(dk) Jochen Holzschuh - seit langem "King von der Kirmes" bei nahezu allen ländlichen Veranstaltungen, die er mit seinen Schützlingen bereist - mag sich erschrocken haben, als er der Starterlisten für diesen Sonntag in Quakenbrück ansichtig geworden war, stand ihm doch nicht zuletzt aufgrund der kaum erwartbaren Engagements von Michael Nimczyk, der erstmals im Hase-Park vorstellig wurde, sowie Marciano Hauber, der die Nähe zu seinem kaum mehr als 100 Kilometer entfernten Trainingsquartier nutzte und gar sein Debüt auf Deutschlands ländlichen Bahnen gab, Konkurrenz ins Haus, mit der er sich bislang in der "Provinz" nicht hatte auseinander setzen müssen.
Der Trainer aus Dülmen hielt - um es gleich auf den Punkt zu bringen - diesem Ansturm nach Kräften stand, gewann zwei - und damit immerhin ein Drittel - der den Trabern vorbehaltenen Rennen im Rahmen der wie immer gemischten Karte beim Artländer Rennverein e.V., dessen Event vermutlich national das am besten organisierte ländlicher Veranstaltung ist und bei dem Jens Lampe mit seinem Team einmal mehr ganze Arbeit leistete.
Mit Frank Boenkes Seriensiegerin Shanty (Titelfoto: Dennis Kraum), die er mit der auf ländlichen Bahnen schlicht erforderlichen Gerissenheit aus der zweiten Reihe sofort in Stellung brachte, um in der letzten Gegenseite aus dem zweiten Paar zu einer Attacke zu blasen, der die Konkurrenz nicht Folge zu leisten im Stande war, sowie mit dem seiner Gattin Julia gehörenden Cracker Jack, der Start-Ziel gar zum sechsten Mal in Folge gewann, brachte der Mann in Navy-Blue seine Saisontreffer Nr. 29 und 30 im C-Bahn-Zirkus unter Dach und Fach und kann sich damit bereits vor dem diesseits des Weißwurst-Äquators in zwei Wochen in Bedburg-Hau anstehenden 2026er Saison-Finale der Event-Veranstalter, bei dem ohnehin beinahe ausnahmslos Trabreiten auf dem Programm stehen, frühzeitig als alter und neuer C-Bahn-König und Protagonist der 2026er Saison auf den ländlichen Bahnen feiern lassen.
Holzschuhs heutige Konkurrenz setzte aber nichtsdestotrotz markante Duftmarken. Das galt vor allem für Marciano Hauber, der nicht nur seinen Einstand in der deutschen C-Bahn-Szene mit dem Start-Ziel dominierenden "Homemade" Fiobinho (Foto: Dennis Kraum), der den Gegnern auf dem Schlussviertel schlicht auf und davon lief, für die Rechnung des zu diesem Zeitpunkt auf der A1 noch im Stau stehenden Christoph Wintermeyer auf Anhieb siegreich abschloss, sondern auch mit dem von Bas Crebas gecoachten Un Mec Paasloo ein solches Kaliber zur Hand hatte, dass er dem mit immerhin 5.000 Euro dotierten Hauptrennen der Traber unumwunden den Stempel aufdrückte.

Als er mit dem zuletzt schon in Oostende imponierend siegreichen Wallach in der letzten Gegenseite die Attacke der besserklassigen Pferde initiierte, hatte er schnell gewonnenes Spiel und ließ sich von Danny den Dubbeldens Norbert Charisma, der sich in dieser Gesellschaft auf Anhieb prächtig verkaufte, auch nicht mehr aus der Ruhe bringen, während sich Certainly (Kevin Onderwater) weit zurück gegen Ito (Jochen Holzschuh) noch so gerade um Platz drei behauptete.
Aber auch Michael Nimczyk ging bei seinem Artländer Debüt nicht leer aus. Der aus Willich mitgebrachte Purple Rain fand sich mit den Gegebenheiten auf Gras im Hauptrennen zwar nicht wie von seiner Equipe erhofft zurecht und quittierte Deutschlands Abonnement-Champion vor Erreichen der letzten Gegenseite mit einer Galoppade den Dienst, für das Gestüt Seelust und Trainer Bernd Warnke bewahrte der Goldhelm zum Abschluss deren sofort an der Spitze etablierter Desert Rain (Foto: Dennis Kraum), mit der er im ersten Anlauf aus der zweiten Reihe noch an Cracker Jack abgeprallt war, aber einen minimalen Vorteil gegenüber dem nicht schlechter gefallenden Silando (Julia Holzschuh).

Im Trabreit-Debüt des Artländer Rennverein e.V. war einmal mehr Ronja Walter, die für dieses Ereignis ein potenzielles Engagement im 28. Österreichischen Sattel-Derby in Baden bei Wien hatte sausen lassen, mit dem von Uwe Zevens gecoachten DeAngelo ForChildren (Foto: Dennis Kraum) das Maß aller Dinge, auch wenn King of Swing (Hannah Schmitz), der bei seinem Sattel-Einstand den Start gründlich verpatzt hatte, auf der Schlussrunde doch noch enorm viel Boden gutgemacht hatte und dem Sieger ohne den anfänglichen Fauxpas vermutlich alles abverlangt hätte.
