In dieser Zeit ausschließlich unterm Sattel aktiv und bis auf wenige Ausnahmen auf dem Treppchen und dort meist auf der obersten Stufe gelandet, nahm der Schützling von Thierry Duvaldestin die 2700 Meter als 16:10-Favorit in Angriff, zumal er mit Maxime Tijou den erfahrensten Reiter im Kreuz hatte. Der junge Mann hätte seine Laufbahn, die ihn in dieser Saison mit 32 Siegen auf Platz elf der Rangliste um den Etrier d’Or gebracht hat, auf unnachahmliche Weise krönen können; 49 Treffer standen für ihn zu Buche, mit Nummer 50 wird er Voll-Profi.
Nicht die erste Verfolgerin Carla du Châtelet, die als Vierte sehr deutlich abfiel, machte ihm den Garaus, sondern Coach Franbleu. Für den letztmals vor vier Jahren für Rennen gesattelten Prince-d’Espace-Sohn war das Comeback ein echter Jungbrunnen. Lang und länger machte er sich und bescherte dem 21-jährigen Florent Guérineau mit dessen 36. zugleich den bedeutendsten Erfolg der Laufbahn und machte im Dauerduell mit der holden Weiblichkeit einen Punkt gut: Die hatte durch Laura Gautherot, Claire Dodard-Triguel, Lolita Balay, Delphine Besse und Océane Briand 2013, 2014, 2016, 2017 und 2018 die Lorbeeren abgeräumt.
Prix Yvonnick Bodin - Monté - (Gruppe III nat., Fünf- bis Zehnj., keine 615.000 Euro)
mit der kleinen, aber feinen Ausnahme, dass Kandidaten ab 315.000 Euro Gewinnsumme 25 Meter mehr zu arbeiten hatten. Das wollte sich allein Chica de Joudes antun bzw. deren Besitzer, Fahrer und Trainer Alain Laurent, und der kannte mit der großrahmigen Braunen mit der gewaltigen Blesse wie üblich kein Erbarmen. Für die „turfistes“ war es keine Frage, dass er der Jag-de-Bellouet-Tochter, die als Zweite des Prix de Bretagne längst für den Amérique qualifiziert ist, kein Schaulaufen angedeihen lassen würde, und so nahm die Siebenjährige die für sie 2875 Meter als Favoritin unter die Hufe.
Keine Chance hatten die von Jean-Michel Bazire perfekt vorgetragene Dayana Berry und Cash du Rib, ihr am Zeug zu flicken. Die Gefahr lauerte in Form von Dostoievski, für den genau zum rechten Zeitpunkt die innere Tür aufging. Doch auch Nicolas Bazire scheiterte mit dem Ganymède-Wallach an der eisenharten Kämpferin, die eine halbe Länge voraus den 47. Auftritt mit der 15. Ehrenschleife krönte und nun 606.870 Euro im Fahrtenbuch stehen hat. Weitaus schlechter als Chica de Joudes die Zwangs- bekam Cap Matyss die freiwillige Mehrarbeit; er ging nach dem superoffensiven Vortrag völlig unter und passierte die Linie als Vorletzter.
Etwas überraschend war der Kommentar Laurents. „Heute hatte ich gar kein rechtes Ziel und musste aus meiner Sicht nicht unbedingt gewinnen. Doch meine Stute war erneut bärenstark und mutig. Einmal wird sie noch vorm Amérique starten: am 11. Januar im Prix du Forez für Pferde bis 634.999 Euro an Gewinnen.“ Gefahren ist der 66-jährige allerdings, als ob es schon heute um alles oder nichts ginge…
Prix de Bar-le-Duc (int., Sechs- bis Zehnj., keine 625.000 Euro)
2850m Bänderstart, 25m Zulage ab 315.000 Euro; 80.000 Euro
1. Chica de Joudes 2875 13,3 Alain Laurent 24
7j.br. Stute von Jag de Bellouet a.d. Queschua Love von Love You
Be / Tr: Alain Laurent; Zü: Pierre Vulliamy
2. Dostoievski | 2850 14,0 Nicolas Bazire | 200 |
Sieg: 24; Richter: Kampf ½ - 1 - Hals - 2 - 2 - 1 - ½ Länge; 14 liefen (NS Bryssel)
Zw-Zeiten: 16,3/1350m - 14,9/1850m - 13,8/2350m
Wert: 36.000 - 20.000 - 11.200 - 6.400 - 4.000 - 1.600 - 800 Euro
Classic Connection mit „Bronze“
580 Kilometer südwestlich von Vincennes auf dem Rechtskurs von Bordeaux-Le Bouscat vermochte Classic Connection die bei 17:10 enorm hohen Erwartungen dem nackten Ergebnis des Grand Prix d’Hiver um 49.000 Euro nach nicht, läuferisch jedoch sehr wohl zu erfüllen. Es war letztlich für den Breeders-Crown-Sieger von 2017 zu anspruchsvoll, über die gesamten 2650 Meter die Todesspur zu beackern und Atoll Danover kleinzukriegen. Der von Jean-Pierre Dubois gesteuerte Braune hielt den Transport zäh durch und gab erst auf den letzten Metern etwas nach, was die beiden schwedischen Abstauber Beppe Am, von Franck Marty streng innen versteckt, und King Sir Kir, den Jean-Benoît Lemoine im Windschatten des Deutsch-Franzosen ideal postiert hatte, zu nutzen wussten. So blieben dem Love-You-Sohn 6.860 Euro, während Beppe Am 22.050 und der „King“ 12.250 Euro verspätetes Weihnachtsgeld einstrichen. Keine Chance hatten die bezulagten Gespanne, von denen sich Aribo Mix als Fünfter am besten hielt und Dauerläuferin Bilooka du Boscail als Neunte lange nicht gesehene Schwächen offenbarte.