; 12 liefen
Zw-Zeiten: 14,1/1350m - 13,3/1850m - 13,1/2350m
Wert: 58.500 - 32.500 - 18.200 - 10.400 - 6.500 - 2.600 - 1.300 Euro
Green Grass‘ Wiedergutmachung
Eine bittere Pille bekam im Prix de Tonnac-Villeneuve für 2016 in Frankreich geborene Stuten und Hengste Philippe Allaire zu schlucken. Sein Gotland, Herrscher der ersten Zweijährigen-Stunden und bei den ersten neun Auftritten nur durch eine rote Karte aus dem Winner Circle zu verdrängen, bestätigte den Eindruck der letzten Wochen, dass es mit der einstigen Dominanz nicht mehr weit her ist. War Platz drei am 23. November noch annehmbar, so gab’s die deftige Klatsche im Critérium des 3 Ans am 15. Dezember, das er nach aufwändigem Verlauf lediglich als Neunter beendete. Die Wiedergutmachung gelang dem Kind der beiden Gruppe-I-Heroen Ready Cash und Sanawa nur halb. Auf dem ersten Kilometer von Eric Raffin in der Todesspur eigesetzt, vermochte er dann hinter den sofort das Kommando an sich reißenden Général du Parc zu schlüpfen - jenen Dauerrivalen seit frühen Tagen, der nach dem Ausflug zum Mailänder Gran Premio Orsi Mangelli noch stärker auf dem Zahnfleisch läuft, an der letzten Ecke rigoros den Anker warf und als Achter und Letzter am Zielrichter vorbeimarschierte.
Drei Längen zurück gab’s für Gotland fast die Höchststrafe, der auf den letzten Metern gegen Guaratos zweite Waffe Gamble River haarscharf den Kürzeren zog. Da wird sich Monsieur Allaire für die kommenden Wochen einiges einfallen lassen müssen, denn sein zweiter Schützling Golden Bridge fiel, durchweg am Ende des Pulks laufend, aus dem sich Get Happy früh und Guillermo Sport eingangs der Schlusskurve im Galopp ausgeklinkt hatten, zu Beginn der Zielgeraden aus. Lediglich der aus Gotlands Sog als Fünfter ankommende Gallant Way zeigte Normalform. Überaus zufrieden war Sébastien Guarato mit dem unerwartet deutlichen Aufschwung: „Green Grass hat sich offensichtlich wieder gefunden. Erstmals durften wir ihr die Eisen abnehmen, dazu haben wir auf ein strammes Martingal verzichtet - das scheint ihr gefallen zu haben. Mathieu konnte ihr die Kräfte viel besser einteilen. Die Anderen haben sich am Berg verausgabt. Das hat sie gnadenlos ausgenutzt.“
Prix de Tonnac-Villeneuve (Gruppe II nat., vierj. Hengste und Stuten)
2700 Meter Bänderstart o.Z.; 100.000 Euro
1. Green Grass 14,1 Mathieu Mottier 97
4j.br. Stute von Bold Eagle a.d. Tootsie Smiling von Goetmals Wood
Be: Sébastien Dewulf; Zü: Frédéric Brouilloux; Tr: Sébastien Guarato
2. Gu d’Héripré 3. Gamble River 4. Gotland 5. Gallant Way 6. Get Happy 7. Gala Téjy 8. Général du Parc Guerrier Royal Guillermo Sport Golden Bridge | 14,2 Franck Nivard 14,4 Matthieu Abrivard 14,4 Eric Raffin 14,5 David Thomain 14,5 Jean-Philippe Monclin 15,2g Christophe Chalon 15,4 Alexandre Abrivard dis.r. Guillermo Roig Balaguer dis.r. Patric-Joël Pascual Lavanchy dis.r. Yoann Lebourgeois | 18 330 58 120 1570 1910 570 2210 100 83 |
Sieg: 97; Richter: sicher 1½ - 3 - Kopf - 2 - Hals - 8½ Längen; 11 liefen
Zw-Zeiten: 17,3/1200m - 15,4/1700m - 14,9/2200m
Wert: 45.000 - 25.000 - 14.000 - 8.000 - 5.000 - 2.000 - 1.000 Euro
Drei „Bazires“ auf dem Treppchen
Was für eine Backpfeife für Rudi Haller, Orlando Jet und all deren zahlreichen deutschen Anhänger, die Deutschlands Pferd des Jahres 2016 auf dem vorgezeichneten Weg zum Prix du Luxembourg am 25. Januar im ebenfalls über 2100 Meter führenden Prix de Lille so hoffnungsfroh die Daumen drückten. Bei der Nagelprobe erlitt der Orlando-Vici-Sohn, obwohl er alles auf seiner Seite hatte, derart kapitalen Schiffbruch, dass man der Erklärungen aus dem Haller-Quartier gespannt harrt. Legt man die vielen exzellenten Auftritte des wuchtigen Braunen zugrunde, so kann er kaum topfit gewesen sein.
Prix de Lille (int., Sechs- bis Elfj., keine 505.000 Euro)
2100 Meter Autostart, 80.000 Euro
1. Dorgos de Guez 11,2 Jean-Michel Bazire 18
7j. Fuchswallach von Romcok de Guez a.d. Lady Fromentro von Quito de Talonay
Be / Zü: Ecurie Vautors (René Guezille); Tr: Jean-Michel Bazire
2. Colonel 3. Dreambreaker 4. Clif du Pommereux 5. Ange de Lune 6. Nancy America 7. Blues d’Ourville 8. Alamo du Goutier 9. Apollon de Kacy 10. Daélia de Vandel 11. Calou Renardière 12. Elvis Madrik Caly Loulou Orlando Jet Bettina de Tillard I Love Paris | 11,3 Nicolas Bazire 11,5 Alexandre Abrivard 11,5 David Thomain 11,6 Matthieu Abrivard 11,6 Franck Nivard 11,7 Pierre Houel 12,1 Sébastien Hardy 12,1 Mathieu Mottier 12,4 Cédric Mégissier 12,4 Louis Baudouin 12,5 Jean-Michel Baudouin dis.r. Eric Raffin dis.r. Rudolf Haller dis.r. Franck Ouvrie dis.r. Björn Goop | 49 220 500 250 240 560 830 1550 2120 2220 1720 220 62 1890 370 |
Sieg: 18; Richter: leicht Hals - 2 - k.Kopf - Hals - Kopf - 2 - 3½ Längen; 16 liefen
Zw-Zeiten: 08,2/600m - 11,5/1100m - 11,9/1600m
Wert: 36.000 - 20.000 - 11.200 - 6.400 - 4.000 - 1.600 - 800 Euro