(MTZV-press) Knapp acht Wochen mussten sich Deutschlands Traber-Fans gedulden ehe ein wieder ein kräftiges „Start frei“ über eine Trabrennbahn erschallte. Mit einer Genehmigung, die am Montagabend gegen 18:30 Uhr ins Haus flatterte, warteten die Daglfinger Verantwortlichen auf, deren hartnäckige Bemühungen um das entsprechende Papier des Münchner Kreisverwaltungsreferats nach langem Ringen schließlich belohnt wurden. Die Starterangabe hatte elf Rennen mit 107 Startern ergeben, sportlich war der Renntag am Dienstagmorgen ein voller Erfolg.
Das Glanzlicht des Tages setzte ohne Zweifel der von Josef Franzl vorbereitet Azimut, der im Frei für Alle Rudi Hallers Tyrolean Dream zunächst eine Runde lange an der Spitze walten ließ. Haller entschied sich dabei unterwegs für ein ruhiges Tempo, was Franzl nützte, um den Crack der Besitzergemeinschaft Reber/Werner an die Seite des Piloten zu beordern. Im Schlussbogen machten die beiden Spitzenreiter mächtig Fahrt auf, wobei der Odessa-Santana-Sohn am Konkurrenten vorbei zog, mit einer letzten Halben in 1:11,8 den „Sack“ zumachte und den Toto-Favoriten nicht mehr herankommen ließ. Popeye Diamant hatte hinter diesen beiden das dritte Geld sicher, während Gustavson Be nach einem Startfehler mit einer tollen Leistung knapp dahinter Rang vier belegte.
Einen weiteren Treffer für die Besitzergemeinschaft Reber/Werner gab es durch Far West, der auf der letzten Halben wie schon beim Start im März auf und davon ging und die Konkurrenz, angeführt von Omega Man und Bellice BR, überlegen stehen ließ. Einen weiteren Sieger stellte Franzl als Trainer, denn Alex Kelm führte den Österreicher Avatar Venus zum Sieg über die dreijährige Trainingsgefährtin Better Be Royal, die sich beim Einstand aber erst spät in die Niederlage fügen musste und ein sehr gutes Debüt gab.
Nur wenig später punktete Schwarz dann auch für Trainer Manfred Schub, denn Canyon Castelets drückte dem Trotteur-Francois-Rennen seinen Stempel auf und verweis Disco Darling und Elixir d’Andain auf die Plätze. Für Schub war es der zweite Tagestreffer nach L’Amicus. Auch an den kommenden Renntagen wird mit den Pferden dieses Stalles weiter zu rechnen sein.
Seinen guten Eindruck aus dem Probelauf vollauf bestätigen konnte Blue Edition, der über 2.600 Meter in der Klasse bis 35.000 EUR schnell das Kommando übernommen und in der Folge die Konkurrenz um Golden Future sicher im Griff hatte . Auch Andreas Geineder hatte Grund zum jubeln, denn trotz 50 Meter Zulage setzte sich Gri Di Caprio in der Klasse bis 35.000 EUR aus den Bändern nach idealem Vortrag in der Schlussphase gegen Everywanna und Indira OE durch und entschied das Rennen mit Viererwette für sich.
Am Ende des Renntags zogen die Verantwortlichen des MTZV ein insgesamt positives Fazit, denn alle Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen, die Grundlage der Genehmigung waren, wurden von den auf der Bahn anwesenden Aktiven gut umgesetzt, so dass man das Konzept, welches federführend von den Rennvereinen in Straubing, Gelsenkirchen und München in Zusammenarbeit mit Deutscher Galopp erstellt wurde, als gelungen und sehr zweckmäßig bezeichnen kann. Alleine der Umsatz blieb hinter den Erwartungen zurück, was jedoch mit der frühen ersten Startzeit um 10:05 Uhr entschuldigt werden kann.