(Travronden/MT) Die Leistung als Dreijähriger führte zu einer langen Diskussion zwischen Marc Elias und Besitzer Herbert Schütze. Lohnt es sich wirklich noch, weiterhin Einsätze für das Deutsche Derby zu zahlen? Nun steht Conquistador im Finale.
Die Abstammung des vierjährigen Conquistador ist ganz der Familie Lugauer-Elias zu verdanken.
Mutter Venzy Way (v. Diamond Way) begann ihre Zuchtkarriere 2012 mit der Sam-Bourbon-Tochter Bijou Bourbon H.M., die von Conrad Lugauer trainiert wurde und mit dessen Sohn Marc 2018 den Super Trot Cup (35.000 Euro) in Berlin gewann.
Vater ist Spartan Kronos (v. Muscle Hill), der im Kungapokalen Zweiter wurde und bei einem seiner beiden Siege in Vincennes über die Mitteldistanz eine Zeit von 1:10,6 Minuten erzielte.
„Spartan hat sein Talent nie voll ausgeschöpft. Ich habe ihn selbst nicht im Rennen gefahren, kannte ihn aber sehr gut“, sagt Marc Elias.
Conquistador hatte keinen so vielversprechenden Start. Die Dreijährigen-Saison umfasste einen Sieg, aber auch vier fehlerhafte Vorstellungen.
Die Teilnahme an allen wichtigen Rennen ist sehr kostspielig. Deshalb besprachen Marc und der Dortmunder Besitzer Herbert Schütze die weitere Vorgehensweise für die kommende Vierjährigen-Saison.
„Wir haben zwei Stunden lang diskutiert. Was sollen wir tun? Weiter auf das Derby hinarbeiten oder die Einsätze reduzieren? Letztlich entschieden wir uns, das Deutsche Derby anzupeilen“.
„Er ist in diesem Jahr reifer geworden, viel ruhiger und hat ordentlich an Muskelmasse zugelegt.“
Trotzdem verlief der Derby-Start am Sonntag auf der Mariendorfer Rennbahn im Süden Berlins für Conquistador alles andere als gut. Er galoppierte hinter dem Auto.
„Ich dachte in dem Moment, so weit und in einer Sekunde ist alles vorbei. Aber das Rennen, das er danach hinlegte, war unglaublich.“
Der haushohe Favorit Fragolino Rosso gewann mit großem Vorsprung und stellte einen neuen Vorlaufrekord auf: 1:11,1 über 1900 Meter. Dahinter sprintete Conquistador – zum ersten Mal ohne Eisen – als Zweiter. Die letzte Runde (1200 Meter) absolvierte er in 1:11,2.
„Wahnsinn! Es war das erste Mal, dass ich mit meinem eigenen Pferd in den Vorläufen dabei war, und es ins Finale zu schaffen, fühlt sich großartig an. Ein dritter Platz im Endlauf ist realistisch, aber angesichts unserer Überlegungen im letzten Winter ist jetzt alles ein Bonus für uns.“
Das Derby-Finale, bei dem es um rund eine Million Schwedische Kronen für den Sieger geht, findet am Sonntag, 16. August, statt.
„Er ist gerade nach Hause gekommen und auf seiner Koppel. Wir sind am Freitag mit ihm losgefahren, und er musste auf einer Ranch außerhalb Berlins übernachten, wo er etwas bockig wurde und nicht so gut fraß. Seitdem ist er wieder munter und aufmerksam, und ich denke, er wird die Reisen gut überstehen.“
Insgesamt drei Laster aus Schweden kehren in zwei Wochen nach Berlin zurück, da Kim Pedersen Sir Hans und Björn Goop Lugano Cortina qualifiziert haben.