Paris, 31. März 2021. Wie erstmals für die Generation „V“ ist auch für den 2010 geborenen Jahrgang „A“ in Frankreich nicht schon am 31. Dezember Schluss gewesen. Seit dem Vorjahr dürfen die Vierbeiner noch die Winter-Meetings in Vincennes und Cagnes-sur-Mer komplett mitnehmen, daher beispielsweise elfjährig noch ein letztes Mal im Prix d’Amérique antreten, doch änderten diese drei Monate „Nachschlag“, der nun am 31. März beendet ist, heuer ebenso wenig an der Rangliste der Top Ten, wie sie das vor zwölf Monaten getan haben.
Besonders nachhaltig in Erinnerung bleiben dürften die „Ausjährigen“, darunter die ersten Fohlen von Super-Vererber Ready Cash, den „turfistes“ nicht - mit einer Ausnahme: Aubrion du Gers. Wäre der Wallach aus Jean-Michel Bazires Quartier nicht im August 2019 im Training bei einem fürchterlichen Frontalzusammenstoß verschieden, hätte er sicherlich noch Etliches zu jenen 2,5 Millionen Euro draufgesattelt, die bis dahin für ihn zu Buche standen.Müde wirkte der erst im Januar 2016 ins sechsstellig honorierte Geschäft eingestiegene mächtige Braune nämlich trotz 73 Auftritten noch lange nicht - ganz im Gegenteil, obwohl es gerade erst nach 15 Siegen am Stück drei Ehrenplätze in Folge gegeben hatte.
„Nur“, wie es bei dem stets ohne Check, ziehbare Zaumklappen und sonstiges Brimborium aufgebotenen Braunen heißen müsste. Am 9. September 2017 wurde er nach einem denkwürdigen, knochenharten Fight gegen Bold Eagle und Twister Bi „European Trotting Master“. Da ihm als Wallach Rennen der Kategorie I in seiner Heimat verwehrt blieben, musste er sich mit klassischen Lorbeeren des Auslands begnügen: Oslo Grand Prix 2017, 2018 Kymi Grand Prix und Grand Prix de Wallonie, allesamt mit Jos Verbeeck, stehen auf seiner Visitenkarte. Und hätte der belgische Hexer, Bazires Mann für Einsätze außerhalb Frankreichs, nicht einen ebenso kurzen wie rennentscheidenden Blackout gehabt, wäre zweifellos auch Solvallas Elitloppet 2019 auf seine und nicht Dijons Kappe gegangen.
Ein ähnlich ungenießbarer Bursche war Arlington Dream, der sich oft weit voraus alles durch Galoppaden zunichtemachte. Zum Satteltraber umgeschult, zeigte er sich in diesem Metier sehr viel umgänglicher, ohne an Spritzigkeit einzubüßen.
Immerhin sind aber doch die fast üblichen sechs Millionäre zusammengekommen, von denen Amiral Sacha zweifellos zu Größerem berufen war. Ab fünfjährig hatte der Ganymède-Sohn speziell im Winter mehr mit immer massiver werdenden Atemwegproblemen statt mit den Gegnern zu kämpfen, die ihm erst die Teilnahme am Vincenner Winter-Meeting verwehrten und letztlich das vorzeitige Karriere-Ende im Oktober 2018 bedingten. Ob Trainer Florent Lamare jemals wieder einen solchen Kracher in den Stall bekommt?
Eine „A“-Stute hat sich bereits als Mutter ausgezeichnet: Nachdem bei der zweifachen Gruppe-I-Siegerin Avila (Critérium des Jeunes, Prix de l’Étoile) Anfang 2014 nichts mehr ging, wurde die Ready-Cash-Tochter umgehend der Zucht zugeführt. Während ihre ersten beiden Fohlen Fortaleza d’Aurcy (16.910 Euro) und Goldavila (1.120 Euro) praktisch nichts bewegten, wurde die Nummer drei zur tragischen Heldin: Havana d’Aurcy stand bei sieben Siegen und 306.450 Euro der Traber-Himmel sperrangelweit offen, als sie Anfang Dezember 2020 bei der Trainingsarbeit an den Folgen eines Aortenrisses verstarb.
Die Top Ten nach Gewinnen (Starts - Siege)
Aubrion du Gers Wallach von Memphis du Rib 2.540.072 Euro 73 - 46
Akim du Cap Vert Hengst von First de Retz 1.356.305 Euro 77 - 12
Anna Mix Stute von Ludo de Castelle 1.320.757 Euro 77 - 19
Arlington Dream Wallach von Ready Cash 1.209.800 Euro 82 - 24
Amiral Sacha Hengst von Ganymède 1.136.780 Euro 54 - 15
Astor du Quenne Hengst von Opus Viervil 1.126.840 Euro 63 - 16
Aladin d‘Ecajeul Hengst von Quaker Jet 998.640 Euro 46 - 14
Attentionally Stute von Jasmin de Flore 966.930 Euro 65 - 10
Ave Avis Hengst von Késaco Phédo 911.870 Euro 81 - 12
Anzi des Liards Wallach von Look de Star 902.030 Euro 78 - 17