Standen im Vorjahr noch 1.001.000 Euro zur Disposition (worin im Gegensatz zum Prix d’Amérique die Züchterprämien enthalten sind), so waren es diesmal „nur“ deren 847.000.
Der nach seiner langwierigen Armverletzung in besseren Prüfungen kaum noch gebuchte Enrico Bellei nutzte die Gunst der späten und galoppanfälligen Stunde - gestartet wurde gegen 22.00 Uhr, lediglich sieben der nach zwei Streichungen auf Zwölf geschrumpften Kandidaten erreichten ohne rote Karte das Ziel - und holte sich nach Uronometro 1997, Echo‘ dei Veltri 2004, Pascia‘ Lest 2012 und Testimonial OK 2015 seine fünfte blaue Schärpe. Seine Partner: Der Deutsche Claus-Ernst Hollmann als Allenatore (Trainer), für den es der erste Triumph war, und Alrajah One, der erstmals überhaupt im Rennen einer Gruppe-Kategorie punktete und den der sechste Sieg aus 14 Versuchen auf 408.374 Euro katapultierte. Wobei anzumerken ist, dass der Maharajah-Sohn peu à peu an die galaktische Aufgabe herangeführt worden ist und am 30. Juni an Ort und Stelle im Gran Premio Citta‘ di Napoli erstmals überhaupt Gruppe-Luft geschnuppert hat.
Dabei lief bis 800 Meter vorm Ziel alles nach Plan für den 14:10-Favoriten. Ayrton Treb und Anthony Gar waren schon beim Beschleunigen des Startwagens nicht im Trab zu halten und „out“, als der Start gerade abgegangen war. Genauso heftig erwischte es Al Capone Stecca, der den Kopf leicht in Front hatte, als er aus dem Tritt geriet. Für die „Gocciadoros“ zunächst mal kein Problem, denn dafür huschte von ganz außen mit der „7“ Amon You SM vor Axl Rose in die Bresche, legte ein höllisches Tempo vor und ermöglichte so der Nummer eins des Quartiers 30 Meter vor dem innen von Alrajah One und außen von Aramis Bar hinterher hechelnden Rest nach 500 Metern die genau so geplante „freundliche Übernahme“. Nach diesem Schachzug ließ Gocciadoro Dampf aus dem Kessel, so dass sich, als es an der Startstelle vorbeiging, ein kompaktes Feld bildete. Das Malheur widerfuhr Axl Rose ausgangs der zweiten Kurve, als die Trabaktion auf der Hinterhand zunächst kaum sichtbar schlechter wurde, er kurz drauf schwer einknickte und sich in Galopp rettete, der zur roten Karte führte und die so sicher scheinenden Karten neu mischte, zumal 50 Meter weiter auch Argentovivo den Rhythmus verlor.
92. Derby Italiano del Trotto
2100m Autostart, 847.000 Euro
1. Alrajah One 12,6 Enrico Bellei 143
3j.br. Hengst von Maharajah a.d. Mariu‘ von Varenne
Be: Scud. My Horse Srl; Zü: Sara Bacchi & Luca Crosetti; Tr: Alessandro Gocciadoro
2. Amon You SM | 12,8 Antonio Greppi | 253 |
*Vorlaufsieger
Sieg: 113; Richter: leicht 2 - 2 - Hals - 1 - 14 Längen; 13 liefen (NS Alchemist Bi, Amancio)
Zwischenzeit 13,3/1000m
Wert: 354.200 - 169.400 - 92.400 - 46.200 - 30.800 sowie 154.000 Euro Züchterprämie
Besser als Axl Rose hatte 40 Minuten zuvor in den 253.000 Euro wertvollen Oaks del Trotto Audrey Effe ihren Dienst versehen. Die Up-and-Quick-Tochter war wie Axl Rose durch die wichtigen Gruppe-I-Vergleiche durch deren Filly-Abteilungen wie eine „1“ gezogen, hatte die letzten sieben Auftritte an der Strippe gewonnen, überhaupt nur zwei Engagements auf Platz zwei beendet und ließ ihre zahlreichen Anhänger keinen Augenblick schwitzen. Von der „3“ flog sie vor Alouette, Alcatraz Stecca, Allegra WF und der am Start etwas aus dem Takt geratenen All Wise As leichtfüßig in Front und hatte damit das Gröbste erledigt. Ariala Cash kurz vor, Afrodite Grif nach dem Ab wurden als Opfer der Galopphexe mit roten Karten aussortiert.
Bernd Nebels, Thorsten Tietz‘ und Florian Marcussens Avena Jet spielte in zweiter Spur die Lokomotive für Arnas Cam, Angiolina OP und Akela Pal Ferm und war damit gründlich überfordert, als das Blatt nach 1400 Metern auf den Tisch zu legen war. Während Audrey Effe einen geruhsamen Sonntagabend verlebte, zwei Längen voraus in 1:13,4 zum elften Sieg joggte und ihr Sparbuch um 105.800 auf 287.100 Euro ausbaute, verlor Avena Jet Rang um Rang und war als Achte zugleich Letzte der Wertung. Alouette und Alcatraz Stecca nutzten ihre windschattige Lage hinter der mit Andrea Farolfi auf jedem Zoll überzeugenden Siegerin weidlich zu den Plätzen zwei und drei vor Arnas Cam, die, 500 Meter vorm Ziel aus dem Sog Avena Jets auf Attacke gepolt, nach vorn nicht wirklich etwas ausrichtete.
Unangetastet blieb der aus Rom-Tor di Valle stammende 1:11,6-Rennrekord, der seit 2006 fest auf den Schultern von Genny di Jesolo und Hugo Langeweg jr ruht.
Oaks del Trotto (Gruppe I nat., dreij. Stuten)
1600m Autostart, 253.000 Euro
1. Audrey Effe* 13,4 Andrea Farolfi 18
3j.br. Stute von Up and Quick a.d. Simphony Effe von Going Kronos
Be / Zü: Scud. Gardesana; Zü: Antonio Improda; Tr: Walter Zanetti
2. Alouette | 13,7 Edoardo Baldi | 172 |
*Vorlaufsiegerinnen
Sieg: 18; Richter: leicht 2 - 1½ - 1 ½ - k.Kopf - k.Kopf; 12 liefen
Wert: 105.800 - 50.600 - 27.600 - 13.800 - 9.200 sowie 46.000 Euro Züchterprämie
Vivid Wise As als „Brenner“ des Tages
Weil nichts im italienischen Rennsport so beständig ist wie der Wandel, stand wie früher üblich am „römischen“ Derby-Tag und im Gegensatz zum Vorjahr, als in Neapel der Gran Premio Freccia d’Europa entschieden wurde, nun wieder der auf 154.000 Euro gestemmte Gran Premio Gaetano Turilli als „International“ für die Altgedienten auf der üppigen Karte. Nichts zu löten war in dem Klassiker, bei dem das Ausland allein durch den für dauernd importierten Schweden Deimos Racing präsent war, gegen Vivid Wise As. Der Yankee-Glide-Sohn hatte den Schwung des 1:08,6-Überraschungssieges im Grand Prix du Département des Alpes-Maritimes von Cagnes-sur-Mer am 24. August bestens konserviert und ließ mit Alessandro Gocciadoro kräftig die Muskeln spielen.
Ungeachtet des harschen Anfangspensums raufte sich Tamure Roc, sich rechtzeitig um den todmüden Deimos Racing herumschlängelnd, zum leichten Ehrenplatz vor einem Trio, aus dem die Björn Goop anvertraute Vanesia EK den berühmten Hauch glücklicher war als Vincent SM und die streng innen engagierte Ursa Caf. Obwohl Volnik du Kras in der Todesspur und die Vorjahrssiegerin Sonia als innere Vierte untergingen, konnte Gocciadoro wenigstens unter dieses Match ein dickes Plus setzen: Neben dem nun 560.086 Euro reichen Vivid Wise As, der nach dreimonatiger Sommerfrische den dritten Treffer in Folge setzte, trug Vanesia EK ein erkleckliches Scherflein zur Stallkasse bei.
Gran Premio Gaetano Turilli (Gruppe I int.)
2100m Autostart, 154.000 Euro
1. Vivid Wise As 11,3 Alessandro Gocciadoro 11
5j.br. Hengst von Yankee Glide a.d. Temple Blue Chip von Cantab Hall
Be / Zü: Scud. Bivans; Tr: Alessandro Gocciadoro
2. Tamure Roc | 11,7 Filippo Rocca | 289 |
Sieg: 11; Richter: überlegen 3 - 2 - k.Kopf - ½ - 2 Längen; 10 liefen
Wert: 64.400 - 30.800 - 16.800 - 8.400 - 5.600 sowie 28.000 Euro Züchterprämie
Zweimal 40.040 Euro standen in den beiden Trostläufen zur Debatte, die höchst unterschiedlich frequentiert wurden. Den des „großen Derbys“ nahm nach Absage von Acciaio lediglich ein Quartett wahr, von dem Albatros Joy disqualifiziert wurde. Die 18.200 Euro Siegprämie buchte Björn Goop mit dem Ideale-Luis-Sprössling Ares Caf für Alex Gocciadoro vor Ananas Jet (von Maharajah), wofür der Totalisator 13 für 10 ausspuckte. Mehr Betrieb war bei den Fillies, bei denen sich Allegra Gifont (von Maharajah) und Antonio di Nardo gegen nach Absage Amelie Kyu Bars acht Mitstreiterinnen durchsetzte. Auch hier war Goop für Gocciadoro unterwegs und steuerte 23:10-Favoritin Amber Prad (von Timoko) auf den Ehrenplatz.