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Autobahn-Drama um Lugano Cortina

18. August 2026
1 Min. Lesezeit
© privat

(Travronden/MT) Björn Goops Lugano Cortina belegte am Sonntag den dritten Platz im Finale des Deutschen Traber-Derbys. Dramatischer als das Rennen selbst war die Fahrt nach Berlin verlaufen, als ein Reifen platzte und der Pferdetransporter mitten auf der Autobahn stehen blieb.

Zum ersten Mal hatte Björn Goop einen von ihm selbst trainierten Finalisten im Deutschen Traber-Derby. Lugano Cortina qualifizierte sich über den vierten Platz im Vorlauf und wurde im Finale am Sonntag starker Dritter hinter Paul Hagoorts Duo Fragolino Rosso und Blizzard Diamant. Eine Platzierung, die über 340.000 Schwedische Kronen (31.551 Euro) einbrachte.

Lugano Cortina wurde von Jessica Lundell (Foto privat) betreut, die das Pferd auf beiden Reisen nach Berlin begleitet hatte. Dieses Wochenende unternahm sie die Fahrt zusammen mit einer Freundin, und als sie sich am Samstag der deutschen Hauptstadt näherten, nahm das Drama seinen Lauf.

„Wir hatten noch etwa 200 Kilometer bis Berlin, als einer der Reifen auf der Autobahn platzte. Wir hielten am Straßenrand an und riefen die Besitzerin Marie Wewering an, die in Deutschland lebt. Sie versuchte zu helfen, aber wir mussten erst die Versicherung in Schweden kontaktieren, die einen Abschleppwagen organisierte. Wir erreichten einen nahegelegenen Stall, der zwar nicht im Betrieb war, wo Lugano sich aber in der Zwischenzeit ausruhen konnte. Er stand davor zwei Stunden lang auf der Autobahn, dann musste diese gesperrt werden, damit wir ihn aus- und auf einen anderen Transporter umladen konnten. Anschließend konnte meine Freundin ihn in den Stall bringen, wo er fressen, trinken und auf einer Koppel laufen konnte“, erzählt Jessica Lundell.

Nachdem das Pferd die Autobahn verlassen hatte, blieb der Transporter dort noch mehrere Stunden stehen.

„Es passierte kurz nach 13 Uhr, der Abschleppwagen kam dann um 17 Uhr an. Es hatte es ein Missverständnis gegeben, sie konnten den richtigen Ersatzreifen nicht gleich besorgen. Um 18 Uhr fuhr ich zum Pferd, und als wir um 19 Uhr wieder vorbeifuhren, wurde der Transporter gerade abgeschleppt. Wir fuhren dann weiter, entschieden uns aber, nicht mehr nach Mariendorf zu fahren. Stattdessen verbrachten wir die Nacht im Seniorenstall von Karin Walter-Mommert außerhalb von Berlin. Ein große Hilfe waren bei der Aktion übrigens die beiden Berliner Transporteure Andre Pögel und Thomas Panschow.“

Travronden: War es nicht unangenehm, mitten auf der Autobahn zu stehen?

„Absolut. Da fuhren Lkw sehr nah vorbei, und jedes Mal, wenn sie vorbeifuhren, wackelte der ganze Transporter. Aber dem Pferd war das egal. Lugano schlief und trank ausreichend.“

TR: Gab es Bedenken, ob sich das auf die Leistung auswirken würde?

„Es war beunruhigend. Aber ihn störte das Geschehen nicht. Wir waren es eher, die darunter litten.“

TR: Wie würden Sie Ihre Erfahrung auf der Mariendorfer Rennbahn zusammenfassen?

„Es war eine tolle Erfahrung, aber vieles ist anders als im schwedischen Trabrennsport. Es gibt noch Wettschalter, und es war auch viel mehr Publikum da. Der Trabrennsport wirkt dort einfach lebendiger.“

Das Interview mit Jessica Lundell fand am Montagmorgen statt, während sie auf die Rückkehr des Transporters warteten.

„Die Heimreise ist für den Nachmittag geplant. Wir hoffen, dann am Dienstag wieder in Lökene zu sein. Ich weiß noch nicht genau wann.“

Foto Lugano Cortina: traberpixx.de