(MT/travronden) Mit einem schwedischen Triumph endete am Sonntagnachmittag in Charlottenlund das Dansk Trav Derby 2026 um 1,2 Mio. Kronen (rund 160.000 Euro). Johan Untersteiner dominierte mit dem von ihm trainierten Lazy Dust Start-Ziel.
„Es war fast zu einfach, von so einem Rennen hätte ich nicht einmal zu träumen gewagt“, sagte er unmittelbar nach dem Rennen.

Über 3.000 Meter traten zwölf in Dänemark geborene vierjährige Pferde an – und als der Startwagen das Feld freigab, übernahm der Favorit Lazy Dust rasch die Führung. Untersteiner trat sofort auf die Bremse. Die ersten 500 Meter lagen auf der vom Regen gezeichneten Piste gerade einmal bei 1:14,6.
Nach halber Distanz bei immer noch ruhiger Fahrt ging Magnus Djuse hinter Lucky Mom in die Offensive und arbeitete sich in dritter Spur bis an die Seite von Lazy Dust vor, wo der zweite Favorit 1000 Meter später den Rückwärtsgang einlegte.
Erst auf der Schlussrunde kam richtig Bewegung ins Feld, als u.a. Robin Bakker mit dem Hagoort-Schützling Lust for Life, als Vorlaufdritter in die zweite Startreihe verbannt, seine Zurückhaltung aufgab und sich aus vorletzter Position auf den Vormarsch machte. In teilweise vierter Spur kam der letztjährige dänische Kriteriums-Sieger nur schleppend voran und letztlich über Rang sechs in 1:17,0/3000 Meter nicht hinaus.
Vorne hatte Johan Untersteiner mit perfekt eingeteilten Reserven alles unter Kontrolle und sorgte auch dafür, dass der in seinem Rücken mit Reserven festsitzende Lee Marvin (Birger Jørgensen) nicht entscheidend freikam, sondern außen vom Dritten Ludvig Cash (René Kjær) fesgenagelt wurde.

Ein außergewöhliches Rennen lief als Vierter La Liga Boy (Christoffer Eriksson), der durch einen kapitalen Fehler mindestens 60 Meter verloren hatte, am Ende viel aufholte und klar unter Wert geschlagen war.
Mit 1:16,4/3000 Meter war Lazy Dust (v. Brillantissime a.d. Burning Rain v. Muscle Hill) der langsamste Derbysieger der vergangenen 15 Jahre und weit entfernt von Winston Sisas Rennrekord (1:13,3) aus der 2015er Auflage.
Anschließend gab es wunderbare Szenen in den Ställen. „Er ist fantastisch, das Pferd hat ein Herz aus Gold.“, sagt die Pflegerin Helmine Ödemark.

„Das Derby ist ein großes Ereignis, egal in welchem Land, egal wie groß oder klein es ist. In Dänemark ist es wirklich ein großer Tag. Natürlich macht es besonders viel Spaß, hierher zu kommen und zu gewinnen. Ich finde, Lazy Dust ist ein fantastisches Pferd, mit dem man arbeiten kann. Wir hatten zwei große Ziele mit dem Pferd: zuerst das Kriterium letztes Jahr, wo wir Zweiter wurden, und jetzt das Derby. Es war großartig, dass wir den Sieg mit nach Hause nehmen und ganz oben stehen. Er hat mit Leichtigkeit gewonnen, und es war ein großartiges Erlebnis von Anfang bis Ende, fast schon zu gut“, sagte Johan Untersteiner, der nach Magnus Djuse (2024) und Joakim Lövgren (2025) das Blaue Band Dänemarks nach Schweden einführte.
Noch deutlich bessere Bahnverhältnisse hatte eineinhalb Stunden zuvor die Frei-für-Alle-Garnitur im Rex-The-Great-Race (203.000 Kronen = 27.000 Euro) vorgefunden. Mit bewährter Start-Ziel-Taktik landete der beim 60. Lebensstart erstmals außerhalb Schwedens angetretene A Fair Day mit Oscar Ginman in 1:11,4/1600 Meter seinen 30. Sieg.
Ob der Erfolg des 13:10-Favoriten allerdings so leicht ausgefallen wäre, hätte Tyler Mifsud mit Karin Walter-Mommerts Natorp Bo im Fahrwasser von A Fair Day die Füße still gehalten, anstatt ausgangs der Schlusskurve den komplizierten Weg um den in der Todesspur geschlagenen Eldorado Jet (Robin Bakker) zu wählen, darf ernsthaft bezweifelt werden.

So stürmte der Andover-Hall-Sohn aus der schwedischen Bornmann-Zucht, der zuvor fast acht Monate kein Rennen mehr bestritten hatte, in der Bahnmitte auf den Ehrenplatz, reichte an A Fair Day aber nicht mehr heran.