(dk) Vor allem in Deutschland, wo ihm seit 2013 bislang nicht weniger als sieben Siege im "Rennen der Rennen" gelungen sind, hat sich Robin Bakker den Spitznamen "Mister Derby" erarbeitet. Und jenem Ruf wurde er an diesem Sonntag auch in seiner Heimat gerecht, wo er sich in Duindigt mit Stable Why Nots Roy Schermer das »Derby R« (74.000 Euro/2600 Meter) sicherte und zur Stelle war, als das, was nicht wenige Experten nach dem nicht mehr voll überzeugenden letzten Sieg des bis dato bei zwölf Starts ungeschlagenen Jahrgangs-Primus Rolleman Flevo erahnt hatten, tatsächlich seine Bestätigung fand.
Dion Tesselaar hatte mit seinem Crack wie üblich früh das Kommando übernommen und dieses nach einer kurzen Rochade mit dem ausgangs der ersten Gegenseite heranstürmenden Ram Jam (Michel Rothengatter) auch alsbald zurückerobert. Noch bis ausgangs des Schlussbogens, als Robin Bakker mit seinem trotz einer sehr erfolgreichen Schweden-Kampagne zu Beginn des Jahres in seinem Heimatland bis zu diesem Sonntag pikanterweise noch sieglosen Maharajah-Sohn, mit dem er in der letzten Überseite im Rush bis zum Piloten vorgestoßen war, bereits am Limit schien, wirkte der 17:10-Favorit vorne souverän.
Doch mit Erreichen des Einlaufs schwand dieser Eindruck zusehends. Und das zunächst nicht einmal zugunsten von Roy Schermer, der empfindlich gestört wurde, als Rolleman Flevo seinem Steuermann beim Ziehen der Watte eine gute Spur nach außen lief, worauf der Hagoort-Schützling mit einer kurzen Galoppade reagierte, sondern als erstes vielmehr zum scheinbaren Vorteil der ebenfalls von Tesselaar vorbereiteten Stutenderby-Siegerin Rose Starlake, mit der sich Jeffrey Mieras 800 Meter vor dem Ziel an den vorrückenden Roy Schermer angekoppelt hatte und hernach aus der dritten Spur nicht mehr herausgefunden hatte.
Als es schon nach einem Einlauf der beiden Pferde aus Willemsoord aussah, kam der bei 53:10 am zweitstärksten gewettete Roy Schermer zwischen diesen beiden auf den letzten 100 Metern mit der zweiten Luft zurück und arbeitete sich bis zur Linie in 1:16,8 noch einen Vorsprung von knapp einer Länge auf die Indigious-Tochter heraus, die den bislang ungeschlagenen Dunkelbraunen um etwa denselben Abstand hinter sich ließ. Royal Express (Jim Veldman), die zweite Hagoort-Farbe, blieb als Vierte noch einigermaßen dran, während zum Fünften Rex Beuckenswijk (Jaap van Rijn) bereits eine deutliche Lücke klaffte.
Für Robin Bakker, der einen Monat nach dem Deutschen Traber-Derby mit Fragolino Rosso nun auch das niederländische Pendant gewann, markierte Roy Schermer nach Clint W Boko (2012) und Let It Be VP (2021) seinen dritten Derby-Sieg auf der mit 120 Jahren ältesten Trabrennbahn der Niederlande in Wassenaar, während es für den Stable Why Not der erste Erfolg im wichtigsten Nationalereignis des niederländischen Trabrennsports war.
