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D für Deutschland

10. August 2026
1 Min. Lesezeit
© Dennis Kraum

(dk) Man könnte meinen, dass der Namenszusatz "D" bei Michel D (der natürlich auf seinen Züchter, Trainer und Besitzer Hugo van Dijk zurückgeht) dessen Vorliebe für Deutschland geschuldet ist, denn auf den bundesdeutschen Bahnen in Mönchengladbach und im GelsenTrabPark ist der Ufo-Kievitshof-Sohn mit bislang sieben Siegen ungleich erfolgreicher als in seiner niederländischen Heimat, wo ihm bislang in seiner Karriere lediglich drei Erfolge in Duindigt und seit über einem Jahr gar kein Treffer mehr gelungen sind.

Bei den sechs Rennen am Sonntagabend an der Niersbrücke, die mit den vor allem dem PMU-Quartett zum Abschluss geschuldeten Rennabständen dann doch ganze drei Stunden in Anspruch nahmen und ohne jegliches Beiprogramm zumindest für die Bahnbesucher einige Längen hatten, stellte der großrahmige Hengst seine Vorliebe für den rheinischen Kurs neuerlich unter Beweis.

Und dabei musste sein für gewöhnlich immer sehr offensiv agierender Steuermann Michel van Dijk diesmal gar nichts dazutun, damit beim Sieg seines Schützlings am Ende die Tagesbestzeit von 1:14,1/2.100 m heraussprang, denn mit einigen Führungswechseln, an denen der vom inneren Startplatz abgegangene 17:10-Favorit keine Aktien hatte, war von Beginn an so viel Feuer in der Partie, dass er die zuletzt von Nirvana Fashion (Nick Schwarma) angeführte Konkurrenz zum Schluss im Handstreich und mit satten sechs Längen kassieren konnte.

Ein Hauch von Schweden wehte in den französisch gepimpten Rennen über dem Oval an der Niersbrücke, als Willem Ten Brink im zweiten Amateurfahren der Karte seinen neuen Renndress in den Farben seines schwedischen Idols Per Nordström standesgemäß einweihte und mit der de Vlieger-Vertreterin Puck Ballaco nach Mitte der ersten Gegenseite übernommenem Kommando in 1:16,6/2.100 m vor dem Feld spazieren fuhr.

Acht Längen hinter der für lukrative 85:10 gehandelten Yarrah-Boko-Tochter, der damit erst der zweite Lebenserfolg und der erste seit ihrem Debütsieg als Zweijährige vor eindreiviertel Jahren gelang, holte sich Remco VL den Ehrenplatz, mit dem Sara Oppoli neuerlich durch eine couragierte Fahrt auffiel und für den Ehrenplatz gegen den auf der Schlussrunde durch die Todesspur gehandicapten Nitro Greenwood (Marian Falk Weißmeier) nicht in Bedrängnis geriet.

Puck Ballacos Trainer Rob de Vlieger hatte in der vorangegangenen Handicap-Prüfung mit dem favorisierten High Kite hingegen nicht sonderlich glücklich operiert, als er sich in der vorentscheidenden Phase an der allzu rasch geschlagenen Indy Byd (Michael Nimczyk) orientiert hatte. Und so war der Zug vorne ohne ihn abgefahren, wo Jan Thirring mit Rabea Schulze Wienkers Omani für satte 120:10 die an der Spitze sehr beanspruchte Ganea (Katharina Kramer) in der Distanz in 1:16,8/2.100 m zur Strecke gebracht hatte, obwohl seiner On-Vogue-Tochter auf der Schlussrunde die Angreiferrolle zugefallen war.

Sieben Wochen nach seinem überzeugenden Sieg im »GP von Bayern« in München-Daglfing war Tigerhead direkt wieder in seinem Element, als Marciano Hauber mit dem Tiger-Woods-As-Sohn eine Runde vor Schluss Sky Dance (Jan Thirring) das Kommando überließ und vor seinem Hauptkonkurrenten Njord Invicta (Michael Nimczyk) direkt wieder in die Angriffsspur wechselte, um sich den aus dem Schlussbogen heraus aus seinem Rücken attackierenden 14:10-Favoriten mit einem Hals in 1:15,6/2.100 m von Selbigem zu halten. Den mit "sicher" ausgewiesenen Eindruck des Zielrichters muss man dabei indes nicht unbedingt teilen.

Noch viel weniger Glauben schenken darf man den beharrlichen veröffentlichten Zwischenzeiten des Tages, die - selbst für Laien erkennbar - vielfach an den falschen Stellen gemessen und daher eher gewürfelt erschienen.

Nur die unteren Gewinnklassen waren diesmal das Terrain der "Platzhirschen" aus Willich, wo zunächst Michael Nimczyk mit Karin Walter-Mommerts Italienerin Incantevole Luis (gesprochen: Incantévolé) sofort und mit geschulterter Peitsche die Fronten geklärt hatte, als er die Calgary-Games-Tochter aus dem Schlussbogen heraus einsetzte, bevor Robbin Bot den bei seinem Debüt nur von der vorbenannten Trainingsgefährtin bezwungenen Mon Royal aus dem Rücken des Boxennachbarn Paolo di Quattro (Michael Nimczyk) ohne Mühe aus der Maidenklasse führte.

Fotonachweis: Michel D (Dennis Kraum)