Donnerstag zur Mittagszeit war der zwölffache Schweden-Champ schon wieder in Frankreich auf Achse - sein schier unglaubliches Reisepensum ist allein ein Ausrufungszeichen wert. Ausnahmsweise war nicht Vincennes der Bestimmungsort, sondern das rund 900 Kilometer südlich gelegene Cagnes-sur-Mer, das ihn mit strahlendem Sonnenschein und 11 Grad empfing. Das dortige Winter-Meeting der in Sichtweite der Riviera gelegenen, 1288 Meter langen Bahn spielt sich bei den enormen Paketen, die auf dem Plateau de Gravelle geschnürt werden, für den Rest Europas meist ein wenig unter dem Radar ab. Objekt der Goopschen Begierde war der 120.000 Euro wertvolle Prix de la Côte d’Azur, in dem nicht er, wohl aber Familienpferd Bryssel Neuland betrat. Gleichwohl trug der Ready-Cash-Sohn dank zweier souveräner aktueller Vincennes-Siege mit 34:10 Favoritenehren - und bekam kräftig unter die braune Nase gerieben, dass sich die Südfranzosen nicht ohne weiteres von den Nordlichtern unterbuttern lassen.
Umso besser war Elsa de Belfonds drauf. Nach Nicolas Enschs kurzem, trockenem Tritt aufs Gaspedal flitzte sie auf drei Längen weg zum achten Cagnes-Treffer, dem wertvollsten der Karriere, und baute ihr Konto auf 353.690 Euro aus. Earl Simon biss tapfer die Zähne zusammen und wimmelte für den Ehrenplatz den ebenso brillant geschonten Black d’Arjeanc ab, dem dichtauf Voltaire Gifont und ganz außen Beppe Am folgten. Bryssel, durch den vor ihm galoppierenden Coach Franbleu 300 Meter vorm Ziel minimal gestoppt, hatte keinen Moment und in Bulle de Laumont eine Leidensgefährtin, die nie in vordere Sphären zu schnuppern vermochte und zum schlechten Ende gemaßregelt wurde.
Wie wenig Schwung in der Party war, unterstrich der Blick auf den Chronometer: Mit 1:14,2 blieb die kernige Elsa deutlich über dem 2019 von Bel Avis auf 1:12,5 geschraubten Rennrekord. „Bravo, Nicolas!“ strahlte Mitbesitzer Thomas Levesque, der Ensch die Stute vor knapp zwei Jahren überstellt hatte, nachdem es im Norden nicht sonderlich gut mit ihr gelaufen war, „seit einem halben Jahr spricht er mit mir über dieses Rennen und hat immer wieder betont, sie sei eine erstklassige Stute, die sich entwickeln müsse.“ Was an diesem 9. Januar gegen 14.00 Uhr auch dem letzten Zweifler klar geworden sein dürfte.
Prix de la Côte d’Azur (Gruppe III int., Fünf- bis Elfjährige)
2925m Bänderstart; 25 Meter Zulage ab 305.000, 50 Meter ab 655.000 Euro (unbesetzt); 120.000 Euro
1. Elsa de Belfonds 2925 14,2 Nicolas Ensch 47
6j.br. Stute von Tornado Bello a.d. Taifa von Gros Grain
Be: Ec. Thomas Levesque; Zü: Emmanuel Varin; Tr: Nicolas Ensch
2. Earl Simon 3. Black d’Arjeanc 4. Voltaire Gifont 5. Beppe Am 6. Eclat de Gloire 7. Créature Castelets 8. Baby Lou Max 9. Balthazar Maza 10. Balzac de Souvigné 11. Allegro Nonantais 12. Bryssel 13. Vanderlov Alexia du Cherisay Bulle de Laumont Coach Franbleu | 2950 13,8 Franck Ouvrie 2925 14,5 Eric Raffin 2950 13,9 Pietro Gubellini 2925 14,6 Franck Marty 2950 14,0 Loris Garcia 2950 14,0 Jean-Charles Féron 2950 14,0 Nicolas Mortagne 2925 14,7 Laurent-Guy Richard 2925 14,7 David Békaert 2925 14,7 Yannick-Alain Briand 2925 14,9 Björn Goop 2950 14,7 Anthony Laigron 2925 dis.r. Romuald Mourice 2950 dis.r. Stéphane Cingland 2950 dis.r. Franck Nivard | 2. 37 320 890 450 200 2450 30 2550 200 2190 34 2030 1590 130 85 |
Sieg: 47; Richter: leicht 3 - Kopf - ½ - ¾ - Hals - ¾ - ¾ - k.Kopf - Hals; 16 liefen
Wert: 54.000 - 30.000 - 16.800 - 9.600 - 6.000 - 2.400 - 1.200 Euro