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Paukenschlag durch Marions Gordon

31. August 2026
1 Min. Lesezeit
© Franz Hahn

(MTZV-press) Frauen im Trabrennsport sind seit vielen Jahren eine Bank und spätestens seit die Schwedin Helen Johansson den Traber-Olymp erklommen und mit Ina Scot den Prix d’Amérique gewonnen hat, sind die Damen im Sport gut angesehen. Eine Lücke auf der Landkarte der weiblichen Siege in großen Rennen schloss sich am Sonntagnachmittag in Daglfing.

Im Hacker-Pschorr Bayern-Pokal konnte bislang noch nie eine Frau den Sieger steuern, was Marion Dinzinger mit einem sensationellen Sieg änderte. Mit dem zehnjährigen Franzosen Gordon Mijack, Gewinner von rund 350.000 Euro, gelang der Amazone, die auch Besitzerin und Trainerin des Wallachs ist, ein nicht erwarteter Triumph, und das mit einer Fahrt, die als sehr abgebrüht gelten kann.

Mit doppelter Zulage, ebenso wie der Toto-Favorit Charmy Charly AS (Michael Nimczyk), ins Rennen gegangen, wartete Dinzinger mit dem im französischen Rennsport gestählten Wallach im Rücken des Favoriten lange auf ihre Chance. Vorne hatte vom Start weg der holländische Gast Olize JB Boko (Jim Veldman) für das Tempo gesorgt und einen Angriff von Navajo MH in der Schlussrunde erfolgreich abgewehrt. So brachte der Niederländer das Feld als deutlich Führender in den Einlauf. Dann verließen die einzige Stute im Feld allerdings ein wenig die Kräfte, die sich Gordon Mijack den ganzen Weg über gespart hatte.

Aus dem Rücken von Charmy Charly AS wagte Dinzinger ganz außen den Angriff, holte auf den letzten 200 gute 25 Meter auf die Führende auf und holte sich so als 31,0:1-Außenseiter den Sieg in Daglfings wichtigster Prüfung des Jahres vor Olize JB Boko und Charmy Charly AS, der mit seinem Schlussangriff zwar noch viel Boden gutmachte, aber nicht ganz den Endspeed des Siegers erreichte.

Eine überglückliche Marion Dinzinger berichtete im Winnercircle vom bislang größten Sieg ihrer Karriere, den sie als Amateurin mit dem Franzosen erringen konnte. Jedenfalls sorgte der Überraschungssieger für eine nicht getroffene V6-Wette, womit demnächst ein Jackpot in Höhe von 5.959 Euro zur Ausspielung kommt.

Blizzard Diamant macht seinem Namen alle Ehre

Ein Schneesturm bei sommerlichen Temperaturen ist physikalisch nicht möglich, aber wenn ein Pferd mit dem Namen Blizzard Diamant so souverän agiert, wie es der Diamant in der München TCT-Vierjährigen-Trophäe tat, so kann man zumindest im übertragenen Sinne von einem Sturm über Daglfing sprechen. Gleich nach dem Start mit seinem Fahrer Jim Veldman an die Spitze gezogen, ließ der hochklassige Hengst den ganzen Weg keinen Gegner in seine Nähe, verabschiedete sich im Schlussbogen von den Gegnern und siegte überlegen gegen Jaccomo (Michael Nimczyk) und Red Fire (Christoph Schwarz).

Mit einem Schlusskilometer in 1:11 zeigte der Sieger seine überragende Klasse. Beim Siegerinterview erklärte Züchter und Mitbesitzer Andreas Schwarz, dass man als nächstes die Breeders Crown in Berlin wahrnehmen möchte, um nach einer Pause im kommenden Jahr vor allem in Skandinavien anzugreifen. Man darf gespannt sein, ob der Traum des Elitloppet-Starts für Blizzard Diamant und seine Besitzer in Erfüllung geht. Die Chance dazu besteht auf jeden Fall.

Zoraya und Sir Francis überzeugen bei den Zweijährigen

Einen Start-Ziel-Erfolg sicherte sich im TCT-Zweijährigen-Cup Zoraya (Christoph Schwarz). Die Stute aus dem Aschheimer Stall Wieserhof holte sich trotz äußerer Nummer sofort das Kommando und hielt die Gegnerinnen leicht in Schach. Am Ende stand ein Sieg in starken 1:16,1 / 1.609 Meter gegen Silver Girl Boko (Dion Tesselaar) und Venus Engelenberg (Marciano Hauber).

Durch drei Nichtstarter stark dezimiert war das Feld bei den zweijährigen Hengsten und Wallachen. Dion Tesselaar holte sich im Dreier-Feld das Kommando mit Silver Joe vor Sir Francis (Jim Veldman) und vor dem Toto-Favoriten Hot Shots S (Michael Nimczyk). Eine Runde vor Schluss reagierte Hot Shots S mit einem Fehler und wurde disqualifiziert, so dass der Sieg im Zweikampf der beiden verbliebenen Kandidaten entschieden wurde. Das bessere Ende hatte hier Sir Francis. Der Vertreter des Stalles Sinos siegte in 1:14,8 / 1.609 Meter und holte sich den Siegerscheck über 5.500 Euro.

Adonis HB und Una sorgen in den Kriterium-Qualifiern für Nimczyk-Doppel

Den Qualifier zum Dreijährigen-Kriterium für Hengste und Wallache sicherte sich Adonis HB (Michael Nimczyk). Der Maharajah-Sohn aus dem Besitz von Hans Brocker holte sich nach dem Start das Kommando und spulte in der Folge sein Pensum ab. Im Einlauf rückten ihm zwar die Gegner Höwings Fabio (Jim Veldman) und der am Start fehlerhafte Roswald Eagle (Marciano Hauber) sehr nahe, konnten den Sieger aber nicht in Verlegenheit bringen.

Bei den Stuten ging der Sieg an Una (Michael Nimczyk), so dass sich der Goldhelm beide Kriterium-Qualifier sichern konnte. Ausgangs des ersten Bogens sicherte sich die Toto-Favoritin das Kommando, ließ in der Gegenseite Miracle of Love (Loris Ferro) vorbei, um nach einer Runde wieder das Kommando zu übernehmen. Begleitet von Shenandoah (Christoph Schwarz) führte Una in den Einlauf und löste sich von den Gegnern. Im Kampf um den Ehrenplatz setzte sich Wanda Maximoff (Jens Bergmann) gegen Cassiopeia Diamant (Josef Franzl) durch.

Der Rahmen

Seinen ersten Sieg als Profi konnte zum Auftakt des Renntags Tom Karten feiern. Mit der ihm selbst gehörenden Senna bestimmte der Neu-Profi sofort das Geschehen. Zwar sah die Attacke von Sephora (Christoph Schwarz) vielversprechend aus, jedoch reagierte die Stute ausgangs des Schlussbogens mit einem Fehler, so dass die Favoritin nicht mehr in Verlegenheit geriet und überlegen siegreich blieb.

Nach seinem Comeback in Berlin siegte Billy Kimber (Peter Platzer) aus den Bändern. Trotz Zulage setzte sich der Wallach vor den Zuschauern an die Spitze, drosselte die Fahrt in der Folge erheblich. D Day AS (Romina Geineder) zeigte sich auf den letzten 800 Metern sehr angriffslustig, kam Billy Kimber an der Spitze gefährlich nahe, aber nicht am Sieger vorbei. Hinter diesen beiden sicherte sich Magnum Stone (Dr. Conny Schulz) Rang drei.

Den Sieg im Preis der Tierarztpraxis Fohlenweide sicherte sich zum Auftakt der V6-Wette Carrie B. (Lena Franzl), die als Favoritin die Aufgabe souverän löste und Pippa Lobell (Christoph Schwarz) und Derby Winner (Lasse Grundhöfer) klar hinter sich ließ.

Im Eduard-Walek-Rennen kam Porsche Boko (Jim Veldman) aus zweiter Reihe erst im Schlussbogen auf Touren, dann aber mächtig. So überholte der Wallach auf den letzten Metern La Mirage (Andreas Geineder) und Neptune Newport (Christoph Schwarz) und kam noch zum leichten Sieg.

Einen schönen Treffer feierte Dr. Conny Schulz im Preis der Elisabeth-Mann-Stiftung mit Lingot d’Or. Der in den Farben ihrer Cousine Steffi laufende Wallach agierte von der Spitze aus sehr stark und ließ den Angriff von Wyanet (Stefan Hiendlmeier) im Einlauf sicher ins Leere laufen. Dahinter gefiel It's Me mit Julia Wiesner auf Rang drei.

Einen Sieg für Aconcagua (Rudi Haller) gab es im Peter-Schmaus-Rennen. Aus dem Rücken von Valesco (Christoph Schwarz) attackierte der Fünfjährige und hatte letztlich die besseren Reserven gegenüber dem Wieserhofer, der nach strammer Eröffnung zum Schluss nicht mehr viel entgegensetzen konnte, aber auch in der Niederlage sehr gut gefiel.

Einen grandiosen Tag erlebte Jim Veldman. Der zweite Mann am Stall von Paul Hagoort feierte nicht nur Siege durch Sir Francis, Blizzard Diamant und Porsche Boko, sondern punktete auch noch mit Ranomi Flevo, womit der junge Niederländer zum erfolgreichsten Fahrer des Tages avancierte und München sicherlich demnächst zu seinen Lieblingsbahnen zählen wird.

Der nächste Renntag in Daglfing steht am Mittwoch, 16. September, auf dem Programm. Veranstaltungsbeginn ist dann voraussichtlich um 18:30 Uhr.

Alle Fotos: Franz Hahn