Nur eine Woche nach Platz zwei von Michael Hamann bei der Europameisterschaft der Amateurfahrer in Wien gab es für Deutschland die nächste Silbermedaille - wobei Gold diesmal zum Greifen nahe war.
Emma Stolle fehlte am Sonntagnachmittag bei der Weltmeisterschaft der Amateurfahrer auf Malta nach acht Wertungsläufen nur ein Pünktchen zum Titelgewinn. Nachdem die Berlinerin mit einem Sieg im fünften und Platz zwei im sechsten Lauf das Feld aufgerollt und sogar die Führung im Gesamtklassement übernommen hatte, konterte Lokalmatador Redent Magro mit dem Gewinn von Lauf 7, in dem Emma als Achte Boden und die Spitze verlor.

So fiel die Entscheidung erst im letzten Lauf, in dem für die deutsche Vertreterin bei nur vier Punkten Rückstand noch alles möglich war. Emma Stolle blieb nerverstark, legte nochmals eine Klassefahrt hin und holte als Dritte das Optimum. Doch es sollte nicht reichen. Redent Magro (34) wurde zwar nur Siebter, verteidigte damit aber die Gesamtführung und rettete sich mit einem "kurzen Kopf" über die Linie.

Der Bronzerang ging durch Massimiliano Michelotto nach Italien. Er hielt Thomas Mjøen (Norwegen), Piet Van Pollaert (Belgien), Peter Arnqvist (Schweden) und Stefanie Mayr (Österreich), die den 2. Lauf gewinnen konnte, knapp auf Distanz. Während die Europäer die sieben Top-Plätze belegten, vermochten sich die Amateurfahrer aus Übersee mit den ungewohnten Bedingungen nicht anzufreunden und belegten am Ende die hinteren Ränge.

Für Malta war es binnen vier Jahren der zweite WM-Titel. 2022 hatte sich Cliferty Calleja in Italien durchgesetzt. Emma Stolle sorgte für das beste deutsche Ergebnis seit dem WM-Triumph von Marian Tux im Jahr 2012 und Rang drei von Hans-Jürgen von Holdt 2008.

