Dass etwas im Busch war mit dem kleinen Italiener und seinem ausgebufften Chauffeur, konnte man schon nach den Vorab-Interviews ahnen. Zum einen, weil dem Dreifach-Matador Propulsion die Losfee völlig uncharmant die „9“ und damit den schlechteren Platz in der zweiten Reihe hinterm Auto zugelost und Ringostarr Treb mit der „1“ bedient hatte. Wim Paal: „Hätte ich einen Wunsch frei gehabt, ich hätt‘ die ‚1‘ gewählt. Ihm macht die innerste Position überhaupt nichts aus, beginnt er mit dem richtigen Bein, ist zumindest auf den ersten Metern keiner fetziger als er.“ Ob er nach dem Desaster am 7. Juli in Jarlsberg, wo er die Spitze eben nicht zu verteidigen vermochte, innen lange gefesselt war, die Reserven des Dunkelbraunen nie vollständig auszureizen vermocht, sich burschikos in Freiheit gerempelt und deswegen Rang vier zu schlechter Letzt auch noch aberkannt bekommen hatte, die Führung nicht nur sofort zu übernehmen, sondern auch zu halten gedenke, wurde der 59-jährige gefragt. „Ich denke nicht, dass ich das kann. Es hängt davon ab, wie der Matchplan für die Raketenstarter Uza Josselyn und Pastore Bob aussieht. Jerry war noch optimistischer als sonst. Er meinte zwar, Ringo sei nicht ganz so gut drauf wie damals im Elitloppet, aber besser als letztens in Jarlsberg. Also unterschätzt ihn nicht, trotz der mäßigen Formen im Fahrtenbuch.“
Bereits zur Halbzeit konnte man erahnen, wie schwer dem Dreifachsieger ein vierter Triumph aus dieser Lage fallen würde. Niemand erbarmte sich, in zweiter oder gar dritter Spur für Tempo zu sorgen und ihn an die Vorderen heranzuschleppen. Als Nadal Broline ganz betulich aufzuholen begann, lancierte Paal seinen Partner 700 Meter vor Schluss mutig in die Todeslage, um nicht innen verhaftet zu werden, sondern freie Fahrt im rechten Moment zu haben. Zu jenem Zeitpunkt begann Lionel, erstmals mit einer Dreiviertel-Kappe ausstaffiert, den leisen Rückzug, so dass sein Schatten Racing Mange früher in Spur drei musste, als Joakim Lövgren lieb war, und Propulsion endlich eine Lokomotive bekam. Richtig durch zog der Sieger des Kymi-Grand-Prix jedoch nicht, und als es auf die letzte Ecke zuging, war Propulsion „weit draußen“ Schlusslicht.
50. Hugo Åbergs Memorial (Gruppe I int., UET-Masters-Serie)
1609m Autostart, 3.109.000 SEK
1. Ringostarr Treb 09,4 Wilhelm Paal 74
9j.dklbr. Hengst von Classic Photo a.d. Farsalo Egral von Supergill
Be: E.V.A.M. Racing Trotter SRLS, IT; Zü: Az.Agr. Trebisonda, IT; Tr: Jerry Riordan
Pflegerin: Heli Tarrimaa
2. Propulsion 3. Pastore Bob 4. Cyber Lane 5. Uza Josselyn 6. Nadal Broline 7. Racing Mange 8. Bahia Quesnot 9. Gretzky B.R. 10. Lionel | 09,4 Örjan Kihlström 09,5 Mika Forss 09,7 Johan Untersteiner 09,7 Erik Adielsson 09,9 Björn Goop 09,9 Joakim Lövgren 10,0 Junior Guelpa 10,0 Magnus Teien Gundersen 10,2 Jorma Kontio | 18 474 204 66 93 194 269 438 171 |
Sieg: 74; Richter: sicher ½ - 1 - 1¼ - Kopf - 1 Länge; 10 liefen
Zw-Zeiten: 05,5/500m - 09,1/1000m - 10,4/letzte 500m
Wert: 1.609.000 - 800.000 - 400.000 - 200.000 - 100.000 SEK
Ausführliches Video: https://www.youtube.com/watch?v=UGUgGuw2L3Y
Keine Überraschung…
…setzte es im zweiten Breeders-Course-Finale für die Dreijährigen um 1,2 Millionen Kronen. Nach Platz zwei im ersten Finale, das als Treåringseliten am Elitloppet-Tag in Solvalla gelaufen worden war, war der erneut Örjan Kihlström anvertraute Acciaio eine Klasse für sich und eben wie sein Name verrät aus „Stahl“. Im Gerangel um die Spitze setzte sich Björn Goop mit Amelie Grif mit Ach und Krach und ein wenig Drängeln gegen Muscle Valky durch (6.000 Kronen Geldbuße). Kihlström gab an dritter Stelle den hoch interessierten Zuschauer und machte, kaum dass die Varenne-Tochter vorn war, seinerseits Dampf. Fast selbstverständlich ließ Goop den bei 13:10 heißesten Tipp des Tages nach 500 Metern vorbei, womit die Frage nach dem Sieger früh geregelt war.
Premio Going Kronos (Gruppe II int., Dreijährige; Final Breeders Course 3 years old)
1609m Autostart, 1.200.000 SEK
1. Acciaio 11,3 Örjan Kihlström 13
3j.br. Hengst von Love You a.d. Light my Candle von Garland Lobell
Be: Scud. Pink & Black, IT; Zü: Scud. Sant’Andrea, IT; Tr: Alessandro Gocciadoro
2. Ubiquarian Face 3. Arden Wise As 4. Muscle Valky 5. Andromeda Font 6. Amelie Grif 7. Upstate Face 8. Libertin | 11,6 Adrian Kolgjini 11,8 Alessandro Gocciadoro 12,1 Erik Adielsson 12,1 Robin Bakker 12,1 Björn Goop 14,6g Lutfi Kolgjini 14,8g Mattias Djuse | 89 104 100 388 163 327 536 |
Sieg: 13; Richter: überlegen 2½ - 2 - 2 - ½ - Kopf; 8 liefen (NS Roller Coaster Ås / Halsinfekt; Arquana As / Infektion)
Zw-Zeiten: 09,8/500m - 11,7/1000m - 10,7/letzte 500m
Wert: 600.000 - 300.000 - 150.000 - 72.000 - 48.000 - 30.000 SEK
Classichap lässt die Wetter nach Luft schnappen
Mit einem Blitzschlag, der 94 Prozent der Systeme auslöschte, ging die V75-Wette los. Nachdem Zephyr Kronos den Prix Cagnes-sur-Mer für Vierjährige im Galopp aufgenommen hatte, der mit Startreihe zwei gestrafte SprinterMästaren Tae Kwon Deo nur 100 Meter trabte und der irrwitzig in Front gepreschte Patent Leather im Scheitel der ersten Kurve aus dem Takt geraten war, fiel Classichap vor Zabul Fi, Stoletheshow und Mellby Glader die Führung in den Schoß. Alessandro Gocciadoro war sich nicht zu schade, Zidane Grif bei 1:10er Tempo durch die Todesspur zu scheuchen, was den Ready-Cash-Sohn auf der Zielgeraden mächtig ins Schwimmen brachte. An einen Angriff auf den von Jerry Riordan trainierten US-Boy, der seine Meriten „drüben“ unter Trond Smedshammers Regie eingeheimst hatte, war da nicht mehr zu denken - der Mann in Gelb hatte alle Mühe, seinen Partner auf den Beinen zu halten.
Prix Cagnes-sur-Mer 2017 (int., Vierjährige)
1609m Autostart, 403.500 SEK
1. Classichap 10,3 Thomas Uhrberg 537
4j.br. Hengst von Chapter Seven a.d. Classical Flirt von Yankee Glide
Be: Sparedåsen i Sverige AB; Zü: Hayley Moore, US; Tr: Jerry Riordan
2. Stoletheshow 3. Zabul Fi 4. Tae Kwon Deo 5. Mellby Glader Zidane Grif Zephyr Kronos Maxus Patent Leather | 10,4 Erlend Rennesvik 10,6 Carl Johan Jepson 10,7g Adrian Kolgjini 11,2 Robert Bergh 3.gdZ. Alessandro Gocciadoro dis.r. Örjan Kihlström dis.r. Björn Goop dis.r. Magnus Teien Gundersen | 242 31 36 132 74 61 267 81 |
Sieg: 537; Richter: sicher ½ - 2 - (Kopf) - Hals; 9 liefen
Zw-Zeiten: 08,9/500m - 10,0/1000m - 10,8/letzte 500m
Wert: 200.000 - 100.000 - 50.000 - 26.500 - 17.000 - 10.000 SEK
Reckless‘ glückliche Titelverteidigung
Flutschte es für Riordan an diesem Abend wie auf einer Ölspur, so wurde es für Joakim Lövgren ein Heimspiel zum Vergessen. Mit Stall Adamas‘ Comanche Moon im Speed nur um das berühmte „Frauenhaar“ an Esprit Sisu und Erik Adielsson zu spät gekommen und mit 50.000 statt möglicher 100.000 Kronen abgespeist, mit Racing Mange früher als geplant aus der Deckung gezwungen und damit chancenlos, schien dem Jägersroer Trainer endlich im die V75-Wette beschließenden Malmö Stads Pris über drei Runden Fortuna hold. Für die Schlussrunde krallte sich der 53-jährige rigoros mit Illuminati den Taktstock vom österreichischen Derby-Sieger Nero Maximus, den Markus Waldmüller für den gesperrten Conrad Lugauer fuhr, legte 500 Meter vorm Ziel eine rasante Tanzplatte auf und schien vier Längen vor den Verfolgern, die von Mister Niky in zweiter und Partizan Face vor Juan und Reckless in dritter Spur angeführt wurden, einem ungefährdeten Sieg entgegen zu streben.
Malmö Stads Pris (Grupp II int., ab dreijährig)
3140m Bänderstart; 20m Zulage ab 600.001, 40m ab 1.500.001 SEK; 505.500 SEK
1. Reckless 3180 13,7 Björn Goop 26
9j.br. Hengst von Ready Cash a.d. Haver von Supergill
Be: Byggnads AB Husaren & Stall Goop AB; Zü: Annika Goop; Tr: Björn Goop
2. Dragster 3. Juan 4. Captain Morgan 5. Dekadent K. 6. Mister Niky 7. Nero Maximus 8. Partizan Face 9. Racing Ribb 10. Close to Heaven Illuminati Panamera | 3160 14,2 Roger Malmqvist 3160 14,3 Peter Ingves 3160 14,3 Wilhelm Paal 3140 14,8 Thomas Uhrberg 3140 15,2 Carl Johan Jepson 3140 15,3 Markus Waldmüller 3160 14,9 Adrian Kolgjini 3140 15,8g Lutfi Kolgjini 3140 16,0 Ken Ecce 3160 1.gdZ. Joakim Lövgren 3140 dis.r. Jörgen Sjunnesson | 230 92 198 528 234 80 86 233 715 55 190 |
Sieg: 26; Richter: Kampf (½) - k.Kopf - 1 - ½ - ½ Länge; 12 liefen (NS Super Grabben / Halsinfekt)
Zw-Zeiten: 16,5/500m - 15,8/1000m - 15,6/1500m - 15,4/2000m - 14,3/letzte 500m
Wert: 250.000 - 125.000 - 62.500 - 31.500 - 18.500 - 11.000 - 7.000 SEK
V75-1 (4jähr.): V75-2 (-): V75-3 (BC 3jähr.): V75-4 (-): V75-5 (-): V75-6 (Åbergs): V75-7 (Stayer): | Classichap / Thomas Uhrberg Ike Schermer / Rick Ebbinge Acciaio / Erik Adielsson Staro McMillan / Ken Ecce Esprit Sisu / Erik Adielsson Ringostarr Treb / Wilhelm Paal Reckless / Björn Goop | 537 17 13 28 57 74 26 |
Umsatz V75: 32.141.522 SEK
1. Rang: 404,5 Systeme à 20.658 SEK
2. Rang: 117 SEK
3. Rang: Jackpot
Umsatz Top-7 (-): 701.380 SEK
Bei angenehmen 23 Grad hatten die Zweijährigen mit ihrer Tvååringspremiären den ersten Ruf bei ihrem Jägersroer Einstand. Wenig mit Trab hatte die 1609 Meter kurze Aufgabe zu tun, denn lediglich zwei der sieben Nachwuchstraber kamen durchweg in der vorgeschriebenen Gangart um den Parcours. Dazu gehörte Mizita Sound, die einzige, die schon einen Start auf dem dunkelbraunen Buckel und den am 19. Juli in Axevalla gewonnen hatte. Die Ken-Warkentin-Tochter ließ sich weder von Startplatz „1“ noch den um sie und hinter ihr galoppierenden Konkurrenten aus dem Strich bringen und holte mit ihrem Kalmarer Trainer Anders Zackrisson Start-Ziel in 1:17,3/1640m die 80.000 Kronen für Platz eins, mit dem sie nun schon 130.000 Kronen reich ist.
Die „Erwachsenen“ legten los mit Double Exposures souveränem Sieg in der Sto-Eliten. Fetzig ging’s bei der 1640-Meter-Aufgabe nur auf den ersten 250 Metern zu, die in 1:03,9 heruntergenagelt wurden, weil Thomas Uhrberg mit Waffle Cone die Führung unbedingt haben und Örjan Kihlström sie partout nicht hergeben wollte. Dann war der Spuk vorbei, der „Iceman“ durfte das Tempo enorm auf 1:10,7 für 500 und 1:12,4 für 1000 Meter drosseln. Kein Problem für die Donato-Hanover-Tochter, für die finalen 300 Meter kräftig zu beschleunigen und 3½ Längen vor Speedy Foxy Vicane den mit 200.000 Kronen belohnten 19. Volltreffer in 1:11,1 zu markieren. Der Toto belohnte die Mutigen mit 30 Prozent Rendite.
Nach identischem Muster erfreuten Heart of Steel und Peter Untersteiner ihre Fans im Prix Argentan für schmale 16:10. Sofort in Front, regelte der Cantab-Hall-Sohn der Merwestaal Moerdijk BV von Michel de Bruyn alles nach Belieben und nahm spätestens mit diesem fünften Sieg in Folge endgültig Kurs auf Solvallas Jubileumspokalen, in dem er in 15 Tagen vermutlich mit Derby-Sieger Who’s Who und Vitruvio, dem Triumphator der Großen Preise von Oslo und Jarlsberg, die stahlharten Kräfte messen wird. Nach 1:10,4/1640m waren 1½ Längen voraus 100.000 Kronen im Sack.
Als letzte und ungemein beeindruckende Sieger des denkwürdigen, von 11.177 Fans „live“ verfolgten Abends kehrten Zaire Wise As und Alessandro Gocciadoro in den Stall zurück. Mit dem vierjährigen Maharajah-Sohn vernaschte „Super-Alex“ die Konkurrenz drei Längen voraus nach Strich und Faden und holte sich den letzten Schluck aus der „Moralpulle“ - wenn der überhaupt nötig ist - für die gewaltige Aufgabe, am Sonntag in Berlin mit Juan Bros erstmals das Blaue Band Traber-Deutschlands ins Stiefelland zu entführen.