(dk) So manchem Rennsportfan nicht nur in unserem westlichen Nachbarland mag die Tatsache, dass das Merrie Derby R (35.000 Euro - 2.000 m) und damit eines der reputationsreichsten Rennen, das Trabersport-Nationen von jeher zu bieten haben, heute unter dem Edikt der PMU an einem - noch dazu verregneten - Freitagmittag ohne großen Publikumszuspruch über die Bühne gehen musste, bitter aufgestoßen sein. Dem Ereignis wurde die Kulisse solchermaßen kaum gerecht.
Das soll die Leistung der souverän siegreichen Rose Starlake, mit der Jeffrey Mieras beizeiten auf das Kommando gepocht hatte und lange ein vergleichsweise gemächliches Tempo nicht zuletzt deshalb vorlegen konnte, weil seine Stute von der vor den Tribünen zu ihr vorgerückten Trainingsgefährtin Rosie CD (Dion Tesselaar) auf der Schlussrunde weitgehend abgeschirmt wurde, nicht schmälern.
Unter den gegebenen Umständen ließ sich die Indigious-Tochter, die heute erst ihren sechsten Lebensstart absolvierte, jedenfalls nicht mehr aus der Ruhe bringen und legte in eher moderaten und natürlich auch den Bahnverhältnissen aufgrund der vorherigen heftigen Regenfälle geschuldeten 1:17,3 immer souverän zu.

Zugleich nahm sie gründlich Revanche an ihrer jüngsten Bezwingerin Royal Express und bescherte der sich hinter der Starlake Stable verbergenden Familie de Groot ihren vermutlich bisher größten Erfolg im Rennsport. Rosi Starlake ist das letzte Pferd, das der vor zwei Jahren verstorbene Ton de Groot, dem die Rennbahn in Alkmaar immer sehr am Herzen lag und dem mittlerweile die dortige Traditionsprüfung "4,5 Kilometer van Alkmaar" gewidmet ist, zusammen mit seiner Frau Sierdje (auf dem Titelbild mit Decke über dem Arm) gezüchtet hat. Und seine Passion wird durch Sohn Kees (im Bild links) fortgeführt.
Ob die Leistung der bei 35:10 am Wettmarkt als Co-Favoritin gehandelten Braunen wirklich eine „Demonstration“ war und sie sich als „klar beste Stute ihres Jahrgangs präsentierte“ - wie Jung-Moderator Wessel Goudsblom bei der Siegerzeremonie ausführte -, sei einmal dahin gestellt und wird im zweiten Fall vor allem die Zukunft zeigen. Unter den heutigen Vorzeichen jedenfalls war ihr keine ihrer 14 Konkurrentinnen gewachsen.
Auch nicht die Toto-Favoritin Royal Express aus dem Hagoort-Quartier, die rechtzeitig zum Derby von ihrer Schweden-Kampagne zurückgekehrt war und mit der Robin Bakker der Tesselaar-Vertreterin vor vier Wochen in der Fokkers Trofee R Merries im Victoria Park Wolvega auf Anhieb das Nachsehen gegeben hatte.
Am Freitag verschaffte "Mister Derby" der 28:10-Favoritin zwar im erst zweiten, dann dritten Paar außen wiederum ein Rennen aus der Deckung, nach dem sie in der sehr rasanten Schlussphase aber diesmal keinen entscheidenden Boden gutmachen konnte und mit Rang drei hinter ihrer voll durchziehenden Lokomotive Rihane (Micha Brouwer) vorliebnehmen musste, während die kleineren Gelder an die trotz der in der Schlussphase deutlich angezogenen Pace noch einigen Boden gutmachende Ragna L Kite (Rob de Vlieger) sowie Ratina Transs R (Danny Brouwer), die in der Distanz im Rücken der Pilotin nicht mehr ganz mitkam, gingen.
Abzüge in der B-Note attestierten die Experten indes dem bislang unumstrittenen Jahrgangs-Primus Rolleman Flevo und seinem Trainer Dion Tesselaar bei ihrem Sieg in der Derby Selectie R (5.000 Euro - 2.000 m), in der der Maharajah-Sohn auch beim 12. Lebensstart nach nahezu umgehend übernommener Führung voraus blieb und dabei unter erst einsetzenden Regenfällen und damit noch deutlich besseren Rahmenbedingungen als später im Stuten-Derby für Duindigt herausragende 1:13,8 vorlegte.
Die Tatsache, dass der 13:10-Favorit mit Erreichen des Einlaufs an der Spitze gut zwei Spuren nach außen wich und zur Mitte der Endgeraden mit dem über den gesamten Weg durch die Todesspur marschierenden 231:10-Außenseiter Rising Sun Boko (Danny Brouwer) gar im Kampf lag, bevor er sich von diesem doch wieder um eine halbe Länge freimachte, lässt seine bislang stets klar bezwungenen Untertanen für das "Rennen der Rennen" am Sonntag in zwei Wochen aber Morgenluft schnuppern.