(dk) Neben Dressurprüfungen, Minitraber-Rennen und einem Polospiel bildeten fünf Trabrennen mit am Ende sechs Siegern das Kernstück der Pferdesportveranstaltung am Sonntagnachmittag auf dem Heisterfeldshof in Bedburg-Hau, wo der umtriebige Uwe Zevens und sein Team 20 Jahre nach der ersten Rennveranstaltung am Niederrhein im Jahr 2006 Jubiläum feierten und dabei den Wettergott wieder auf ihrer Seite hatten.
Vier der fünf erneut ganz im Zeichen der Charity-Initiative For Children Living zugunsten der Elterninitiative der Kinderkrebsklinik Düsseldorf e.V. stehenden Rennen waren dabei unter dem Titel Niederrheinische Monté-Meisterschaft als Reiten konzipiert, in denen die Pferde in zwei Gewinnklassen jeweils doppelt an den Start gingen - zunächst über 2.100 Meter und dann über die Meile.
Den Auftakt machte Ronja Walter mit dem Wieserhofer Gramüller-Schützling Negresco, mit dem die Abonnement-Championesse rechtzeitig zur Stelle war, als der Satteldebütant Obelix Newport (Hannah Schmitz) seinem anfänglichen Tempo Tribut zollen musste und auch noch von Lelle A.T.M. (Emma Stolle) und Fox Double Trouble (Maja Thamm) passiert wurde.

Im zweiten Durchgang dieser Gewinnklasse auf der Kurzstrecke verteidigte sich der wiederum sofort führende Bergmann-Schützling, der zu dieser Gelegenheit sogar als Favorit angetreten war, bis zuletzt zäh, musste das neuerlich bessere Timing von Ronja Walter auf Negresco aber zuletzt mit einer halben Länge Rückstand hinnehmen, während der unterm Strich wohl zu offensiv vorgetragene und daher am Ende einbrechende Fox Double Trouble (Maja Thamm) eine Weile zurück das dritte Geld auf den letzten Metern an Val de Loire (Nikita Menger) verlor.
Bei den deutliche Gewinnreicheren gab jeweils Honey Bear (Maja Thamm) sofort den Takt vor, während Carlin Swann es mit Intensity beide Male aus dem Rücken des Blitzstarters aus dem Gentz-Quartier versuchte. Der im ersten Durchgang noch für lukrative 57:10 zu habende Federal-Flex-Sohn legte dabei auf der Mitteldistanz immer zu und hielt sich den den Dubbelden-Vertreter souverän mit einer Länge vom Hals, weshalb er in Durchgang zwei dann auch als 21:10-Totofavorit antrat.
Hier aber robbte sich Carlin Swann mit dem ihr anvertrauten Schweden in der Distanz zusehends an den Piloten heran und rang diesem auf der Linie den Gleichstand ab. Der wurde im Nachgang nicht von allen widerstandslos akzeptiert, war aber das einzig richtige Urteil, das die Rennleitung unter den gegebenen Umständen im Einklang mit der Trabrennordnung in Ermangelung eines Zielfotos fällen konnte, dessen Veröffentlichung bei Abständen von einem Kopf und darunter vorgeschrieben ist.

Da Ronja Walter im zweiten Lauf um den dritten Platz mit Gino den Spieß gegenüber Bismillah Face (Nikita Menger) hatte umdrehen können und sie damit schlussendlich exakt dieselben Platzierungen wie Maja Thamm errang (zwei Siege, ein dritter und ein vierter Rang), gab der halbe Zähler, den Swann in der Punktewertung um den Gesamtsieg in der Niederrheinischen Monté-Meisterschaft der zum ersten Mal zwei Rennen an einem Tag gewinnenden Thamm aufgrund des toten Rennens abtrotzte, den Ausschlag darüber, dass die Alvesloherin den von Amateurfahrer-Ikone Rita Drees ausgelobten und überreichten Ehrenpreis - eine der insgesamt zehn in ihrer unvergleichlichen Karriere in Dinslaken gewonnenen Perlenketten - in Empfang nehmen konnte. Die denkbar knapp unterlegene Thamm sowie Swann (4. / 2. / 6. / 1.+) belegten im Gesamtklassement die Plätze zwei und drei.

Den Ausflug in seine alte Heimat perfekt machte Victor Gentz zum Abschluss im mit stattlichen 10.000 Euro dotierten Ben Schiffmann-Memorial, das man dem Veranstalter nur als Trotteur-Francais-Rennen genehmigt hatte, um die zeitgleiche Bahrenfelder Veranstaltung konkurrenzfrei zu halten, und das solchermaßen aus drei Bändern über die in Bedburg-Hau schon traditionelle 3.000-Meter-Distanz ausschließlich Franzosen ganz unterschiedlicher Gewinnklassen zusammenbrachte.
Hier führte der Mietgendorfer Peter Sieburgs immer zuverlässiger werdenden Kaporal du Houssel von der Grundmarke gut in die Partie und ausgangs der ersten Gegenseite in die zweite Position, um mit ihm etwa 1.300 Meter vor dem Ende das Kommando zu übernehmen und der Konkurrenz am Ende nach Belieben weg zu fahren. Der mit einer Doppelzulage abgegangene Toto-Favorit Floreal (Robbin Bot), mit rd. 535.000 Euro Lebensgewinnsumme einer der französischen Grift-Veteranen und knapp 20 Mal so reich wie der Sieger, bürdete sich durch eine Galoppade im dritten Bogen noch einmal gut 20 zusätzliche Meter auf, raufte sich mit seiner ganzen Klasse aber sechs Längen hinter dem Triumphator nichtsdestotrotz noch um eine Länge an dem respektabel abschneidenden Good Haufor (Danny den Dubbelden) vorbei auf den Ehrenplatz.

Alle Fotos: Dennis Kraum