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Derby-Drama in Schweden: Außenseiter triumphieren

7. September 2026
1 Min. Lesezeit
© Horseracingnordic

Erster Derbysieg für Daniel Wäjersten als Trainer und für Magnus Djuse als Fahrer. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass das Svenskt Travderby 2026 das dramatischste in der langen Geschichte dieses Klassikers war. Nach einem abgebrochenen Startversuch fanden die Teams wieder zusammen – und am Ende triumphierte Mellby Narrow. „600 Meter vor dem Ziel hatte ich kein gutes Gefühl, aber dann sah ich, wie Magnus die Peitsche wegschleuderte…“, sagte Daniel Wäjersten, der hinter Zarex ​​seinen Stallgefährten zum Sieg eilen sah.

Foto: Stefan Olsson - CAVOK photo

Das Drama im Überblick: Nach dem ersten Start galoppierten mehrere Pferde heftig, was für Aufregung vor allem am Ende des Feldes sorgte. Ejnar Face und Adrian Kolgjini prallten auf Nightlife In und Carl Johan Jepson. Kolgjini ging zu Boden, konnte sein Pferd aber in einer heldenhaften Aktion festhalten und so Schlimmeres verhindern (1.000 Kronen Prämie für Kolgjini).

„Das ist reiner Instinkt, den man als Fahrer hat: Man will das Pferd nicht loslassen, selbst wenn man blutet. Verdammter Mist, dass es passiert ist, und dann auch noch in so einem Rennen“, sagte Adrian später über die Situation.

Video der Sturzsequenz

Das Rennen wurde nach wenigen hundert Metern abgebrochen. Man entschied, es zu wiederholen, nachdem sich alle Pferde einigermaßen erholt hatten. Doch das Derby-Drama war damit noch lange nicht vorbei.

Wise Guy galoppiert im Kampf um den Sieg

Daniel Wäjersten hatte vier Pferde im Finale, beim gültigen Startschuss schoss Golden Kronos mit Johan Untersteiner im Sulky an die Spitze, wurde aber von Daniel Redén mit Special Ale hart attackiert. Dessen Stallgefährte Wise Guy, einer der Favoriten, lag zunächst im Fahrwasser von Special Ale, musste aber schon nach einer in die Offensive, da sich seine Lokomotive deutlich übernommen hatte und bereits zum Rückzug antrat.

Wise Guy arbeitete sich mit Örjan Kihlström allmählich außen an den Piloten heran und wirkte beim Einbiegen in die letzte Kurve sehr stark. Kihlström bemerkte, dass weiter außen niemand ernsthaft angreifen konnte, doch hinter Golden Cross lockte Magnus Djuse Mellby Narrow hervor, der nun über die dritte Spur mit voller Kraft attackierte, während Golden Kronos dem Druck von Wise Guy nicht nachgab.

Drei Pferde Seite an Seite. Wise Guy hatte den Kopf kurz vorn, bewegte sich aber schon sichtlich am Limit. Auch das späte Ziehen der Ohrenkapuze erzielte nicht den gewünschen Effekt, im Gegenteil, Wise Guy fiel nun ganz auseinander und sprang, während der geschonte Melly Narrow zur Stelle war und alle Reserven ausspielen konnte.

„Ich bin überglücklich, einfach fantastisch. Alles hat perfekt geklappt. Der Neustart hat ihm nicht viel ausgemacht, das Pferd war danach ganz ruhig, dann lief das Rennen absolut perfekt für uns. Es war knapp, aber als Wise Guy sprang, war der Sieg klar, obwohl wir ihn meiner Meinung nach auch ohne den Fehler gepackt hätten“, sagte Djuse auf dem Weg zum Winnercirle.

Er fuhr fort: „Das ist mein größter Sieg überhaupt. Ich habe vorher noch nie ein so wichtiges Rennen in Schweden gewonnen. Es hat einfach so viel Spaß gemacht, diese Chance zu bekommen, jetzt habe ich es geschafft.“

Zarex ​​Vierter – trotzdem ein großer Erfolg für Wäjersten

Auch für Wäjersten war es letztendlich ein großer Triumph. Seine eigene Hoffnung Zarex, der als 17:10-Favorit ins Rennen ging, wurde zu Beginn eher defensiv gesteuert und musste sich mit dem vierten Platz begnügen. Trotzdem sicherten sich die Pferde des Stalls Wäjersten sowohl Gold als - durch Golden Kronos - auch Silber, wobei das am wenigsten gewettete Pferd des Quartetts ganz oben auf dem Treppchen stand.

„600 Meter vor dem Ziel sah es schwierig aus für uns. Johan hinter Golden Kronos war schon unter Druck, mein Pferd Zarex ​​bemühte sich, hatte aber nicht seinen besten Tag. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich kein gutes Gefühl. Örjan spielte sein übliches Spiel, aber dann sah ich, wie Magnus die Peitsche warf … Ich weiß im Moment gar nicht, was ich fühlen soll …“, sagte Daniel, der nach Erhalt seines ersten gelben Jackets bei der Siegerehrung hinzufügte: „Es fühlt sich an wie ein Meilenstein im Leben, dieses Rennen gewonnen zu haben.“

Ergebnis

Video

Die Siegerzeit betrug 1:11,6/2.640 Meter und war damit eine Zehntelsekunde schneller als der bisherige Rennrekord von Calgary Games aus dem Jahr 2023. Inklusive 50 Prozent Premiechansen wurden Mellby Narrow bzw. dem Besitzer und Züchter Mellby Gård AB aus Malmö 3 Mio. Kronen (rund 270.000 Euro) gutgeschrieben. Gezogen hat man den Derbysieger mit der 2014 aus den USA importierten Muscle-Hill-Tochter Heaven's Door, die in Schweden u.a. noch die StoSprintern 2015 in Halmstad gewann, bevor sie im Gestüt als Erstling den 12-fachen Kronen-Millionär Mellby Jinx brachte, am kommenden Samstag Wäjerstens Hoffnung im International Trot.

Maharajah, der das Blaue Band Schwedens selbst 2009 gewonnen hatte, stellte mit Mellby Narrow seinen dritten Derbysieger, den zweiten in Folge nach Dream Mine im Vorjahr.

Carros First King, der beim ungültigen Start als Erster galoppierte, sprintete als Dritter ins Ziel, nachdem Wise Guy disqualifiziert worden war. „Es ist unmöglich zu sagen, wie viel Kraft beim Neustart verbraucht wurde. Vor dem Fehler im Endkampf war es schon holprig, Magnus kam schnell an, und ich versuchte, noch einen Gang höher zu schalten, aber dann wurde es leider ein Galopp. Mellby Narrow hatte gefühlt die Geschwindigkeit, um uns auch so zu schlagen,“ resümierte Örjan Kihlström.

Dramatisch war eine knappe Stunde zuvor auch das Derbystoet 2026 verlaufen, das mit 2 Mio. Kronen bzw. rund 183.000 Euro dotierte Stutenderby, insbesondere in der Startphase. Die Nr. 1 unter Schwedens vierjährigen Stuten, die favorisierte Bonsse Garde ( 5), geriet kurz nach dem Start zwischen die zwei heftig springenden Hankypanky Leonie (4) und Paul Hagoorts Peggy Boko (6) und war von Carl Johan Jepson nicht auf den Beinen zu halten. Die Makethemark-Tochter von Fredrik Wallin, im Vorjahr E3-Siegerin und Breeders-Crown-Zweite, verlor auf die Spitze mindestens 60 Meter und musste zunächst einmal die Anschluss herstellen.

Dies gelang zwar, sehr motiviert wirkte Bonsse Garde allerdings nicht mehr, worauf Jepson einen ersten Angriffsversuch auf der letzten Gegengeraden wieder abbrach. Der schwedische Champion gab allerdings nicht auf und brachte die Dunkelbraune eingangs der Zielgeraden aus zehnter Position (!) erneut. Dass sie das Rennen unter normalen Umständen nicht verloren hätte, verriet Bonsse Garde mit einem sehenswerten Speedwirbel, der sie noch bis auf eine halbe Länge an die vorderen Pferde herantrug. Rang vier war letztlich nur ein kleines Trostpflaster.

Hauptprofiteurin war ausgerechnet Meditate, mit der Carl Johan Jepson vor zwölf Tagen ebenfalls einen Vorlauf gewonnen hatte, hinter der im Finale aber wie schon so häufig Mats Djuse Platz nahm. Der bescherte der Greenshoe-Tochter der Courant AB (auch Züchter) im Rücken seines Bruders Magnus Djuse, der mit Sassy But Classy die Todesspur beackerte, ein Maßrennen, griff im Schlussbogen und rang die vom Fleck führende Nyharajah (Thomas Dalborg) knapp aber sicher nieder.

Ergebnis

Video

Lasbek-Hattrick im Derbyrahmen

Einen bemerkenswerten Auftritt hatten am Derbysonntag das Gestüt Lasbek, Trainer Holger Ehlert und der als Catchdriver verpflichtet Mika Forss. Das Trio drückte dem ersten Drittel der Veranstaltung mit drei Siegen seinen Stempel auf.

Besonders imponierend war dabei das Debüt der Calgary-Games-Tochter Auguste (Foto: Travronden), deren Berliner Quali am Derby-Freitag in 1:14,4 bereits für Aufsehen gesorgt hatte. In der schwedischen Breeders Crown für Zweijährige (232.500 Kronen) legte sie noch eine Schippe drauf und nahm ihren Gegnern in 1:14,1/1640 Meter glatte zehn Längen ab.

22 Minuten später bestätigte auch der Northern-Charm-Sohn Whistler sein Berliner Laufen im Derbymeeting (siegreich mit Michael Nimczyk) und dominierte eine 120.000-Kronen-Prüfung aus den Bändern in 1:14,9/2140 Meter.

Den Hattrick vervollständigt schließlich die Love-You-Stute Veritas, die sich bei beim sechsten Saisonerfolg (bei elf Starts) mit feiner Schlussleitung auf 1:11,9/1640 Meter steigerte.

Mit den drei Treffern erlöste man exakt 200.000 Kronen, rund 18.000 Euro.

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