Ein Nachruf von Hermann Gallhoff
Er zählte zu den großen Sympathieträgern im westdeutschen Trabrennsport und war über mehrere Jahrzehnte eine feste Größe auf der Dinslakener Halbmeilenbahn. Nun ist Ingo Mrosek nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren verstorben.
Von Beginn seines Berufslebens an war er fest mit der Rennbahn am Bärenkamp verbunden. Seine Ausbildung absolvierte er bei Hans-Hermann "Hanne" Hassel, der dem jungen Ingolf, den alle Welt nur Ingo nannte, schon früh einiges zutraute und ihm zahlreiche Chancen gab. Als Lehrling und später als Berufsfahrer nutzte Mrosek diese Möglichkeiten reihenweise, um sein fahrerisches Können unter Beweis zu stellen.
Auch als selbstständiger Trainer blieb er der Dinslakener Rennbahn lange treu. Mit seinem kleinen, aber soliden Besitzerstamm war er in der niederrheinischen Trabermetropole stets eine feste Größe. Erfolgspferde wie Osiris Salar, Walzer II, Schweppermann, Pickfein oder Prater verbindet man unweigerlich mit den lange blau-roten Farben von Ingo Mrosek.

In der zweiten Hälfte seiner Karriere folgte er als Privattrainer dem Ruf der Familie Block auf das Gestüt Lauersfort in Moers. Dort feierte er mit Pferden wie Baxa Lobell, Isaflori und Baxa Molch beachtliche Erfolge. Später führte ihn sein Weg auf das Gestüt Lindenhof von Manfred Matten, wo er bei seiner letzten beruflichen Station vor allem die Vorbereitung junger Pferde übernahm. Aus dieser Zeit stammt auch das Titelfoto aus dem TREFFER-Archiv von einem Sieg mit Lady Impish vor beinahe auf den Tag genau 23 Jahren auf der Hillerheide in Recklinghausen, mit der er gut drei Monate später am 30.12.2003 in Mönchengladbach auch sein letzten Rennen gewann.
Seine angegriffene Gesundheit zwang Mrosek schließlich, den aktiven Sport aufzugeben – zu diesem Zeitpunkt standen 450 Fahrersiege und mehr als 600 Trainersiege zu Buche.
Zehn Jahre lang kämpfte Ingo Mrosek mit großem Lebenswillen gegen eine heikle Nierenerkrankung an. Nach einem schweren Sturz und einem langen Krankenhausaufenthalt haben ihn Ende des vergangenen Monats schließlich seine Kräfte verlassen.
Ingo Mrosek war zeitlebens ein freundlicher und fröhlicher Mensch, der dem Trabrennsport und seinen Belangen bis zuletzt eng verbunden blieb. Besonders viel bedeuteten ihm die Begegnungen mit alten Weggefährten. Mehrmals im Jahr kam er im Kreis seiner früheren Mitstreiter zu ausgiebigen Klammer-Abenden zusammen. Dabei gab er so manche Anekdote aus seinem bewegten Sportlerleben zum Besten und sorgte mit seiner geselligen Art immer wieder für gute Stimmung.
Mach’s gut, lieber Ingo. Du warst für uns, die wir Dich begleiten durften, immer eine Bereicherung. Wir werden Dir stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Conny, seinen beiden Kindern und seinen fünf Enkeln.