Am letzten Renntag des Jahres in Vincennes, an dem gehobener Alltagssport geboten wurde und sich François Lagadeuc um Haaresbreite mit Colt des Essarts die letzte Quinté-Prüfung nach langer Führung im Foto-Finish vor Bleu Ciel schnappte, interessierte vor allem, ob es Raffin gelingen würde, Bazires monströsen Siegrekord aus dem Jahr 2006 zu verbessern. 345 Mal war der zu jener Zeit auch noch im Sattel Aktive zur Ehrung vorgefahren und -geritten - eine Marke, die Viele für unwiederholbar hielten. Doch Raffin rückte dieser schier uneinnehmbaren Festung mit einer Saison aus Samt und Seide höchst energisch auf die Pelle und stieg mit 343 Siegen in den letzten Arbeitstag ein. Nummer 344 der Kombiwertung war im dritten der acht Vergleiche drin, wobei er es im Sattel des „unverlierbaren“ 15:10-Favoriten Egao Jenilou nach langer und zum Teil sehr deutlicher Führung erst nach Fotofinish gegen den mächtig aufkommenden Ezalyo Smart schaffte. Spannender hätte das Jahr 2019 nicht ausklingen können: Alles fokussierte sich auf die letzten drei Rennen. Zunächst musste er sich nach einem ähnlichen Verlauf im Sattel von Goforme de Houëlle recht deutlich der von Guillaume Martin gerittenen Gina de Froulay beugen.
Eine Rekord-Verbesserung konnte sich der neue Champion, der 285 Treffer im Sulky und 60 im Monté erzielte - da belegte er hinter Alexandre Abrivard (75 Siege) Platz zwei -, im letzten Rennen der Vincenner und zugleich französischen Saison 2019 nach 300 Metern abschminken, als ihm Elixir du Rabutin bis zum Ausschluss aus dem Takt geriet. Das sensationslüsterne Publikum dürfte mit Genugtuung registriert haben, dass ihr Liebling „Jean-Mi“ weiterhin wenn auch nur geteilter Rekordhalter bleibt. „Gerecht“ ist’s ohnehin, denn schließlich hat er sein kleines Scherflein zum überragenden Jahr Raffins, den er längst als seinen Freund bezeichnet, beigetragen und ihm einige exzellente Fuhren an die Hand gegeben. Erinnert sei nur an Raffins Triumph mit Cleangame im Finale des Grand National du Trot am 1. Dezember.
Bazire wiederum beendet die Saison mit 160 Siegen im „Attelé“ als Vierter und darf sich über sein drittes Championat als Trainer freuen, das für ihn auch in den kommenden Jahren im Fokus stehen soll. Nach Gewinnen wie nach Siegen war der ob seiner volkstümlichen Art Liebling (nicht nur) der „turfistes“ der Konkurrenz um „Weile“ voraus.
Frankreichs Champions (Siege - Starts - Gewinne in Euro)
Fahren (Sulky d’Or)
Eric Raffin Yoann Lebourgeois Franck Nivard | 285 193 170 | 1.434 1.185 1.198 | 7.242.030 4.071.820 5.400.210 |
Reiten (Etrier d’Or)
Alexandre Abrivard Eric Raffin Adrien Lamy | 75 60 49 | 343 405 384 | 2.475.010 2.189.650 1.369.760 |
Reiten & Fahren (Combiné Pro)
Eric Raffin* Yoann Lebourgeois Matthieu Abrivard | 345 236 190 | 1.839 1.465 1.590 | 9.431.680 5.634.610 5.891.565 |
Trainer (nach Siegen)
Jean-Michel Bazire Thierry Duvaldestin Sébastien Guarato | 217 177 167 | 919 707 1.036 | 7.065.225 3.189.580 5.154.095 |
Nach Gewinnen auf Rang 3:
Franck Leblanc | 145 | 1285 | 3.725.495 |
*Rekord von Jean-Michel Bazire aus dem Jahr 2006 eingestellt