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„So einen Renntag hatte ich noch nie!“

31. Juli 2026
1 Min. Lesezeit
© Ito (Foto: Dennis Kraum)

(dk) Das ist das Résumé von Jochen Holzschuh zum Abschluss der diesjährigen Trilogie im Wangerland.

Ganz vereinzelt gibt es diese Tage, von denen man möchte, dass sie nicht enden, und einen solchen erwischte der Trainer aus Dülmen am Mittwoch, als er alle sechs Trabfahren zum Abschluss der diesjährigen drei Kapitel beim Hooksieler Rennverein e.V. für seine Besitzer gewann.

Damit multiplizierte der Spezialist für ländliche Bahnen am Finaltag gar seine Ergebnisse der ersten beiden Renntage, als er zwei und drei Rennen für sich hatte entscheiden können, und kann am Ende der 2026er Saison auf der Jade-Rennbahn auf ganze elf Treffer zurückblicken.

Den Anfang machte dabei der früh führende Silando, der zwar bei enormem Tempo in der letzten Kurve nach außen driftete und damit Joan Collins (Christa Louwersheimer) aus seinem Rücken alle Chancen einräumte, die in der Folge kurz Vorteile besitzende Zehnjährige in der Distanz aber dennoch wieder sicher hinter sich ließ.

Seinen zweiten Treffer landete er mit Itseblitz, der auf dem Weg an die Spitze anfangs einige Federn gelassen hatte und gegenüber dem eine Runde vor Schluss zu ihm aufgerückten Let it be Petnic (Frank Westerveld) im Einlauf auch schon im Nachteil schien, sich auf den letzten Metern aber eindrucksvoll zurückkämpfte und nach Auswertung der Hilfsmittel, die dem Zielrichter zur Verfügung standen, denkbar knapp die Oberhand behielt.

Seinen ersten Hattrick komplettierte der Mann in Navy Blue anschließend mit dem wie Silando seiner Gattin Julia gehörenden Cracker Jack, der sich an der Spitze keine Blöße gab und als 12:10-Favorit gegen den außen herum sehr respektabel abschneidenden Red Cash (Danny den Dubbelden) zum Seriensieger avancierte.

Ihren Durchmarsch durch das diesjährige Hooksieler Angebot machte danach Frank Boenkes Shanty perfekt, die nach Ende der ersten Gegenseite übernommener Führung von der von Madame Dream (Ferry Hollander) und Joan Collins (Christa Louwersheimer) angeführten Konkurrenz nicht zu gefährden war, bevor Holzschuh für die Rechnung von Birgit Lanfermann auch noch die beiden letzten Rennen gewann.

Bei Ito, den das wettende Publikum ob seiner Klasse trotz einer doppelten Zulage als 10:10-Favoriten ins Rennen schickte, hatte sich der Trainer dabei im Vorfeld durchaus skeptisch gezeigt, weil sein Schützling den Bänderstart-Test im Heat eher mäßig hinbekommen hatte.

Gegen die heute bei allem Respekt eher mäßige Konkurrenz konnte sich der Mönchengladbacher Mitteldistanz-Bahnrekordhalter aber einen Sicherheitsstart leisten, nach dem er den treuen Nitro Greenwood (Danny den Dubbelden) sowie Pralla Michi (Susanne Koch) im Einlauf "mit Umgucken" beherrschte und nach Silando und Itseblitz den dritten Züchter-Erfolg für Laurenz Meßmann unter Dach und Fach brachte.

Und wenn's läuft, dann läuft's bekanntlich. Und so reihte sich zum Abschluss der traditionellen Sommersaison im Norden Wilhelmshavens, deren für ländliche Veranstaltungen überdurchschnittliche Professionalität dem Bahnbesucher nahezu auf jedem Meter des Terrains ins Auge stach und zu deren Gelingen Vereinspräsident Immo Müller mit seinem Team wieder leidenschaftlich beigetragen hatte, auch noch My Josephine in das herausragende Ergebnis der Equipe von der Columbus Farm ein.

Nach dem Motto "drei-zwei-eins" krönte die Bourbon-Blue-Tochter, die an den drei Renntagen mit den gleichlautenden Ergebnissen abschloss, ihre Hooksieler Performance und rettete sich gegen die zuletzt noch sehr zudringlich werdende Hera (Krista Timmer) mit einem knappen Vorsprung soeben über die Linie.

Die Holzschuh-Festspiele wurden lediglich durch ein Monté unterbrochen, in dem Ronja Walter einmal mehr ihre einzigartige Stellung unter Deutschlands Trabreiterinnen unter Beweis stellte. Erstmals mit Wolfgang Nitschs Fox Double Trouble liiert, präsentierte sie den Cantab-Hall-Sohn nahezu wie verwandelt und verhalf dem Neunjährigen zum ersten vollen Erfolg seit beinahe auf den Tag genau fünf (!) Jahren, als sie die von Marso's Wish (Marlene Matzky) angeführte Gegnerschaft mit vollen acht Längen abkanzelte.

48:10 war dabei eine Quote, die es auf die deutsche Abonnement-Championesse wahrlich nicht alle Tage gibt.

Text und Fotos: Dennis Kraum