(dk) Die ländliche Bahn am Stover Elbdeich verlangt den vierbeinigen Teilnehmern alljährlich eine immense Kurvengängigkeit und den Aktiven ein gerüttelt Maß Gelassenheit, Übersicht und Kaltschnäuzigkeit ab. Das alles vereinte bei der 152. Ausgabe der traditionsreichen Veranstaltung am Elbdeich im Landesdreieck zwischen Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachen Jochen Holzschuh mit seiner Equipe auf sich, als er - wie schon bei der letzten Veranstaltung der Trilogie beim Hooksieler Rennverein - sechs Rennen und damit diesmal gleich einmal die Hälfte der Tageskarte auf sein Konto brachte.
Dabei schlug ein gehöriger Schuss Wehmut mit, tat der in Dülmen beheimatete Trainer doch nicht nur nach dem Sieg von Hugo Bökers Di Ospeo, der sich das Hauptrennen um den »GP von Stove« (4.500 Euro - 2.600 Meter) trotz 25 Metern Zulage beinahe Start-Ziel nicht entgehen ließ, sondern auch nach dem Erfolg des gleichfalls von Laurenz Meßmann gezogenen und Start-Ziel leicht dominierenden Itseblitz Äußerungen kund, wonach die beiden Wishing-Stone-Söhne am Sonntag vielleicht letztmals auf einer Rennbahn antraten, in jedem Fall 2027 aber nicht mehr aktiv sein werden.
Dem neunjährige Di Ospeo gelang beim 86. Karrierestart der 18. Treffer, als er Diakan CR (Anna Kunze) und seiner Trainingsgefährtin Candy Lady S (Nicole Holzschuh) keine Chance ließ und damit bis dato einen Siegkoeffizienten von über 20 Prozent aufweist. Auf ein sogar um Nuancen besseres Sieg-Start-Verhältnis kann Itseblitz verweisen, mit dem der Trainer von der Columbus Farm in einem von nur vier Pferden bestrittenen Rennen Flash de Joux (Joachim Hay) ebenso Start-Ziel eine glatte Abfuhr erteilte.
Für Jochen Holzschuh markierte das heutige Sixpack, das er mit den jeweils früh führenden Paljas Vryenesse, Jailbird Hillperon, dem für familieneigene Rechnung zum fünften Mal in Folge und rundum überlegen gewinnenden Cracker Jack sowie der erneut für Böker- und Eigeninteressen obsiegenden IT Security zustande brachte, die Treffer 23 bis 28 der diesjährigen Saison auf den ländlichen Bahnen. Kein anderer kann sich aktuell auf die bisweilen sehr herausfordernden Verhältnisse bei den Event-Veranstaltern im ländlichen Raum auch nur annähernd so einstellen wie der zurecht als C-Bahn-König betitelte Mann in navy-blue.
So wie die Hälfe der Stover Rennen heute nach Westfalen gingen, so gehörte ein Viertel dem seine eigenen acht Pferde auf dem Helenenhof trainierenden Thomas Reber, der rund ein halbes Jahr nach seinem letzten Sulkyerfolg als Catchdriver mit Desert Rain für das Gestüt Seelust gleich zweimal erfolgreich war und zum Abschluss mit Arrivederci Diamant nach langer Führung zum dritten Mal erfolgreich war, als er das Jubeln bereits zu einem Zeitpunkt einleitete, wo der Drops noch nicht gelutscht war. Der Richterspruch "leicht - Hals" gegenüber der noch heranrauschenden Royal Romance (Jan Thijs de Jong) folgte am Ende der Einschätzung des Siegfahrers.
Das verbleibende Viertel ging an den bisher nur sehr sporadisch zum Einsatz gekommenen Red Cash, dem Danny den Dubbelden beim dritten Start nach über anderthalbjähriger Rennabstinenz zum vierten Erfolg beim 20. Lebensstart verhalf, Yoko Ono Diamant, mit der Frederic Perner für die Rechnung des Stalles Kunkendorf des in dieser Woche 70 Jahre gewordenen Leo Hoenig Start-Ziel trotz einer nicht unerheblichen Galoppade an der letzten Ecke leicht triumphierte, sowie DeAnglelo ForChildren, auf dem Ronja Walter einmal mehr ihre ganze Klasse ausspielte.
Eliana Harms "Opa" Gentle Yankee YANKEE (Camilla Munk Boeck), der später auch im Fahren hinter IT Security noch einen tollen Ehrenplatz erreichte, schien an der Spitze eigentlich schon den rettenden Hafen erreicht zu haben, als Deutschlands Abonnement-Championesse den Charity-Traber aus dem Zevens-Quartier ohne erkennbare Hilfen noch so schnell machte, dass er den Piloten auf der Linie zu fassen bekam und bei seinem 15. Sieg (beim 48. Start) weitere 1.000 Euro für die karitativen Zwecke einheimste.