Für Inexess Bleu, in Augen vieler der beste Wallach mindestens Europas, ging es am Samstagnachmittag im Grand Prix de Wallonie (150.000 Euro) nicht nur um die Wiederholung des Vorjahressieges, sondern auch um wichtige Punkte für den UET Élite Circuit, dessen 500.000-Euro-Finale der Gallier-Schützling im Vorjahr in Solvalla gewann, sich heuer für den Endlauf am 11. Oktober in Turin aber noch nicht annähernd sicher qualifiziert hatte.
Beide Hoffnungen lösten sich in Luft auf, bevor das Gruppe-I-Rennen auf Belgiens PMU-Bahn richtig begonnen hatte. Zum Entsetzen seiner zahlreichen Anhänger sprang der 16:10-Favorit noch vor Erreichen der Startmarke heftigst und war von Alexandre Abrivard trotz aller Bemühungen nicht zum Traben zu bewegen.
Ob es Inexess Bleu, der ein mickriges Teilnahme-Pünktchen gutgeschrieben bekam, mit seinen nunmehr 13 Zählern im Endklassement in das Zwölferfeld in Turin schafft, hat man nicht mehr in der eigenen Hand und hängt vor allem davon ab, wer von den vor ihm Platzierten auf die Reise ins Piemont verzichtet. Drei prominente "Nichtstarter" stehen bereits fest: Mit Weltrekordlerin Allegiant und Spitzenreiter Epic Kronos verfolgt man andere Pläne, Francesco Zet befindet sich im Ruhestand.
Größter Nutznießer des Ausfalls von Inexess Bleu war Go On Boy. Der UET-Élite-Circuit-Finalsieger 2024 bekam die Spitze vom zunächst führenden Keep Going (Mathieu Mottier) nach rund 500 Metern mehr oder weniger geschenkt und kontrollierte fortan Tempo und Gegner nach Belieben von Romain Derieux. Obwohl der Zehnjährige auf der Zielgeraden unter leichten Hilfen gleich um mehrere Spuren nach außen driftete, blieb er völlig ungefährdet und auch beim vierten Auftritt in der Wallonie ungeschlagen.
2023 und 2024 hatte der Password-Sohn den Grand Prix gewonnen, im Dezember 2025 überdies ein 6.000-Euro-Vorbereitungsrennen auf das Wintermeeting, das für ihn Ehrenplätze im Prix de Bourgogne und im Prix de France bereithielt.
Mit 1:11,7/2840 Meter verbesserte Go On Boy nicht nur den Distanz-Rennrekord von Inexess Bleu (1:12,2) deutlich, sondern sprang mit 15 frischen Punkten an die Spitze der UET-Élite-Circuit-Gesamtwertung, was ihm für das Finale in Turin eine freie Startplatzwahl beschert.
Einen Satz nach vorne machte auch Frank Gio (Matthieu Abrivard), doch hatte man sicher mit etwas mehr als den sechs Punkten für Rang vier geliebäugelt. Allerdings spürte der Italiener die fünfmonatige Pause, ließ im Finish den gewohnten Punch vermissen und musste den von Nicolas Bazire spät gebrachten Jingle du Pont und seinen Trainingsgefährten Krack Time Atout (Franck Nivard) vor sich dulden.
